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Braucht mehr Platz: Die Hofburgschule in Alten-Buseck. ARCHIVFOTO:CON

Der Druck in Alten-Buseck wächst

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An der Hofburgschule in Alten-Buseck ist Druck unterm Dach. Denn die Raumnot wird absehbar weiter wachsen. Abhilfe ist noch nicht greifbar. Denn in Buseck und im Kreis gibt es unterschiedliche Vorstellungen zur Lösung des Problems. In den kommenden Tagen geht’s in die nächste Runde.

Buseck ist eine attraktive Gemeinde. Buseck liegt im Speckgürtel von Gießen. Buseck wächst. Das ist erfreulich. Aber nur so lange, wie die lokale Infrastruktur mithält. Just an diesem Punkt klemmt es. In Alten-Buseck leidet die Grundschule ebenso unter Raumnot wie der Kindergarten. Zuzug und steigende Geburtenzahlen sorgen für Engpässe. Und zwar heute schon wie absehbar in der Zukunft. An der Hofburgschule wird die Zahl der Klassen bis zum Schuljahr 2023/24 von aktuell acht auf dann neun steigen.

Schon jetzt werden die sieben Klassenräume durch einen Container auf dem Schulhof ergänzt. Doch das reicht nicht, denn neben den zusätzlichen Klassenräumen, die benötigt werden, ist die Situation bei den Fachräumen (Musik, Bibliothek) nicht gut. Darüber hinaus ist die Betreuungssituation an der Schule beengt und nicht zuletzt fehlt ein Büro für den Konrektor. Von Differenzierungsräumen ganz zu schweigen.

Beim Kreis als Schulträger wird auf Abhilfe gesonnen - und zwar am liebsten in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Gemeinde, um mit einem schulnahen Neubau zugleich die Kita-Betreuungsfrage zu beantworten. Im Blick ist der ungenutzte Bolzplatz "In den Gräben" nahe der Schule. Eine Idee, die in der Schulbau-Verwaltung im Dezernat der Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Christiane Schmahl (Grüne) verfolgt wird und die mit Bürgermeister Dirk Haas (SPD) schon längst diskutiert worden ist: Die Kommune baut und finanziert das nötige Gebäude. Es soll im Erdgeschoss die Kita und im Obergeschoss die Schulräume aufnehmen. Der Kreis wiederum mietet den Schulraum von Buseck an. "Wir haben vorneweg bis ins Jahr 2023 einen ausgereizten Finanzhaushalt", gibt Schmahl zu bedenken. Mit dem Projekt "Grundschul-Kita" ließe sich ein alternativer Weg gehen.

Just damit will man sich in Buseck nicht so recht anfreunden. Seit bald einem Jahr wird dazu in der Gemeindevertretung immer wieder diskutiert - nur eben nicht entschieden. Mal sind es die Kosten, mal die Frage einer Alternativplanung, mal die zu klärende Verkehrssituation "In den Gräben"/Pestalozzistraße, mal sind es die Mehrheitsverhältnisse. "Das Projekt ist ein gutes und wichtiges Projekt", sagt Schmahl. Und kommentiert den schwierigen Prozess der Entscheidungsfindung in der Gemeinde Buseck für ihre Verhältnisse ungewohnt scharf: "Es wird leider vom Hickhack in der Gemeindevertretung bestimmt!"

Zuletzt war das Vorhaben an der Straße "In den Gräben" im Dezember auf die Tagesordnung der Gemeindevertretung genommen worden - und wurde dann wieder gekippt und vertagt.

Jetzt gibt es einen neuen Anlauf: In der kommenden Woche wird dazu ein gemeinsamer Antrag von CDU und Freien Wähler aufgerufen, die sich in Buseck ganz offenkundig wieder zu einer Zusammenarbeit entschieden haben. CDU und FW wollen dem Kreis erst einmal die fragliche Fläche "In den Gräben" auf zehn Jahre verpachten, sodass der Kreis dort Container für den Schulunterricht aufstellen kann, die später wieder entfernt werden können. Zudem wird über einen alternativen Schulstandort nachgedacht (siehe Kasten).

Weiter entgegenkommen will die bürgerliche Mehrheit dem Landkreis offenkundig nicht. "Wieso sollen wir die Aufgaben des Kreises erledigen?", sagte dieser Tage ein Gemeindevertreter.

Auch die Frage, ob Buseck angesichts guter Haushaltslage einen Kita- und Schulbau für den Kreis anteilig vorfinanziert und dieser dann abstottert, ist noch nicht abschließend diskutiert.

Die Sitzungen der Fachausschüsse finden am kommenden Dienstag in Buseck im Kulturzentrum statt und nicht im kleinen Sitzungssaal im Thal’schen Rathaus. Denn es könnte reichlich Bürger geben, die sich für die schule und die weiteren Themen interessieren.

Schuldezernentin Schmahl signalisierte in dieser Woche im Bauausschuss des Kreistags, dass sie nicht glücklich ist mit der von CDU und Freien Wählern vorgelegten Bolzplatzpacht-Idee. Das Aufstellen und Ertüchtigen eines Holzhauses, so wie es für die Flüchtlinge gekauft war, würde eher nicht infrage kommen: Denn bei dieser Investition brauchte es eine Nutzungsdauer von 25 oder mehr Jahren. Was bleibt? " Die Alternative ist das Anmieten eines Blechcontainers", sagt Schmahl. Was aber von Eltern und Schulgemeinde wohl kaum gewollt ist.

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