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Frank Werner nimmt den Verdienstorden am Bande der Bundesrepublik Deutschland entgegen.

Ehrung für ein Lebenswerk

  • Patrick Dehnhardt
    VonPatrick Dehnhardt
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Frank Werner kennt man in Großen-Linden als ehemaligen Inhaber der »Stempelspirale«. Mittlerweile leitet sein Sohn den Handwerksbetrieb. Für viele verborgen blieb hingegen sein ehrenamtliches Wirken auf Bundesebene: Über 17 Jahre war Frank Werner Obermeister der Bundesinnung des Flexografen-Handwerks. Nun wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Der Begriff Flexograf ist nicht jedem geläufig. Er umfasst die Arbeit eines Stempelmachers, geht aber über diese weit hinaus, da er auch Schilder und Werbetechnik anfertigt. Frank Werner hat nicht nur diesen Beruf von der Pike auf gelernt. Er war 17 Jahre ehrenamtlicher Obermeister der Bundesinnung für das Flexografen-Handwerk (BIF), war zudem Vertreter im Zentralverband des Deutschen Handwerks und im Bundesverband Druck- und Medien und saß im Meisterprüfungsausschuss. Dafür wurde ihm nun von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Im Rahmen einer kleinen Feier im Alten Flughafen Gießen wurden Orden und Urkunde an einen sichtlich gerührten Frank Werner durch Landrätin Anita Schneider ausgehändigt. »Man könnte sagen, dass Sie heute nicht im Besonderen für die eine oder andere ehrenamtliche Leistung ausgezeichnet werden, sondern für Ihr Lebenswerk«, sagte Schneider in Richtung des Geehrten. »Von Herzblut und Überzeugung getragen war und ist Ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement für den Fortbestand, die Erweiterung und die Modernisierung des Handwerks des Flexografen.« Dieses habe er zukunftsfähig weiterentwickelt.

Frank Werner erlernte das Handwerk im Familienbetrieb seines Großvaters Joseph Kreuter in Gießen. Seit 1996 betreiben Frank und Brigitte Werner in Großen-Linden die »Stempelspirale«.

Dass Auszubildende dreimal »Lehrling des Monats«, dreimal Landessieger und einmal Bundessieger sowie zweimal Vize-Bundessieger wurden, machte Werner besonders stolz. Denn die Nachwuchsarbeit war für ihn stets eine Herzensangelegenheit.

Neues Berufsbild modelliert

Unter anderem half Frank Werner dabei, dass 2011 in Kraft getretene neue Berufsbild »Mediengestalter/in Flexografie« zu modellieren, das sich an zeitgemäßen Ausbildungsinhalten orientierte. Zudem initiierte er die Gründung eines Juniorenkreises des BIF, ebenso einen Seniorenkreis.

Anfang der 1990er hatte er für drei Jahre das Amt des stellvertretenden Obermeisters der BIF inne, bevor er 17 Jahre lang bis 2013 an der Spitze stand. Es gab in dieser Zeit auch schwere Entscheidungen zu treffen. Als die Zahl der Innungsbetriebe kontinuierlich sank, stellte Frank Werner die Weichen für eine Fusion mit der Bundesinnung für das Siebdruckerhandwerk zur Bundesinnung Print- und Digitalmedienhandwerk (BPDH).

Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien Berlin, berichtete von den Ehrenämtern, die Frank Werner innehatte: »Schöffe am Sozialgericht, Vertreterversammlung AOK Gießen - und insbesondere die Verbandsämter auf Bundesebene.« Lindens Bürgermeister Jörg König dankte zudem für das Engagement des Geehrten in der örtlichen Vereinswelt.

Hellmuth Frey aus Hamburg, Obermeister der BPDH, hob in seinem Grußwort eine andere Seite des Ehrenamtes hervor: »Oft entstehen Freundschaften, die das Leben reicher und interessanter machen.«

Uwe Hermann aus Pforzheim, Nachfolger als Obermeister der BIF, erinnerte daran: »Jeder Obermeister ist nix ohne seine ihn unterstützende Frau.« Dem stimmte der Geehrte in seinen Dankesworten zu: »Ohne meine Frau Brigitte wäre ich nie in der Lage gewesen, auch nur annähernd so tätig sein zu können.«

2014 übernahm Sohn Johannes die »Stempelspirale«. Die Anfertigung von Verkehrs- und Radwegbeschilderung wurde in eine eigene Firma ausgegliedert, die Sohn Robert führt.

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