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Die Hattenröder und der lange Weg nach Gießen

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Keine Busverbindung von Hattenrod nach Gießen? Das kann sich heute niemand mehr vorstellen. Viele Jahrzehnte war es jedoch so. Bis vor 70 Jahren fuhren nicht wenige Männer im Sommer mit dem Fahrrad nach Gießen zu ihrer Arbeitsstätte. Auch das wäre heute unvorstellbar. Damals waren Fahrräder auf der heutigen B 49 die am häufigsten genutzten Verkehrsmittel.

Natürlich hätte man es wesentlich leichter haben können. Im drei Kilometer entfernten Reiskirchen gab es schon seit 1869 einen Bahnhof. Allerdings war der Fahrplan nicht besonders günstig. Und nicht wenige wollten das Fahrgeld sparen; denn die Löhne waren gering. Selbstverständlich gab es Bahnbenutzer, die zunächst von Hattenrod nach Reiskirchen mit dem Fahrrad fuhren oder aber den Weg zu Fuß zurücklegten. Ein einfacher Feldweg in der Gemarkung Hattenrod trug damals im Volksmund die Bezeichnung »Bahnhofsweg«.

Das alles hatte schließlich um 1950 ein Ende, als der erste Bus der Stadtwerke Gießen mit Anhänger in Hattenrod im damaligen Kuhtrieb (heute Birkenweg) hielt. Kinder liefen begeistert herbei und bestaunten das besondere Gefährt. Zu lesen war Gießen - Hattenrod - Gießen. Mit Hattenrod waren auch die Nachbarorte Burkhardsfelden und Oppenrod mit der Kreisstadt verbunden. Wenngleich der erste Fahrplan nicht alle Wünsche erfüllte: Schüler, die in Gießen ein Gymnasium besuchten, mussten schon um 6.15 Uhr fahren, obwohl der Unterricht erst um 7.50 Uhr begann. So waren sie gezwungen, im Winter längere Zeit in der Kälte zu stehen. Mit den Jahren verbesserte sich die Verbindung, die es bis heute gibt. la/Foto: la

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