_3aLOKFBN29-B_105000_2_1_4c
+
_3aLOKFBN29-B_105000_2_1_4c

Eine Stadt mit vielen Facetten

  • Philipp Keßler
    VonPhilipp Keßler
    schließen

(phk). Eine Stadt, vier Stadtteile - und bei dreien wissen selbst manch langjährige Bewohner nicht, wo genau die Ortsgrenzen verlaufen. Das ist Staufenberg. Doch Staufenberg ist noch so viel mehr: Die Stadt mit der von Weitem sichtbaren Burg, ein Lieblingsplatz vieler Einheimischer und Gäste, die Stadt mit einem Schriftsteller als bekanntestem Sohn (Peter Kurzeck) oder die Stadt mit der skurrilen Geschichte einer Ortsfeuerwehr, die einst ausgerückt sein soll, um den »brennenden« Mond zu löschen.

Der Wandel als Dauerthema

Wenn man sich mit Jonas Wissner, dem für Staufenberg zuständigen GAZ-Redakteur, über die zweitkleinste seiner vier Kommunen unterhält, hat man besser Zettel und Stift griffbereit, denn Themen gibt es rund um die vier Stadtteile offensichtlich mehr als genug. Egal, ob es der Wandel in der Infrastruktur mit der »Vitalen Mitte«, die Zusammenlegung der Grundschulen und damit die Aufgabe von Standorten in Stadtteilen oder die Schließung der »Schamott« in Mainzlar ist - der Wandel war und ist stets ein Thema.

Dabei geht es um Themen wie die Nachverdichtung im Inneren und die Ausbreitung nach außen zur Schaffung von weiteren Wohn- und Gewerbeflächen in der wachsenden Stadt vor den Toren Gießens und Lollars, aber auch um Verkehr und Dorfentwicklung, Kinderbetreuung und Klimaschutz. »Nach meiner Wahrnehmung sind in den vergangenen Jahren einige gute Entscheidungen getroffen worden«, sagt Wissner. Das liegt aus seiner Sicht auch am meist respektvollen Umgang der politischen Entscheidungsträger über Parteigrenzen hinweg und dem »sehr engagierten« Bürgermeister, wie er sagt. »Das ist im Parlament teilweise schon eine echte Wohlfühlatmosphäre.«

Ob ein genossenschaftlich organisierter Solarpark Buchenberg in Daubringen, entstehende Windkraftanlagen einer Bürgerenergiegesellschaft im Stadtwald, eine Begegnungsstätte des Deutschen Roten Kreuzes mit integriertem Kindergarten, ein interkommunales Gewerbegebiet im Ebsdorfergrund oder eine App mit Stationen des Lebens des inzwischen verstorbenen Schriftstellers Peter Kurzeck - in Staufenberg mangelte es in der jüngeren Vergangenheit nicht an »zukunftsweisenden Vorzeigeprojekten« (Wissner), die damit auch ein Stück weit den strukturellen Wandel nach dem Ende etlicher großer Zigarrenfabriken und anderer Industriestandorte ausgeglichen haben.

Aktive Vereine, viele Termine

Dazugesellt sich eine Mischung aus aktiven Dorfgemeinschaften, eine rege Jugendpflege samt einem bunten Vereinsleben, das vom ehemaligen Frauenhandball-Bundesligisten TV Mainzlar angeführt über die berühmten »Träser Muspretzer« oder die aktive Kirchengemeinde im Stadtteil Treis bis hin zum Daubringer Entenrennen reicht. Solche Veranstaltungen sind neben dem traditionellen Krämermarkt am Himmelfahrtswochenende in Staufenberg oder dem Papalala-Festival in Treis fester Bestandteil des Jahreskalenders der an der Bundesstraße 3 gelegenen Stadt. Kein Teil dieser Aufzählung ist das traditionelle Daubringer Apfelweinfest, das im Sommer Jahr für Jahr Tausende aus der Region anlockte - ehrlicherweise zuletzt aber auch immer wieder Probleme aufgrund von Alkoholexzessen brachte.

Wer es dagegen ruhiger mag und trotzdem gerne zu Fuß unterwegs ist, dem empfiehlt Wissner eine Wanderung zum »Künzel Max« am Ortsausgang von Daubringen Richtung Alten-Buseck - samt dem Verzehr eines Schnitzels - längst kein Geheimtipp mehr, aber dennoch einen Besuch wert. Ebenso wie der Totenberg bei Treis, der gewisse Wanderfähigkeiten erfordert, neben einer tollen Aussicht aber durch bereits in der Steinzeit bewohnte und in späteren Zeiten anderweitig genutzte Höhlen besticht.

_3aLOKFBN29-B_105000_1_1_4c
_3aLOKFBN29-B_105000_1_2_4c_1

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare