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20 statt 5 Geflüchtete pro Woche – Kreis beobachtet Zahlen „sehr genau“

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Von: Jonas Wissner

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Ein Mensch geht durch den Gang eines Flüchtlingsheims. 1145 Geflüchtete sind derzeit im Kreis Gießen untergebracht, gut ein Drittel lebt in Gemeinschaftsunterkünften.
Ein Mensch geht durch den Gang eines Flüchtlingsheims. 1145 Geflüchtete sind derzeit im Kreis Gießen untergebracht, gut ein Drittel lebt in Gemeinschaftsunterkünften. © Uwe Zucchi/dpa

In den vergangenen Wochen kommen immer mehr Menschen, die Asyl suchen, im Landkreis Gießen an. Braucht es mehr Unterkünfte?

Gießen – In Deutschland ist die Zahl der ankommenden Flüchtlinge, etwa aus dem wieder von den Taliban beherrschten Afghanistan, in den vergangenen Wochen angestiegen. Auch im Kreis Gießen werden mehr Zuweisungen verbucht, wie der Kreis kürzlich auf Anfrage bestätigt hat. »Die Zuweisungen durch das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt sind in den letzten Wochen von fünf auf mittlerweile durchschnittlich 20 Personen pro Woche gestiegen«, so die Auskunft der Pressestelle. Zum Vergleich: Insgesamt hatte der Landkreis Gießen Ende 2020 über 271 000 Einwohner.

Laut der Antwort waren, Stand November, 1145 Flüchtlinge mit aktuellem Leistungsbezug nach dem Asylbewerberleistungsgesetz im Kreis untergebracht. 802 von ihnen leben in einer eigenen Wohnung, 343 in Gemeinschaftsunterkünften.

Landkreis Gießen sieht Kapazitäten für weitere Geflüchtete

Weitere 181 Menschen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen, wohnen laut Kreis ebenfalls in Gemeinschaftsunterkünften im Kreisgebiet. Aktuell stammen die neu Ankommenden vor allem aus Afghanistan, Irak, Iran sowie Syrien. Weiter äußert sich der Kreis: »Derzeit gibt es insgesamt 25 Gemeinschaftsunterkünfte, verteilt auf den gesamten Landkreis mit Ausnahme des Stadtgebietes Gießen (hier mehr zur Lage dort). Von 86 Gemeinschaftsunterkünften im Jahre 2015 erfolgte eine Reduzierung auf die nunmehr 25.« Der Kreis habe immer wieder kurzfristig den Bedarf an Plätzen in Gemeinschaftsunterkünften »der Zuweisungssituation angepasst«.

In Hessen werden Kapazitäten für die Unterbringung von Flüchtlingen nun wieder ausgebaut. Im November hatte das RP Gießen beispielsweise Pläne erläutert, ab Februar bis zu 1000 Menschen in der Friedberger Kaserne unterbringen zu wollen.

Inwieweit stellt sich auch der Kreis Gießen darauf ein, nun das Angebot an Gemeinschaftsunterkünften auszuweiten? »Der Landkreis Gießen verfügt zurzeit über freie Plätze in Gemeinschaftsunterkünften, deren Anzahl es rechtfertigt, der Lageentwicklung mit zeitlichem Verzug zu folgen«, so die Auskunft des Fachdienstes Flüchtlingswesen aus dem Dezernat des Hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Hans-Peter Stock.

Gestiegene Zahl Geflüchteter: Entwicklung im Landkreis Gießen wird beobachtet

Man beobachte die Entwicklung der Zuweisungszahlen »sehr genau« und gleiche sie mit den Kapazitäten an freien Plätzen ab. Sobald »konkretere Informationen zur Entwicklung der Zuweisungszahlen« dem Kreis zugehen, würden »auf dieser Datenbasis Entscheidungen über eine eventuelle Ausweitung der Kapazitäten zu treffen sein«. Zu der Frage, inwieweit zurzeit Gespräche mit anderen zuständigen Stellen und den Kommunen über die Verteilung von neu Ankommenden geführt werden, äußert sich der Fachdienst eher vage: Die Lage werde mit den Ministerien, der zuweisenden Regierungspräsidentin in Darmstadt und dem Hessischen Landkreistag »fortwährend bewertet«.

Weiter heißt es aus der Verwaltung: »Sobald eine dauerhaft progressive Entwicklung der Unterbringungssituation sichtbar wird, werden geeignete Maßnahmen im Landkreis zu ergreifen sein und die notwendigen Abstimmungsgespräche mit den Kommunen im Landkreis geführt.« (jwr)

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