Durchfallerreger lieben den Sommer

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Während das Norovirus in der kalten Jahreszeit seine Hochsaison hat und Durchfallerkrankungen verursacht, lieben Campylobacter-Bakterien die warmen Temperaturen des Sommers.

Im Kreis Gießen sind im vergangenen Jahr 200 Menschen an einer durch Campylobacter-Bakterien verursachten Magen-Darm-Infektion erkrankt. 2018 waren es 228, in diesem Jahr wurden bis Mitte Juni 47 Fälle registriert. Das berichtet die Krankenkasse IKK classic anhand von Daten des Robert Koch-Instituts.

Campylobacter sind in Deutschland die häufigsten bakteriellen Erreger von Durchfallerkrankungen, die Übertragung erfolgt meist durch rohes Geflügelfleisch. In den warmen Monaten sind die Erreger vermehrt in der Tierhaltung zu finden und werden vor allem während der Grillsaison bei unzureichender Küchenhygiene auf den Menschen übertragen.

"Wird bei der Zubereitung des rohen Fleisches nicht auf Hygiene geachtet oder das Fleisch nicht ausreichend erhitzt, kann die Folge eine Durchfallerkrankung mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sein. Meist klingen die Beschwerden nach spätestens einer Woche wieder ab, selten muss die Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden", erklärt Sven Keiner von der IKK classic in Hessen.

Um sich vor Infektionen mit Durchfallerregern zu schützen, sollten Speisen mit rohen Eiern, Milch, Eis oder Fleisch stets im Kühlschrank aufbewahrt und erst kurz vor dem Verzehr zubereitet werden. Rohes Geflügelfleisch sollte nicht gewaschen, sondern vorsichtig abgetupft werden. So vermeidet man die Verbreitung der Erreger über Spritzwasser in der Küche. Außerdem wichtig: Auftauwasser von Geflügel und anderen Fleischsorten unbedingt direkt entsorgen und getrennte Küchenutensilien für rohe und gegarte Lebensmittel verwenden. Campylobacter-Bakterien und andere Erreger werden nach einer Garzeit von mindestens zehn Minuten bei Temperaturen über 70 Grad Celsius abgetötet.

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