+
Bei diesen Temperaturen heißt es vor allem: Trinken, trinken, trinken. (Symbolfoto: budabar/Panthermedia)

"Ein besonderes Risiko"

  • schließen

Gießen (pm). Noch ist der Hitzesommer 2018 jedem in Erinnerung, da stehen auch schon wieder die ersten heißen Tage mit Temperaturen von fast 40 Grad bevor. "Länger anhaltende Hitzeperioden stellen ein besonderes Risiko dar", erläutert der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich und weist auf die Belastungen für den Organismus - gerade bei älteren Menschen - hin. Anlass genug für die Hessische Betreuungs- und Pflegeaufsicht, auf die Versorgungssituation von pflegebedürftigen Menschen in den hessischen Pflegeeinrichtungen genauer zu schauen.

"An solchen Tagen sind alle Pflegeeinrichtungen, aber auch die Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, aufgefordert, in besonderem Maße auf die Wohnsituation der ihnen anvertrauten Menschen zu achten und entsprechende Vorkehrungen zum Schutz der Betroffenen zu treffen", sagt Regierungspräsident Ullrich. Seine Behörde ist gemeinsam mit den nachgeordneten hessischen Ämtern für Versorgung und Soziales für die Aufsicht aller hessischen Pflegeheime und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung zuständig.

An erster Stelle steht dabei natürlich: Trinken, trinken, trinken. Die Prüfer werden auch in diesem Jahr durch verstärkte Kontrollen schauen, ob beispielsweise Getränke ausreichend zur Verfügung stehen, ob Maßnahmen veranlasst wurden, die Raumtemperatur zu senken und ob Medikamente bei Hitze ordnungsgemäß gelagert werden. Außerdem wird überprüft, ob die Einrichtung an das elektronische Warnsystem des Deutschen Wetterdienstes angeschlossen ist. Das ist für künftige Hitzewellen hilfreich, um sich entsprechend darauf vorbereiten zu können.

Bundesweites Warnsystem

Das Regierungspräsidium Gießen hat in den Jahren 2004 bis 2008 das zwischenzeitlich bundesweit eingeführte Warnsystem des Deutschen Wetterdienstes mitentwickelt. Jede stationäre Einrichtung, die den entsprechenden Newsletter des DWD kostenfrei abonniert hat, erhält diese Hitzewarnungen und kann so die notwendigen Vorkehrungen frühzeitig treffen. Auch werden bei Hitzewellen seit einigen Jahren die Einrichtungen in besonderem Maße überprüft, aber auch intensiv beraten.

Das Regierungspräsidium Gießen hat zur Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den jeweiligen Einrichtungen eine Informationsbroschüre auf seiner Internetseite bereitgestellt. In der 16-seitigen Broschüre werden medizinische und pflegerische Zusammenhänge erläutert, aber auch Hilfestellungen und Tipps für Leitungs- und Betreuungskräfte in den Einrichtungen gegeben.

"Inzwischen sind die Verantwortlichen vor Ort sehr sensibilisiert für dieses Thema und das Personal ist in der Regel sehr engagiert", lobt Benedikt Böcher, zuständiger Dezernatsleiter der Betreuungs- und Pflegeaufsicht im Regierungspräsidium Gießen, die Entwicklung der vergangenen Jahre.

Böcher bittet aber auch alle Menschen, die in diesen Tagen ihre Angehörigen in den Einrichtungen besuchen, besonders auf das Trinken und die Raumtemperatur zu achten. "Häufig sind gerade sie es, die wissen, was der Vater oder die Mutter gerne trinkt oder ob man ihnen mit Salzgebäck eine Freude machen kann. Denn es sind meist Kleinigkeiten, die eine große Wirkung erzielen", berichtet der Fachmann aus dem Gießener Regierungspräsidium.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind auf der Homepage des Regierungspräsidiums Gießen unter www.rp-giessen.de zu finden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare