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"Ein wunderbarer Ort der Trauer"

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh, mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu. (…) Und sind wir einmal müde, dann stell ein Licht uns aus, o Gott, in deiner Güte, dann finden wir nach Haus" - Zeilen aus jenem 1935 entstandenen Kirchenlied, das oft bei Beerdigungen gesungen wird. Aus gegebenem Anlass zitierte gestern Pfarrer i. R. Hartmut Miethe die Liedzeilen, galt es doch den "Memoriam-Garten" auf Harbachs Friedhof zu weihen.

Die würdevolle Zeremonie, beschlossen durch die Segnung durch den katholischen Priester Ciprian Tiba, verfolgten zahlreiche Harbacher. Bürgermeister Frank Ide und Ortsvorsteher Oliver Schäfer lobten unisono die Gestaltung des Gräberfeldes: "Ein wunderbarer Ort der Trauer." Auf 100 Quadratmetern ist hier Platz für fünf Erdgräber, der Rest ist Urnenbestattungen vorbehalten. Mit Harbach ward bereits im vierten Grünberger Stadtteil - neben der Kernstadt, Weickartshain und Queckborn - ein "Erinnerungs-Garten" geschaffen. Auch der entspricht dem Wandel der Bestattungskultur wie der Gesellschaft überhaupt: Mit der Auflösung tradierter Familienstrukturen wird die Grabpflege zusehends zum Problem. Anders als etwa beim "Ruheforst" aber werden hier nicht Trauer, wird nicht der Tod "vor die Tore der Stadt verbannt". Für die Pflege sorgt auf 30 Jahre ein Friedhofsgärtner, inklusive Stein liegen die Kosten zwischen 2700 und 8300 Euro. tb/FOTO: TB

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