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Aus dem Bürgerhaus Rodheim wird die Auftaktveranstaltung zur Dorfentwicklung übertragen.

»Eine Riesen-Riesen-Chance«

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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In den nächsten Wochen und Monaten entwickeln die Biebertaler ein Konzept für die Entwicklung der Gemeinde in den kommenden 15 bis 20 Jahren. Zentral dabei: Möglichst viele Bürger einzubinden.

Wie wollen wir in 15 oder 20 Jahren in Biebertal leben? Das ist eine zentrale Frage für die rund 11 000 Menschen in den sieben Dörfern der Großgemeinde Biebertal. Antworten soll der nun eingeleitete Prozess der Dorfentwicklung geben. Am Donnerstag wählten sich rund 150 Bürger in die Video-Schalte ein, als die Auftaktveranstaltung aus dem Bürgerhaus Rodheim übertragen wurde. Und es wären wohl noch einige mehr gewesen, wenn es die Übertragungskapazitäten zugelassen hätten. Das stimmt Bürgermeisterin Patricia Ortmann optimistisch, die für die kommenden Jahre auf ein hohes Maß an Bürgerbeteiligung setzt. Sie spricht von einer »Riesen-Riesen-Chance« und appelliert an die Menschen: »Die Dorfentwicklung lebt vom Mitmachen!« Mit der Aufnahme ins Landesprogramm im vergangenen Jahr hat sich ein Beirat formiert, in dem Vertreter von Vereinen, Politik und weitere Interessierte zusammenarbeiten. Zudem hat das Rathaus das Büro »Arbeitsgruppe Stadt« aus Kassel eingebunden, um den Prozess zu begleiten. Leiter Dieter Hennicken umreißt die Zielvorstellungen: Unter anderem die Identität der Orte erhalten, die Ortskerne stärken und den Flächenverbrauch reduzieren.

In einem ersten Schritt wird jetzt im Laufe dieses Jahres mit den Bürgern ein Konzept und ein Leitbild entwickelt. Das umfasst die Gesamtgemeinde mit allen Dörfern; die Ortsteile werden sich darin positionieren

Dazu gehört auch ein Analysieren von Stärken und Schwächen. Aus diesen Befunden werden Schwerpunkte abgeleitet und es wird eine Reihenfolge der (öffentlichen) Vorhaben entwickelt. Das geschieht in den kommenden Monaten in vier Veranstaltungen, um jeden Schritt möglichst breit mit den Bürgern zu beraten.

Einwohner wandern ab

Was ein erster Blick der Kasseler Fachleute »von außen« auf die Gemeinde Biebertal bereits gezeigt hat: In Krumbach und Vetzberg gibt es einen Einwohner-Schwund: ein Abwandern älterer, aber teils auch jüngerer Menschen. Und: Der Altersdurchschnitt der Biebertaler liegt bei 47 Jahren. Kreisweit liegt er bei 42,7. Die Folgerung: Das Augenmerk ist darauf zu richten, was dies für das noch rege Vereinsleben und die aktiven Bürgerkommunen bedeutet, und welche Auswirkungen dies auf die Wohnsituationen hat. Gibt es perspektivisch mehr Ein-Personen-Haushalte? Oder mehr Leerstand?

Von 2022 an geht es an die Umsetzung der verabredeten Projekte. Dann fließen auch Fördermittel für private und für öffentliche Vorhaben. Ein großes Bauvorhaben, das bereits »gesetzt« ist: Die Mehrzweckhalle Krumbach mit angrenzender Feuerwehr. Da ist demnächst verbindlich die Frage zu beantworten: Sanierung oder Abriss? Auch in den anderen Dörfern werden bereits Ideen entwickelt-

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