_1KREISGIESSEN35-B_09110_4c_1
+
Der Bieberbach fließt mitten durch Heuchelheim; im Hintergrund das alte »Rahthaus«.

Ein Masterplan für Heuchelheim

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Wohin soll sich die flächenmäßig kleinste Gemeinde im Kreis Gießen entwickeln? Wie wollen die Heuchelheimer und Kinzenbacher in etwa einer Generation wohnen? Wo und wie werden sie arbeiten? Wie können sie ihre Freizeit verbringen? An der Zukunft der Kommune arbeiten die Menschen schon jetzt. Sie machen mit beim Projekt »Masterplan 2040«.

Jetzt sind nicht nur die soeben neu gewählten Kommunalpolitiker in den Gremien gefragt, sondern alle Bürger: Wohin sollen sich die Dörfer Heuchelheim und Kinzenbach entwickeln? Wie soll das Leben und Arbeiten in der Gemeinde in einer Generation, also in etwa 20 oder 25 Jahren aussehen? Was ist den Menschen wichtig? Wo werden Probleme gesehen? Und wo Potenziale?

Das Interesse der Menschen ist groß: Rund 100 Bürger nahmen dieser Tage an der Online-Auftaktveranstaltung zum Masterplan Heuchelheim 2040 teil. Moderiert wurde der Startschuss zum Erarbeiten des Plans von Stefanie Heng-Ruschek (shr moderation).

Vorangegangen war eine Grundlagenanalyse durch das Planungsbüro von Elisabeth Schade aus Gießen. Sie kennt die Kommune seit der Dorf- erneuerung in Kinzenbach in den späten 1990er Jahren. Dazu gehört eine Analyse der Stärken und Schwächen der Kommune.

Eckpunkte der Gemeinde, die zugleich auch einige der Besonderheiten darstellen: Heuchelheim hat eine sehr kleine Gemarkung. Insofern ist die Siedlungsfrage anders zu beantworten als mit dem »einfachen« Ausweisen neuer Flächen. Das ist von zentraler Bedeutung, denn nahe dem Oberzentrum Gießen ist Heuchelheim eine überaus begehrte Wohngemeinde: Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen hoch. Nach bezahlbarem allzumal.

Hinzu kommt ein für eine Kommune dieser Größenordnung vergleichsweise hoher Anteil an Gewerbe und Industrie. Das wiederum bedingt einen außergewöhnlich hohen Einpendler-Anteil.

Das Bevölkerungswachstum hingegen ist moderat; die demografische Entwicklung weist keine besonderen Auffälligkeiten auf, liegt eher im Trend. Wobei sich hier, wie in anderen Kommunen im Kreis Gießen auch, ein leichtes Altern der Gesellschaft zeigt: Lag das Durchschnittsalter der Heuchelheimer und Kinzenbacher vor 20 Jahren noch bei rund 42, so klettert es bis 2035 auf knapp 47 Jahre.

Bürgerwerkstätten im Digitalformat

Die angerissenen Themenfelder, die einer vertiefenden Beratung bedürfen, sind Siedlungsflächen, Gewerbe, Energie, Mobilität, Freizeit und Soziales. Dazu wird es im Juni sogenannte Bürgerwerkstätten geben. Das Format wird womöglich pandemiebedingt da noch digital sein. Geplant ist, dann an vier Abenden Veranstaltungen zu vier Handlungsfeldern anzubieten:

Wohnen, Leben und Freizeit sowie Siedlung und Identität, zudem Gewerbe und Arbeit, Umwelt Klima und Energie, nicht zuletzt, Mobilität und Vernetzung waren Themen, welche die Bürger bereits bei der Auftaktveranstaltung andiskutierten.

Am Ende des jetzt eingeleiteten Prozesses soll in ein paar Monaten ein Leitbild stehen, das Handlungsfelder und mögliche Projekte für die kommenden rund zwei Jahrzehnte aufzeigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare