Für DLRG Hüttenberg geht es um die Existenz

  • vonPatrick Dehnhardt
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Hüttenberg(pad). Am 1. November entscheiden die Hüttenberger Bürger darüber, ob ein neues Hallenbad gebaut werden soll. Für die DLRG-Ortsgruppe ist diese Entscheidung zukunftsweisend. "Für die mehr als 100 Mitglieder würde das Ende des Hallenbades auch das Ende der DLRG Ortsgruppe Hüttenberg bedeuten", schreibt Thomas Knop in einer Pressemitteilung.

Ein Ausweichen auf andere Schwimmbäder sei langfristig keine Möglichkeit, wie seit der Schließung des alten Hallenbades aufgrund von Einsturzgefahr deutlich geworden sei. Zum einen seien andernorts die Belegungspläne bereits voll. Zum anderen gebe es ein logistisches Problem: "Einen Pendelverkehr zu anderen Bädern können wir auf Dauer nicht ermöglichen." Damit stünden Angebote, die auch von vielen Jugendlichen genutzt würden, vor dem Aus.

Seit Beginn habe die DLRG-Ortsgruppe den Trägerverein des Hallenbades unterstützt. Unter anderem bot man kostenfrei die Aus- und Fortbildung für Übungsleiter anderer Vereine im Rettungsschwimmen und in Sofortmaßnahmen an, um so für eine gute Auslastung des Hallenbades zu sorgen.

Gefahren werden unterschätzt

Die DLRG-Ortsgruppe habe seit ihrer Gründung mehr als 5000 Kindern das Schwimmen beigebracht. Wie wichtig dies sei, zeige eine Zahl: Bis Juli 2018 seien allein in Hessen 18 Menschen ertrunken. Knop vermutet, dass die Ursache einiger Badeunfälle aus mangelnder Übung herrühre: Da die Bäder lange Zeit wegen Covid-19 geschlossen waren, sprangen viele recht unvorbereitet in Badeseen und Flüsse. "Die Gefahren am und im Wasser werden unterschätzt, während die eigene Leistungsfähigkeit oft falsch eingeordnet wird", schreibt Knop. "500 Meter im Schwimmbecken sind eine andere Belastung, als die gleiche Strecke im Freiwasser oder fließenden Gewässern." Der DLRG-Mann befürchtet, dass ohne Hallenbad die Zahl der Nichtschwimmer in Hüttenberg steigen wird. Zumal es bei den Kursen in anderen Schwimmbädern teils lange Wartelisten gebe.

Zudem sei das Hallenbad ein sozialer Ort. Alte Menschen könnten dort gelenkschonend etwas für ihre Gesundheit tun, sich zudem treffen.

Auch das Schulschwimmen werde leiden, erwartet Knop: Je länger die Fahrzeit zum Schwimmbad, desto weniger Zeit im Wasser bleibe übrig. "Deutschland - ein Land von Nichtschwimmern?", fragt Knop kritisch. "Zumindest in gewissen Regionen wie bei uns sind wir auf dem besten Wege dahin."

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