Von 1953 an war der Teich in Röthges ein zentraler Begegnungspunkt. FOTO: PM
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Von 1953 an war der Teich in Röthges ein zentraler Begegnungspunkt. FOTO: PM

Wo die Dorfkinder das Schwimmen lernten

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Eine Ausstellung in Röthges erinnert an einen zentralen Ort der Begegnung früherer Jahre: den Löschteich. Nun soll er wieder in den Mittelpunkt des dörflichen Lebens rücken.

Die Geschichte und die Zukunft des Löschteichs in Röthges war am vergangenen Wochenende Thema einer Vernissage im Rahmen der Ausstellungsreihe "Laubach lädt ein". Die Schau stand unter dem Motto "Kann denn Baden Sünde sein?"

Mit einem alten Löschbehälter der Feurwehr in der Hand erzählte Roland Wilhelm in einem Vortrag und erläuterte, wie die ausgestellten Fotos einen zentralen Teil des dörflichen Zusammenlebens in Röthges dokumentieren - seit 1322 als Roda, Rodde oder Rodechen sowie 1802 als Redches bekannt. Der unterhalb des Dorfes einstmals gelegene Tümpel als Wasserstelle, "Weed" oder "Kump" bezeichnet, war der Vorläufer des Löschteiches, der mit dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses im Jahr 1953 angelegt wurde.

Die Steine stammen aus dem ehemaligen Rötgener Steinbruch. Zur Einweihung des Teichs fand auch das erste Feuerwehrfest statt. Der Löschteich wurde danach jährlich entleert und mit vereinten Kräften gereinigt. Anschließend wurde das Fest gefeiert.

Hier lernten die Dorfkinder einst das Schwimmen. Darüber hinaus entwickelte sich der Löschteich zu einem Begegnungspunkt für Jung und Alt, zu einem Ort alter und neuer Erinnerung.

Im Jahr 2010 errichteten die Feuerwehr und der Ortsbeirat rund um das Löschteichgelände schließlich einen Zaun, aus Sicherheitsgründen. Im vergangenen Jahr wurde von der Stadt Laubach dem wilden Baden in diesem Teich ein Ende gesetzt, indem ein Bauzaun um das gesamte Becken errichtet wurde.

Gerne möchte der "Arbeitskreis Löschteich" mit seinen zwölf Mitstreitern, wieder den alten Status Quo herbeiführen. Die Ausstellung soll zeigen, dass eine Dorfgemeinschaft mehr sein kann als ein bloßes Wohnen nebeneinander.

Mehr bedeutet: kulturelles Leben mit gemeinschaftlichen Zielen. Diese Ziele werden mit viel freiwilligem Engagement und gegenseitiger Unterstützung verfolgt, ohne Gewinnabsicht. Dabei sieht der Arbeitskreis im Zusammenwirken von Jung und Alt eine Förderung des Gemeinwesens.

Der Arbeitskreis hat sich zum Ziel gesetzt, trotz der gesetzlichen und behördlichen Schwierigkeiten, dieses Kleinod für Röthges vielleicht auch im Rahmen eines Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts zu erhalten. Aus diesen Gründen setzen sich die Mitstreiter für den Erhalt des Löschwasserreservoirs, die Beibehaltung einer gesicherten Bademöglichkeit und die Förderung des Gemeinwesens ein.

Schau im Rathaus bis Ende Mai

Wie Markus Stiehl von der Gemeinnützigen Laubacher Kultur und Bäder GmbH in seinen Begrüßung während der Vernissage betonte, gebe man dem Arbeitskreis Löschteich Röthges mit der Ausstellung die Möglichkeit, einer breiten Öffentlichkeit seine Absichten vorzustellen.

Die Ausstellung im Foyer des Laubacher Rathauses kann noch bis Ende Mai besucht werden. Die Öffnungszeiten der Schau sind montags und dienstags von 8 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 7 bis 18 Uhr und am Freitag von 8 bis 12 Uhr.

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