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Die Krofdorferin und die Erinnerungen an die Winter in ihrer Kindheit

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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In den Gärten blühen Schneeglöckchen und Krokusse. Osterglocken und Tulpen drücken mit Macht aus der Erde ans Licht. Höchste Zeit also für eine Notiz, um den Winter zu verabschieden. Erika Drescher aus Krofdorf-Gleiberg, die vor wenigen Wochen ihren 85. Geburtstag feierte, erinnert an ihre Kindheit in Rodheim-Bieber, an Zeiten, in denen es (gefühlt) einen jeden Winter Schnee gab, Mädchen Röcke und gestrickte lange Stümpfe trugen, das Plumpsklo auf dem Hof war und die Dorfstraße der naturgegebene Spielplatz.

Selbstredend tut Erika Drescher dies in Mundart, der Moddersprooch. Damit war zu ihrer Kindheit noch jeder im Dorf vertraut. Die Mundartsprecher werden heute ebenfalls weniger. Sind es glücklichere Zeiten, die die Krofdorferin in Erinnerung ruft? Bessere Zeiten? Auf jeden Fall andere Zeiten…

»Froier loag eam Weander mieh Schnäi wäi hau. Es woard aach nur e Pädche gekouhrt, ean zoum Meast, aach zoum Abee.

Off de Stroß nur so viel, wuh die Leuh gieh konnte. Trottewar harre mer noch net. Do läifs Wasser eam Flässche. Dodroff konnt mer Schlittschouh laafe. Mir konnte aach immer Schlirrer foahrn. Owwer mir harre so kaa Klaarer wäi hau. Die Marrercher harre lange Strimb ean Reck oh. Owends woarn die Baa blitzebloh. Ean Frostbeule harre mier oh de Foiß. Däi wodde met Schnäi gekoihlt. Mir woarn owwer de ganze Doag innerweags. Dos gebts hau naut mieh.«

Das Foto oben mit den Winterfreuden im Schnee entstand übrigens vor Jahrzehnten in der Krofdorfer Schieferstraße und stammt aus dem Archiv der lokalen Fotofreunde.

Gestern ging der kalendarische Winter mit ein paar Schneeflocken in der Nacht zu Ende. Jetzt darf es Frühling werden! so/bf/FOTO: FOTOFREUNDE

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