Martin Hanika
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Martin Hanika

Für eine "neue Balance zwischen Stadt und Land"

  • Rüdiger Soßdorf
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Gießen/Gladenbach(so/bf). Tausende Arbeitnehmer pendeln aus dem Kreis Gießen in Nachbarkreise: 88 000 Auspendlern aus dem Kreis stehen 67 000 Einpendler gegenüber. Eine große Zielrichtung: Rhein-Main. Das kostet Zeit und Geld. Vor dem Hintergrund ist das Schaffen wohnortnaher Arbeitsplätze auch und gerade im ländlichen Raum Dauerthema - jüngst erst in der Regionalversammlung Mittelhessen. Der Regionalplan 2030, der derzeit in Arbeit ist, hat das Stärken des ländlichen Raumes zum Thema, verbunden mit Strukturplanung für Gewerbeentwicklung.

Für eine "neue Balance zwischen Stadt und Land beim Wohnen und Arbeiten" spricht sich Martin Hanika aus. Der Unternehmer und Kommunalpolitiker aus Langgöns gehört den CDU-Fraktionen im Kreistag und in der Regionalversammlung an. Und weiß um gute Beispiele: Etwa die Optima Pharma GmbH in Mornshausen. Der "Global Player", Produzent von Anlagen zur Herstellung von pharmazeutischen Produkten, das heißt auch von Impfstoffanlagen, sitzt bewusst im oberhessischen Hinterland bei Gladenbach, eingebettet in eine idyllische Wald- und Wiesenlandschaft. Hanika: "Es sind Spezialisten. Verfahrens-, Kälte- und Netzwerktechniker, die dort in Corona-Zeiten mit Hochdruck an Fertigungsanlagen arbeiten. Für Impfstoffe, die sich noch in der Erforschung befinden, aber dann, nach der Zulassung, mit hohem Druck und in großen Serien produziert werden müssen". Die Absatzmärkte sind weltweit, die Nachfrage während der Pandemie ist außerordentlich hoch.

Optima-Geschäftsführer Stephan Reuter begründet gegenüber der CDU-Fraktion in der Regionalversammlung die Entscheidung, im hessischen Hinterland zu produzieren, mit der guten Erreichbarkeit über die Nähe zur Autobahn und mit der Nachbarschaft zu den beiden Universitäten und der Hochschule in Marburg und Gießen. Er erläutert, man wolle "gerade lokale Leute hier anstellen", mit einer Verbundenheit zum Standort, um sie dauerhaft zu halten. Das bringt den Kommunen zudem Einkommens- und Gewerbesteuer.

Für Hanika zeigen "Optima" und der Gewerbepark dort beispielhaft die Notwendigkeit, verstärkt Arbeitsplätze wohnortnah zu schaffen. Im ureigenen Interesse der Gemeinden. Es sei auch für die Menschen eine große Hilfe, die dann nicht mehr stundenlang auf verstopften Autobahnen und in überfüllten Zügen der Bahn unterwegs sein müssten. Im Moment sei der Auspendleranteil aus Mittelhessen noch viel zu hoch. Vor allem aber sei es aus Klima- wie aus Umweltschutzgründen ein Gebot der Stunde.

"Wir müssen wieder die Ökologie viel stärker mit der Ökonomie verbinden, raus aus den Ballungsräumen, energiesparender und energieeffizienter werden. Wir müssen Kohlendioxid bei unnötigem Verkehr einsparen und Arbeiten dort ermöglichen, wo die Menschen wohnen", so der Christdemokrat. Wo ländliche Räume wiederbelebt werden, entstehe eine neue Balance zwischen Stadt und Land. FOTO: PM

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