Die Ober-Bessinger Friedenseiche ist gerettet. FOTO: PAD
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Die Ober-Bessinger Friedenseiche ist gerettet. FOTO: PAD

Der Eichbaum ist gerettet

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Der Ober-Bessinger Eichbaum kann stehen bleiben. Ein Baumgutachter hat festgestellt, dass der Stamm trotz Pilzbefalls ausreichend stabil ist. Im Dorf ist die Freude groß.

Den ganzen Sommer über hatten die Ober-Bessinger um ihren Eichbaum bangen müssen. Im Wurzelbereich des Baumes hatte sich ein Pilz breit gemacht, Teile des Holzes zersetzt. Lange Zeit war unklar, wie groß der Schaden ist und ob der Baum deshalb gefällt werden muss.

Ende August fand vor Ort ein Zugversuch statt: Ein Baumgutachter zog mittels Greifzug und Drahtseilen mit einer für die Messung vorgegebenen Kraft an der Baumkrone. Messinstrumente zeichneten dabei auf, wie stark sich der Wurzelteller während des Versuchs neigte, wie viel sich die Holzfasern dehnten und ob sie noch bruchsicher sind. Die Messwerte wurden im Anschluss intensiv ausgewertet.

Nun traf die gute Nachricht ein: Die Eiche kann stehen bleiben. "Derzeit ist die Standsicherheit gegeben", heißt es in dem Baumgutachten. Zwar sei das Wurzelsystem geschädigt. Jedoch sei die Friedenseiche in den vergangenen Jahren stark zurückgeschnitten worden. Dadurch sei das Gewicht der Baumkrone reduziert worden, müsse der Stamm eine wesentlich geringere Last tragen.

Zudem sei der Baum ortsbildprägend und bedeutsam für das Mikroklima vor Ort, schreibt der Gutachter. "Durch sein hohes Alter und seinen zentralen Standort innerhalb des Dorfes kommt ihm auch eine emotionale Bedeutung zu." Der Experte kommt zu dem Schluss: "Die Erhaltungswürdigkeit wird daher als sehr hoch eingestuft."

Gleichzeitig rät er dringend dazu, Totholz aus der Krone zu entfernen und den Baum in den kommenden Jahren engmaschig zu überwachen.

Bei der Eichbaumgruppe ließ man nach Erhalt der guten Nachricht für die 107-jährige Friedenseiche die Sektkorken knallen. "Wir haben ihn noch ein bisschen", freute sich Sprecherin Karin Römer. Gerade im Sommer von Covid-19 hätten sich immer wieder Menschen auf der Bank unter dem Baum für eine Ruhepause niedergelassen. Nun sei das noch ein paar weitere Jahre möglich.

Krippenweg kann kommen

Gleichzeitig betreibt die Eichbaumgruppe Vorsorge: Sie will nun eine neue Eiche heranziehen. Sollte die Friedenseiche irgendwann doch gefällt werden müssen, kann diese den Platz des Baumriesens einnehmen.

Damit ist klar, dass auch in diesem Jahr der Eichbaum wieder der Startpunkt des Ober-Bessinger Krippenswegs markieren wird. Bei der Eichbaumgruppe laufen dafür bereits die Vorbereitungen auf Hochtouren. Auch 2020 will sie mit den im Unterholz versteckten Krippen den Besuchern, insbesondere Familien mit Kindern, eine Freude machen und Spenden für den guten Zweck sammeln.

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