Den Dörfern eine Chance

  • Rüdiger Soßdorf
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Biebertal will sich um die Dorferneuerung bemühen. Das Förderprogramm des Landes bringt Geld für kommunale Vorhaben ebenso wie für Sanierungen, die von Hausbesitzern geplant sind.

Rodheim war ehedem in der Einfachen Stadterneuerung, Fellingshausen ebenfalls. Frankenbach, Königsberg und Vetzberg profitierten von der Dorferneuerung mit ihren Fördermöglichkeiten, Alles schon Jahre her. Ging es dabei damals nicht nur um das Verschönern des Ortsbildes und die Schaffung respektive Modernisierung von Wohnraum im Altbestand oder in der zweiten Reihe, so liegen die Schwerpunkte heute bei der (Wieder-)Belebung der Ortskerne durch das Auflösen von Leerstand, den Erhalt oder Ausbau von Infrastruktur wie Einkaufsladen oder Kindergarten.

Im Herbst hatten sich die Biebertaler Kommunalpolitiker darüber von Gudrun Müller-Mollenhauer vom Amt für den ländlichen Raum mit Sitz in Wetzlar informieren lassen - jetzt steht die Entscheidung an, ob man sich für das Dorfentwicklungsprogramm bewirbt. Schließlich winken auch hier wieder ordentliche Finanzspritzen. Fördergelder für Vorhaben in der Gemeinde wie von Privatleuten. Der Rahmen ist heute etwas anders gesteckt, zielt ab auf eine ganze Großgemeinde, nicht mehr nur auf einzelne Dörfer. Und es gilt einige einschränkende Aspekte zu beachten: Dorfentwicklung priorisiert Innen- vor einer Außenentwicklung.

Vor diesem Hintergrund ist die Frage der Erschließung kleiner (oder größerer) Baugebiete genau zu prüfen. Zumal in fast allen Dörfern der Gemeinde Biebertal von den Menschen auch danach gefragt wird.

Da könnten widerstreitende Interessen auftreten. Denn Baugebiete können während der Zeit der Förderung aus dem Dorfentwicklungsprogramm im Einzelfall nur dann geplant und ausgewiesen werden, wenn sie nachweislich nicht mit der Innenentwicklung konkurrieren. Ergo gilt es im Einzelfall zu klären, inwieweit dies mit den Zielen eines Entwicklungskonzepts zu harmonisieren ist.

Bürgermeisterin Patricia Ortmann jedenfalls, bei ihrer Wahl angetreten mit dem Versprechen, möglichst viele Fördertöpfe für Biebertal zu öffnen, sieht im Dorfentwicklungsprogramm "eine wirklich gute Chance, die uns in den nächsten Jahren einen Schritt weiterbringen kann". Die Gemeinde werde, so die ersten Vorklärungen mit dem Amt, grundsätzlich als förderfähig erachtet. Ortmann ist sicher: "Das passt gut zu Biebertal." Bis März muss der Antrag auf Aufnahme ins Programm gestellt sein, dann weiß man voraussichtlich im Mai, wohin die Reise geht.

Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeindevertretung unter Vorsitz von Wolfgang Lenz (SPD) hat sich am Mittwoch dafür ausgesprochen, den Antrag auf Aufnahme ins Förderprogramm zu stellen. In der kommenden Woche nimmt sich die Gemeindevertretung der Entscheidung an.

Zumal dann auch Krumbach die daraus erwachsenden Vorteile genießen könnte. Vor Jahren schon hatten sich Bürger des Dorfes dafür stark gemacht. 2012 hatte Ortsvorsteherin Beate Krauskopf-Nolte rund 250 Unterschriften im Rathaus übergeben, mit denen der Wunsch nach Förderung der Dorfgemeinschaft über ein Programm ausdrücklich erbeten wurde. Doch dabei blieb es denn. Bis heute.

Auch die Kommune kann ein vitales Interesse daran haben. Schließlich gilt es in Krumbach Feuerwehr und Dorfgemeinschaftshaus zu sanieren oder gar neu zu bauen. Seit Jahren schon wird dies versprochen. CDU und SPD machen in der Angelegenheit zunehmend Druck. Mit den Fördertöpfen im Rücken ließe sich das womöglich flotter angehen.

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