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Eingespieltes Team: Felicitas Westerburg und ihre Hündin Yaima.

Echte Teamarbeit

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Flyball heißt die rasante Staffelsportart, bei der Menschen und Hunde gemeinsam Spaß haben können. Nun treffen sich über 1000 Teilnehmer aus zwölf Ländern in Obbornhofen zu den Europameisterschaften. Felicitas Westerburg ist eine von ihnen.

Yaima ist fit. Sie liebt Bälle. Sie springt gerne. Und sie fährt regelmäßig auf Turniere. Den vorläufige Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere wird sie am nächsten Wochenende erleben. Die sechs Jahre alte Border-Collie-Hündin wird in Obbornhofen an den European Flyball Championships teilnehmen. 143 Teams aus elf europäischen Ländern und Russland werden dazu auf dem Sportgelände hoch über dem Hungener Stadtteil erwartet. Eine Herausforderung ist der Wettkampf aber vor allem für Yaimas Frauchen. Felicitas Westerburg ist nicht nur eine von sechs Hundeführern im Team der "Dogzillaz". Sie sitzt auch im geschäftsführenden Vorstand von HundesportLich. Der Verein richtet die Flyball-Europameisterschaften aus.

Die angehende Tiermedizinerin hat HundesportLich vor zehn Jahren mitbegründet. Flyball hat sie aber schon früher für sich entdeckt, bei einem Workshop in der damaligen Hundeschule von Astrid Paparone in Gießen. Damals haben die "Dogzillaz" zusammengefunden. "Mit der Gründung des Vereins sind wir dann nach Lich umgezogen", erzählt die 28-Jährige, die schon als Jugendliche unbedingt Hundesport machen wollte.

Glücklicherweise teilt Yaima diese Leidenschaft. "Ich suche mir den Hund aber nicht nach dem Sport aus", versichert Westerburg, die zu Hause in Großen-Linden noch zwei weitere Vierbeiner hat: Khan, einen ganz untypisch gelassenen Malinois, und die kleine Runa, eine Mischlingshündin von der Straße. Auch diese beiden trainieren Flyball, aber längst nicht mit Yaimas Enthusiasmus. "Sie liebt das wirklich", sagt ihr Frauchen. "Sie könnte 24 Stunden am Tag Bällchen holen".

Yaima ist familiär vorbelastet. Ihr Vater macht auch Flyball. Felicitas Westerburg wollte sich die Welpen vor gut sechs Jahren "nur mal anschauen". Dabei blieb es dann nicht... Von klein auf ist die schlaue Border-Collie-Hündin mit auf den Hundeplatz gegangen. "Ich habe sich auch zu Turnieren mitgenommen, damit sie sie an den Trubel gewöhnt", erzählt Westerburg. Aber über Hürden und mit allen vieren gegen die Flyball-Box springen - das durfte die Hündin erst trainieren, als sie ausgewachsen war.

HundesportLich e.V. hat seine Wurzeln zwar im Flyball, bietet aber auch andere Disziplinen an, etwa Agility. Doch Felicitas Westerburg mag Flyball am liebsten. "Weil es ein Mannschaftssport ist. Sich gemeinsam zu engagieren macht einfach mehr Spaß", findet sie.

Bei Flyball stehen Tempo, Spieltrieb und Apportierfreude im Vordergrund. Eine Mannschaft besteht aus sechs Hunden mitsamt ihren Hundeführern. Jeweils vier davon treten bei einem Rennen an. Sie müssen nacheinander einen Parcours mit vier Hürden überwinden, dann mit allen vier Pfoten die Flyballbox betätigen, den herausspringenden Ball fangen und ihn zurück über die Ziellinie bringen. Erst dann darf der nächst e Hund starten. Jaima schafft diese Prozedur in 4,3 Sekunden. Und weil sie diese Leistung konstant erbringt und Fehlstarts gut wegsteckt, ist sie die Startläuferin der "Dogzillaz".

Beim Flyball ist es wie beim Staffellauf in der Leichtathletik: Die Wechsel sind besonders heikel. "Wenn ich den Hund zu spät loslasse, kostet das Zeit. Bin ich zu früh, gibt es einen Fehler", erläutert Westerburg. Aber auch die Hunde können patzen: Hürden auslassen, zum Beispiel, oder den Ball verlieren. Dass sowohl Mensch als auch Hund ihren Anteil am Gelingen haben, macht für die Lindenerin den Reiz ihres Sports aus.

Einen gewissen Ehrgeiz haben die "Dogzillaz". "Wir wollen schon, dass die Hunde ihre Sache gut machen. Aber die Zeit spielt bei uns nicht so eine herausragende Rolle", erzählt Westerburg, deren Mannschaft meistens in der dritten Division startet. Die schnellsten treten in der ersten Division an. Zum Beispiel die "16 Paws of Power", die mit einer Rekordzeit von aktuell 16,88 Sekunden das schnellste Team von HundesportLich sind.

Bei den European Flyball Championships werden alle drei Teams von HundesportLich an den Start gehen, die "16 Paws", die "Dogzillaz" und "Paws Attack". Das ist für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. Für die Menschen, weil sie sich als Organisatoren um viele Dinge kümmern müssen und zwischen den Läufen nicht richtig relaxen können. Und für die Hunde, weil sie merken, dass ihre Führer nicht so entspannt sind wie sonst.

Für Vorstandsfrau Westerburg sind die bevorstehenden Tage besonders stressig. Noch bis September stehen an der Uni laufend Prüfungen an. Gut, dass bei den "Dogzillaz" gleich mehrere ihrer Kommilitonen trainieren. "Da kann man sich zwischendurch auch mal abfragen."

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