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Jubiläumstag in Fellingshausen: Ebenso wie Irmgard und Friedel Mattern (l.) blicken heute auch Erich und Henny Mattern auf jeweils 65 Ehejahre zurück.

Doppeltes Eheglück

  • VonVolker Mattern
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Die eiserne Hochzeit ist nur wenigen Paaren vergönnt. Das Glück, dieses seltene Jubiläum auch noch »im Doppelpack« feiern zu können, haben zwei Paare in Fellingshausen.

Heute vor genau 65 Jahren traten die beiden Brüder Erich und Friedel Mattern mit ihren Ehefrauen Henny geb. Cramer und Irmgard geb. Gareis vor den Traualtar. Die Hochzeitsglocken kündeten in der evangelischen Kirche in Fellingshausen am 25. August 1956 von diesem besonderen Ereignis. Vor Pfarrvikar Otto Kammer gaben sich die Paare ihr Eheversprechen.

Beide Paare erleben Höhen und Tiefen

Ein solch langer Ehebund beschert so allerlei Erlebnisse; er führte auch die beiden Jubelpaare durch Höhen und Tiefen. Beide beklagen jeweils den viel zu frühen Tod eines ihrer Kinder. »Eiserne Hochzeit ist dennoch Grund zu danken für die gemeinsamen Jahre, in denen auch schwere Zeiten in gegenseitiger Verlässlichkeit und Vertrauen durchgestanden werden konnten«, bezeugen die vier. Die Mutter der beiden Brüder starb kurz vor deren Doppelhochzeit. Gemeinsam mit ihrem Mann Wilhelm hatte sie fünf Jungen großgezogen. Drei von ihnen sind inzwischen verstorben.

Erich Mattern, der ältere der beiden noch lebenden Brüder, wurde am 19. Juli 1931 in Gießen geboren. In seinem Heimatdorf Fellingshausen wuchs er auf, besuchte dort die Volksschule bis zum 14. Lebensjahr. Es folgten Lehrjahre zum Feinmechaniker bei der Firma Ernst Leitz in Wetzlar. Sein gesamtes berufliches Leben verbrachte Erich Mattern dort; 1989 ging er in den Ruhestand.

Ehefrau Henny ist gebürtig aus Krofdorf-Gleiberg. Sie erblickte am 21. April 1935 als jüngstes von zwei Kindern der Eheleute Wilhelm und Lina Cramer geb. Rüspeler das Licht der Welt. Die Familie zog 1946 nach Fellingshausen. Hier beendete die damals Elfjährige die Volksschulzeit, die sie in ihrem Heimatort begonnen hatte, und arbeitete danach zunächst für kurze Zeit in der ortsansässigen Zigarrenfabrik. Später wechselte sie ebenfalls zur Firma Ernst Leitz und war dort bis 1961 beschäftigt. Nach der Eheschließung lebte das junge Paar im elterlichen Haus der Braut in der Grohbach und bezog 1958 das eigene Heim Am Großacker (vorm. Gartenstraße). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Zudem gratulieren am heutigen Ehrentag noch vier Enkelkinder und vier Urenkel.

Friedel Mattern wurde am 17. Juli 1933 ebenfalls in Gießen geboren. Auch er wuchs in Fellingshausen auf, ging dort zur Schule und begann anschließend eine dreijährige Lehre als Schneider bei Wilhelm Schmidt in Rodheim. Nadel, Zwirn und Schere tauschte er später dann gegen metallverarbeitende Maschinen und wechselte zur Firma Schunk. Dort arbeitete er als Metallschleifer - auch dabei kam es, wie in der Feinmechanik bei seinem Bruder, auf höchste Genauigkeit im tausendstel Millimeterbereich an. 1991 begann der Ruhestand. Sportlich zog es Friedel Mattern immer zum Fußball: Ab dem 16. Lebensjahr jagte er zwölf Jahre lang in der 1. Mannschaft des TSV Fellingshausen dem runden Leder nach. Später ließ er es in der AH-Mannschaft etwas ruhiger angehen.

Seine Ehefrau Irmgard wurde am 24. Oktober 1935 in Thein-Waldl (Egerland) geboren. Deren Vater Wenzel Gareis fiel 1940 im Krieg. Mutter Paula kam, wie viele andere Vertriebene, mit ihren Kindern 1946 nach Fellingshausen. Irmgard Mattern war damals zehn Jahre alt und beendete in der neuen Heimat ebenfalls ihre Volksschulzeit. Sie war kurze Zeit als Näherin tätig, wechselte dann in die örtliche Zigarrenfabrik. Hier war sie, mit Unterbrechungen, bis 1991 - zuletzt am Standort in Heuchelheim - beschäftigt.

Nach der Heirat lebte das junge Paar im Elternhaus des Ehemannes, wo beide auch ihren Lebensabend verbringen. Zwei Kinder gingen aus der Ehe hevor. Zudem gratulieren am Ehrentag ebenfalls vier Enkel und fünf Urenkel.

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