Düstere Aussichten für Hallenbad

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Hüttenberg (con). Die Finanzsituation der Gemeinde Hüttenberg ist angespannt, seit dem es einen wahren Einbruch bei der Höhe der Einkommenssteuer gab. Dies könnte auch Folgen für den Erhalt des Hallenbades haben - denn dieses fällt unter die freiwilligen Leistungen, die bei klammen Kassen zuerst auf dem Prüfstand stehen.

Am Dienstag berichtete Bürgermeister Christof Heller im Rahmen der Sitzung der Gemeindevertretung über den aktuellen Stand des Haushalts: Das Haushaltsjahr 2018 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 596 689,22 Euro ab - im aktuellen Jahr beträgt das Defizit im ordentlichen Ergebnis des Haushalts bereits 170 549,22 Euro.

Erlöse im Wald brechen ein

Geprägt wurde die Ertragsseite maßgeblich durch ein Minus bei der Einkommensteuer von rund 400 000 Euro. Diese konnten jedoch durch Mehrerträge bei der Umsatzsteuer, Grund- und Gewerbesteuer rund 114 000 Euro, Erträge aus der Auflösung von Sonderposten, insbesondere durch die Gebührenausgleichsrücklage Abwasser in Höhe von rund 178 000 Euro und sonstige Erträge in Höhe von 96 000 Euro (unter anderem Versicherungserstattungen für Wasserschäden im Rathaus) zu großen Teilen aufgefangen werden.

Auch der Zustand der heimischen Wälder hat einen Einfluss auf die Finanzsituation, wenn auch einen kleinen: "Der Zustand der Wälder ist katastrophal", berichtet der Bürgermeister. "Mittlerweile haben auch Fichten und Buchen erhebliche Trockenheitsschäden". Während man in den vergangenen Jahren immer wieder gute Ergebnisse im Waldwirtschaftsplan verzeichnen konnte, sieht das jetzt anders aus: "Wir können uns glücklich schätzen, wenn wir das Holz auf null aus dem Wald herausholen können". Derzeit beträgt das Defizit im Waldwirtschaftsplan rund 80 000 Euro gegenüber dem geplanten Ergebnis. "Es ist einfach zum Heulen, was im Wald abläuft - es bleibt nur auf Regen, Regen, Regen zu hoffen", sagte Heller.

Die Finanzsituation wirkt sich auf einige freiwillige Leistungen der Gemeinde aus: Diese müssen erst einmal zurückstehen. Dazu gehört auch die Maßnahmen, die für den Erhalt des Hallenbads getroffen werden müssen. "Eine Entscheidung was mit dem Schwimmbad passiert, müssen wir noch in diesem Jahr treffen", sagte Bürgermeister Christof Heller im Gespräch mit dieser Zeitung. "So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben." Doch die Finanzen der Gemeinde sorgen für große Schwierigkeiten: "Das Schwimmbad gehört zu den freiwilligen Leistungen der Gemeinde - zuerst müssen wir unsere Pflichtaufgaben wie die Feuerwehren und Kindergärten erfüllen, dann können wir schauen, welche freiwilligen Leistungen wir finanzieren". Heller hofft drauf, dass noch im Oktober eine Entscheidung über das Hallenbad getroffen werden kann. Aber eines ist auch klar, wie der Bürgermeister erklärte: "Investitionen werden sich nur durch eine Erhöhung der Grundsteuer bewältigen lassen".

Daneben beschlossen die Gemeindevertreter einstimmig Mehrausgaben für den Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Hochelheim: Wie sich mittlerweile gezeigt hat, wird dieser rund 100 000 Euro teurer werden. Die Finanzmittel dazu werden aus dem Bereich Straßenbau übertragen und waren dort für eine Maßnahme eingeplant, die sich dieses Jahr ohnehin nicht verwirklichen lassen wird.

"Erst in der vergangenen Woche hat sich gezeigt, wie wichtig die gute Ausstattung der Hüttenberger Feuerwehr ist", erklärte Heller. "Denn unsere Wehr hat mit 26 Atemschutzgeräteträgern die Löscharbeiten bei dem Wohnhausbrand in Lützellinden unterstützt". Insgesamt waren dort 69 Atemschutzgeräteträger im Einsatz.

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