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Der Dorfladen und die komplexe Sperrung

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In Villingen feierte der Dorfladen jüngst sein fünfjähriges Bestehen. Für das nicht ganz runde Jubiläum wurde auf der Straße am Dorfladen ein kleines Zelt aufgebaut, in dem die Besucher feiern konnten. Dass das ordnungsgemäß abgesichert werden musste, versteht sich von selbst. Doch dabei ist dann eine Kleinigkeit schiefgegangen, wie das Foto beweist.

Denn die rot-weißen Flächen der breiten Sperrschilder wiesen auf der Seite des Zeltes und nicht etwa in Richtung der Fahrbahn. Dieses Versehen passierte auf beiden Seiten. Es sah zumindest kurios aus.

Um jedoch die Leute einmal in Schutz zu nehmen, die die Schilder aufstellten: Es waren ja nicht nur die zwei, sondern gut ein Dutzend. Denn dafür, dass gut zehn Meter der Höhenstraße gesperrt werden konnten, musste eine Umleitung eingerichtet werden. In der Bahnhof-, Königs- und Graubergstraße wurden dafür die gelben Umleitungsschilder positioniert. Wohl gemerkt: Es handelt sich nicht um die Hauptverkehrsachse Mittelhessens, nicht einmal um eine Ortsdurchfahrt, sondern nur um eine Straße in einem Dorf. Und der gesperrte Bereich ließ sich problemlos über die nächste Seitenstraße umfahren.

Dass die Stadt Hungen hier nur Vorschriften umsetzen muss, die sie selbst nicht gemacht hat, sei an dieser Stelle ebenso festgehalten. Diese Umleitungsbeschilderungspflicht treibt übrigens sogar solche Blüten, dass selbst wenn der einzige Anlieger der Straße ein Fest feiert, er dafür eine Umleitung einrichten lassen muss - so ist es andernorts schon geschehen.

Da stellt sich doch die Frage: Muss das sein? Noch bis vor wenigen Jahren konnten Seitenstraßen für Feste und Veranstaltungen gesperrt werden, ohne dass Umleitungen ausgeschildert werden mussten. Konnten Festzüge problemlos laufen. Damals gab es noch nicht solche Helfer wie Navigationsgerät oder -Apps auf dem Smartphone.

Da die zusätzliche Beschilderung nicht kostenlos ist, erweist man so dem kulturellen Leben auf den Dörfern einen Bärendienst. Denn wenn das vorschriftsmäßige Absichern bald mehr kostet als die Veranstaltung als Erlös einbringt, gehört der Festtermin schnell der Geschichte an. Da wäre mehr Augenmaß doch dringend notwendig.

(pad/Foto: pad)

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