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Renate Suchfort zeigt den Kindern, wie schwimmen funktioniert. Die Kurse sind ausgebucht, es gibt eine Warteliste.

Die Vorschwimmerin

  • VonSiglinde Wagner
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Renate Suchfort hat ein klares Ziel: »Ohne Seepferdchen geht keiner nach Hause.« Seit 1984 bringt sie Kindern und Jugendlichen das Schwimmen bei. Mittlerweile finden sich in ihren Kursen Kinder, deren Eltern sie schon gezeigt hat, wie man über Wasser bleibt.

Die Zahl von über 700 Menschen entspricht der Einwohnerzahl eines Dorfs. So vielen hat Renate Suchfort in Buseck bereits das Schwimmen beigebracht. Die DLRG würdigte ihren Einsatz kürzlich mit dem Verdienstabzeichen in Gold mit Brillant.

Das Abzeichen dürfte sie zwar freuen, doch noch viel wichtiger ist ihr eines: Das möglichst viele Kinder und Jugendliche schwimmen lernnen. »Ohne das Seepferdchen geht da keiner nach Hause«, sagt die 78-Jährige. »Die Kurse sind nicht auf eine bestimmte Stundenzahl festgelegt. Wenn in Ausnahmefällen ein Kind über ein Jahr braucht, dann ist das halt so«, sagt Suchfort.

Seit 1984 bietet sie Schwimmkurse an. Mittlerweile finden sich darin Kinder, deren Eltern Suchfort das Schwimmen ebenfalls beigebracht hat. Viele hat sie in weiterführenden Kursen mit den Jugendschwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold zu sicheren Schwimmern gemacht, und einige davon sogar zu Rettungsschwimmern ausgebildet.

»Um mich herum habe ich ein tolles Team von ehrenamtlichen und engagierten und auch jüngeren Leuten«, sagte sie. Es macht ihr Spaß und solange die Gesundheit mitspielt, denkt sie nicht ans Aufhören. Zumal die Warteliste lang ist: 120 Kinder warten auf einen Platz im Kurs Anfängerschwimmen. Daher musste die DLRG Buseck nun sogar einen Anmeldestopp verhängen. Ursache auch hier: Die Pandemie und die dadurch lange Zeit geschlossenen Schwimmbäder haben die ohnehin vorhandene Situation verschärft.

Doch nicht nur Kinder, sondern auch ältere Menschen will Suchfort für den Wassersport begeistern. Seit 2003 bietet sie Wassergymnastik für die DLRG-Senioren im Wechsel mit Sabine Neu an.

Die DLRG lag ihr stets am Herzen. Sie war einige Jahre Schriftführerin und stellvertretende Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe, an deren Spitze ihr Ehemann Horst Suchfort von 1985 bis 1999 stand.

Als das Paar 1976 nach Großen-Buseck zog, »hätten wir nicht im Traum daran gedacht, dass die DLRG einen erheblichen Teil unserer Freizeit mitbestimmen würde«, sagt sie rückblickend. Doch die Freude über ein Freibad und Hallenbad im Ort war groß. Über die beiden Söhne Klaus und Peter, die von Anfang an in der DLRG-Jugend aktiv wurden, kamen auch die Eltern 1982 zur Ortsgruppe.

Hoffen auf Freibad

Als 1994 das Hallenbad geschlossen werden sollte, setzte sich das Paar mit Mitstreiterin für den Erhalt ein - zunächst ohne Erfolg. Im Lehrschwimmbecken des Kinder- und Jugendwohnheims Leppermühle haben damals die Übungsleiter die Ortsgruppe buchstäblich über Wasser gehalten, um zumindest die Kinderschwimmausbildung anbieten zu können. Groß war die Freude, als 1997 der Hallenbadverein das Bad wieder eröffnete. Für die Zukunft wünscht sich Suchfort: »Es wäre schön, wenn die Busecker bald wieder ein Freibad hätten.«

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