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Eine 50-Stunden-Woche

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Familie und Beruf kombinieren - vor dieser Herausforderung stehen viele Frauen. Bei den Lindener Grünen war nun Katrin Schleenbecker zu Gast. Sie berichtete von der Doppelrolle als Landtagsabgeordnete und Mutter.

Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen fällt nicht immer leicht. Wenn man ein noch kleines Kind hat, ist es meist besonders schwer. Davon kann auch Katrin Schleen- becker berichten: Die Landtagsabgeordnete der Grünen aus Kinzenbach wurde schon kurz nach ihrem Einzug in den Hessischen Landtag im Januar dieses Jahres zum zweiten Mal Mutter. Beim Treffen der Lindener Grünen berichtete sie nun von der Kombination als Mutter und Landtagsabgeordnete.

Erste E-Mails um 5 Uhr morgens

Im Landtag ist Schleenbecker in die Arbeit des Kulturpolitischen Ausschusses, des Petitionsausschusses sowie des Unterausschusses für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung und des Unterausschuss Justizvollzug involviert. Das bedeutet auch, dass es viele Sitzungen und Termine gibt, bei denen sie anwesend sein muss.

Bereits um 5 Uhr morgens beginnt ihr Tag. Um diese Uhrzeit ist ihr kleiner Sohn wach, will gestillt werden. Der Arbeitstag hat bei Schleenbecker dadurch eine andere Taktung als bei den meisten anderen Abgeordneten. Denn wenn sie schon einmal wach ist, werden auch gleich die ersten E-Mails versandt.

Um 8 Uhr geht es dann mit dem Sohn per Zug nach Wiesbaden, zu Ausschusssitzungen und Beratungen. Hier muss eine Betreuung für den Säugling organisiert werden, wenn längere Beratungen anstehen. Bei anderen Treffen sieht das auch schon einmal etwas anders aus: "Zum Glück wollen die meisten ja etwas von mir, wenn sie sich mit mir treffen - sie müssen sich dann eben darauf einstellen, dass auch ein Kind dabei ist", meint Schleenbecker.

Um halb vier geht es meistens wieder zurück nach Gießen, auf dem Halt häufig noch ein Zwischenstopp für ein weiteres Gespräch. Nun ist Zeit für ein gemeinsames Abendessen mit ihrem Mann und der älteren Tochter. Oft warten danach noch die nächsten Termine - so wie an diesem Abend das Monatstreffen der Lindener Grünen.

"Rund 50 Arbeitsstunden habe ich pro Woche - wenn diese nicht besonders arbeitsreich ist", berichtete Schleenbecker. Da ist es meist schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Für Hobbys bleibt daneben so gut wie keine Zeit, wie Schleenbecker auf Nachfrage erklärte: "Aber dafür lerne ich derzeit ganz viele andere neue Dinge."

Gerade auf kommunaler Ebene würde die Abgeordnete gerne mehr Frauen sehen: "Ich wünsche mir mehr Frauen als Männer in den Parlamenten - aber natürlich freue ich mich über jede Frau und jeden Mann, die diese Position ehrenamtlich ausfüllen." Zudem hätten die Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen einen Vorteil: "Man sieht in den Kommunalparlamenten viel zeitnaher die Ergebnisse, die man bespricht und berät." Foto: con

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