Drei "wilde Bäche" im Landkreis

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Die Landesregierung hat das Programm "100 wilde Bäche" beschlossen und jetzt entschieden, welche Renaturierungsmaßnahmen darin einfließen werden. Die Gewässer sollen wieder in einen natürlichen Zustand versetzt werden. Den Zuschlag bekommen haben auch drei Bäche aus dem Landkreis Gießen: Bieber (Biebertal und Heuchelheim), Krebsbach (Buseck, Grünberg, Rabenau) und Lauter (Laubach, Grünberg). Hinzu kommt im benachbarten Lahn-Dill-Kreis der Wetzbach, der auch durch Hüttenberg fließt.

"Mit unserem Programm ›100 wilde Bäche‹ werden wir Gewässer aus ihrem Betonbett befreien und sie wieder in einen natürlichen Zustand versetzen. Unsere Bäche werden wieder wild, natürlich und artenreich", sagte Umweltministerin Priska Hinz. In 138 Kommunen werden jetzt Renaturierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, 100 Bäche wurden dafür ausgewählt.

Ein Ziel: Unberührte Ufer

Durch Renaturierungen entstehen für viele Tiere und Pflanzen im Wasser und am Ufer Lebensräume, beispielsweise für geschützte Fischarten wie die Groppe oder das Bachneunauge. Auch die Echte Brunnenkresse und die Bach-Nelkenwurz bekämen so die Chance, am Ufer zu wachsen, erklärte Hinz. Neben dem Erhalt der biologischen Vielfalt sorge das Land mit dem Programm auch für Klimaschutz und -anpassung. "Das Wasser wird wieder fließen und ein breites und unberührtes Ufer entsteht", sagte die Ministerin. Renaturierte Gewässer bilden Frischluftschneisen und sollen so für mehr Abkühlung in und außerhalb der Ortschaften sorgen. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zum Hochwasserschutz, da Überflutungsbereiche geschaffen werden.

Von rund 500 Bächen in Hessen wurden 100 anhand fachlicher Kriterien wie der verfügbaren Flächen und vorhandenen Planungen aus den Bewerbungen ausgewählt. 290 Kommunen hatten sich beworben. Priorisiert wurden unter anderem Bäche, die in besonders schützenswerten Gebieten liegen. Zudem wurde darauf geachtet, dass die ausgewählten Bäche gleichmäßig über die Landkreise verteilt und möglichst viele verschiedene Kommunen am Programm beteiligt sind.

"Das Besondere an dem Programm ist, dass wir den Kommunen viel Arbeit abnehmen", sagte Hinz. Das Land unterstütze die Kommunen zum Beispiel beim Flächenmanagement, der Projektsteuerung und -planung sowie bei der organisatorischen Abwicklung der Maßnahmen vom Förderantrag bis zur Bauabnahme. Außerdem werden bis zu 95 Prozent der Kosten vom Land übernommen.

Für die Renaturierungsmaßnahmen stehen für 2020 fünf Millionen Euro bereit. Eine weitere Million Euro ist für einen vom Land beauftragten Dienstleister vorgesehen.

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