Ein- und Zweifamilienhäuser im Fokus

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Gießen (pm). Die neue Kreiskoalition aus CDU, Bündnis90/Die Grünen und Freien Wählern bringt das Klimageld auf den Weg. Mit einem Antrag wird die Kreisverwaltung beauftragt, eine Förderrichtlinie für den Haushalt 2022 zu erarbeiten. Das Klimageld soll Eigenheimbesitzer dabei unterstützen, den CO2-Ausstoß zu senken, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

»Klimafreundlich, technologieoffen und unbürokratisch soll es werden«, sagte Kerstin Gromes, Fraktionsvorsitzende und Landratskandidatin der Grünen.

Gromes erklärte, dass das 1,5-Grad-Ziel im Landkreis nur dann erreicht werden könne, wenn die zahlreichen Ein- und Zweifamilienhäuser in den Kommunen in den Fokus genommen würden. Diese Gebäudetypen machen den Großteil aller Wohngebäude im Gießener Land aus. Das Klimageld soll dabei einen Anreiz für die energetische Sanierung setzen.

»Wir müssen deutlich mehr machen als bisher, denn wir treten auf der Stelle«, sagte Landratskandidatin Gromes. »Zu viel Theorie, zu wenig Praxis. Schöne Worte senken den CO2-Ausstoß nicht, deshalb werden wir jetzt konkret.«

Das Ziel der Koalition sei es zudem, das Klimageld auch mit einer Klimaberatung zu flankieren. »Dabei soll die Energieberatung und die Unterstützung der heimischen Handwerker und des Mittelstandes einen Schwerpunkt einnehmen«, erklärte Kurt Hillgärtner von den Freien Wählern. »Die Koalition strebe ein unbürokratisches und bürgernahes Angebot an.«

Mit dem Klimageld, das von den Grünen in die Koalitionsverhandlungen eingebracht und so in den Vertrag aufgenommen wurde, soll ein neuer Ansatz verfolgt werden. Um eine Fehlförderung zu vermeiden, soll sich die Höhe des Klimageldes am Minderungspotential des CO2-Ausstoßes eines Bestandsgebäudes orientieren. Im Gegensatz zu den gängigen Förderungen wird deshalb vorrangig die CO2-Einsparung als Maßstab gesetzt und nicht die Investitionssumme.

Dazu komme die staatliche Förderung, die »aber leider häufig immer noch vergleichsweise bürokratisch« sei, heißt es in der Pressemitteilung der Koalitionsfraktionen. Das Klimageld soll hingegen unkompliziert ausgezahlt werden.

»Wir verbinden hier zwei wichtige Dinge miteinander: Klimaschutz und die Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürgern zu helfen, die vielleicht gerade überlegen, ein Haus zu kaufen oder zu renovieren, welches energetisch saniert werden muss«, sagte .Tobias Breidenbach, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Dies sei Klimaschutz und Förderung von Wohnraum und Eigentum, der bei den Menschen ankomme. »Damit wollen wir auch zu einer weiteren Stärkung der Ortskerne beitragen, denn gerade dort gibt es viel Potenzial«, so Breidenbach.

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