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Die große Ungewissheit

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Wenn die Tage länger werden, beginnt die Zeit der großen Feste. Doch der März 2021 wird wegen Corona ein ruhiger Monat werden. Veranstaltungen wie die Licher Kulturtage oder der Lindener Marienmarkt sind bereits gestrichen. Und über den Planungen für die folgenden Monate steht überall noch ein großes Fragezeichen.

Wir würden gerne was machen!« So wie der Licher Marktmeisterin Christiane Agel geht es wohl vielen Veranstaltern, die normalerweise nach der Winterpause in den Startlöchern stehen: Kulturtage und Historischer Markt in Lich, Marienmarkt in Linden, die Garten- und Landhaustage »La Villa Cotta« in Laubach sind in normalen Zeiten Anziehungspunkte für tausende Menschen. Seit letztem März und dem ersten Corona-Lockdown ist alles anders. Die Licher Kulturtage mussten abgebrochen, alle anderen Veranstaltungen abgesagt werden. Und eine Besserung ist nicht in Sicht. Jedenfalls nicht kurzfristig. Der Veranstaltungskalender im März wird auch 2021 leer bleiben. Der Marienmarkt in Linden, der sich als einer der ältesten Krämermärkte im Landkreis Gießen rühmt und stets um den 25. März - Maria Verkündigung - herum stattfindet, ist erneut abgesagt worden. »Unter den aktuellen Umständen geht es leider nicht anders«, sagt Simone Müller von der Stadtverwaltung.

La Villa Cotta lieber im Sommer

Ebenso ausgebremst wie die Lindener Vereine, die beim Marienmarkt die Hauptrolle spielen, sind die Akteure der Kulturwerkstatt Lich, die seit bald 20 Jahren im März mit einem mehrwöchigen Programm an den Start gehen. Ganz habe man die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, sagt Christiane Agel, die die Veranstaltungsreihe seitens der Stadt koordiniert.

Bald wollen die vielen Mitstreiter in einer Telefonkonferenz diskutieren, ob im Sommer oder im Herbst ein neuer Versuch gestartet werden soll.

Aufschieben: Das ist auch die Strategie in Laubach. Nach dem Komplettausfall im vergangenen Jahr setzt das Kultur- und Tourismusbüro Laubach heuer auf bessere Zeiten. Freilich stellt man sich darauf ein, dass es noch einige Monate dauern wird, bis das Infektionsgeschehen wieder größere Veranstaltungen erlaubt. Die Garten- und Landhaustage »La Villa Cotta« wurden so bereits vom traditionellen Termin im April in den Sommer verschoben, sind nun vom 23. bis 25. Juli geplant.

Der Landesmusikrat Hessen hat, so wie elf andere Bundesländer, die Orgel zum »Instrument des Jahres« 2021 gekürt. Und so hoffen die Laubacher erst recht, die Barockorgel in ihrer Stadtkirche werde bei der Konzertreihe »Mixtur« wieder die Hauptrolle übernehmen dürfen. Auf dem Programm stehen etwa Auftritte der »Königin der Instrumente« mit der Big Band Wetzlar (16. Juni) oder Klassiker der Rock- und Filmmusik von Patrick Gläser (18. Juni).

Zum Auftakt am 4. Juni wird das Festival seinem Anspruch ungewöhnlicher Kombinationen gerecht: »Orgel trifft Pole-Dancing«. Wiederum unter pandemiebedingtem Vorbehalt laufen die Vorbereitungen für die Großveranstaltungen im August, fürs Lichterfest und »Blues, Schmus + Apfelmus«.

In Grünberg stehen im Frühjahr stets der Himmelfahrtsmarkt sowie die Veranstaltungsfolge zu Pfingsten im Kalender. »Noch steht nichts fest, man wartet zunächst, wie es mit Corona weitergeht«, sagte Johanna Buckle, Fachgebietsleiterin Stadtmarketing.

Ähnliche Töne sind aus Hungen und Wettenberg zu hören. In Hungen startet normalerweise am Tag nach Himmelfahrt die Europawoche, die zu Pfingsten ins Marktplatz-Brunnenfest mündet, in Wißmar feiert man traditionell an Himmelfahrt den Märchenmarkt. »Wir sind in den Planungen und entscheiden Ende Februar 2021, je nach Corona-Lage und Entwicklung«, teilt Bürgermeister Rainer Wengorsch mit, und sein Wettenberger Kollege Thomas Brunner äußert sich im gleichen Sinne: »Wir warten noch ab«.

Auch der Historische Markt in Lich steht noch auf der Kippe. Wie gesagt: Die Akteure würden gerne. »Wir haben einige Anfragen von Marktbeschickern und die Geschäfte würden sicher auch mitmachen«, sagt Christiane Agel. »Aber wir wissen nicht, wie sich der April und der Mai entwickeln«, sagt die Marktmeisterin.

So heißt auch hier die Devise: Mindestens bis zum 14. Februar mal abwarten! Einen kleineren Markt mit Abstandsregeln könnte sich die Organisatorin durchaus vorstellen. Aber das populäre Altstadtfest werden die Licher und ihre Gäste wohl auch in diesem Jahr nicht wie gewohnt feiern können, so leid es der Marktmeisterin tut: »Zusammen sitzen, essen, trinken, Musik hören: So werden wir es nicht machen können.«.

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