Die entscheidende Phase

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Gießen (pm). Wo können künftig Baugebiete für Industrie und Gewerbe ermöglicht werden? Wo darf eine größere Anzahl Wohnhäuser entstehen? Welche Flächen stehen für den Abbau von Rohstoffen zur Verfügung? Wo könnten sich große, internationale Unternehmen ansiedeln? Diese und viele andere Fragen regelt der Regionalplan Mittelhessen. »Etwa alle zehn Jahre wird er neu aufgestellt, um die Ziele und Grundsätze festzulegen - wiederum für die nächsten ungefähr zehn Jahre«, erläutert der Gießener Regierungspräsident Dr.

Christoph Ullrich.

Die Beratungen gehen jetzt in die entscheidende Phase: Die Sitzungen der Ausschüsse der Regionalversammlung und schließlich der Regionalversammlung stehen an.

Für die kommenden Wochen und Monate sind mehrere Termine vorgesehen: Am 20. April (15 Uhr), 8. Juni (15 Uhr), 12. Juli (10 Uhr) und 14. September (9 Uhr) tagen sowohl der Haupt- und Planungsausschuss als auch der Ausschuss für Energie, Umwelt, Ländlichen Raum und Infrastruktur der Regionalversammlung Mittelhessen. Die Sitzungen sind jeweils öffentlich und finden im Kulturzentrum in Buseck statt. Die Regionalversammlung trifft sich am 23. September ab 13 Uhr im Kreishaus Marburg - ebenfalls öffentlich. Der Entwurf des Regionalplans soll im vierten Quartal offengelegt und von Bürgernt und Behörden eingesehen werden können.

Jetzt geht’s um konkrete Flächen

»Nachdem zuletzt über erste Textentwürfe diskutiert wurde, geht es nun um konkrete Flächen, auf denen zum Beispiel Industrie- und Gewerbegebiete oder auch Rohstoff-Abbau ermöglicht werden sollen«, berichtet Dr. Ivo Gerhards, Leiter der Oberen Landesplanungsbehörde beim Regierungspräsidium Gießen.

Angesichts der aktuellen Pandemielage ist es weiterhin nicht möglich, Diskussionen mit vielen Beteiligten und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit in Präsenzsitzungen durchzuführen. Ersatzweise gibt es teils Video-Konferenzen. Um den Bürgern dennoch frühzeitig die Möglichkeit zu geben, Informationen über die Planungsflächen zu bekommen, sind die Unterlagen auf der Internetseite des Regierungspräsidiums verfügbar.

Grundlage der Beratungen ist ein Planentwurf der Oberen Landesplanungsbehörde im RP Gießen. Neben einer Arbeitskarte mit sämtlichen Planungsflächen, die für eine Entwicklung in Frage kommen, wurde ein umfangreicher Bericht erarbeitet. Dieser zeigt an herausragenden Beispielen auf, nach welchen Kriterien die Behörde vorschlägt, eine bestimmte Fläche in den Entwurf aufzunehmen. Oder aber vorschlägt, dem Planungswunsch einer Kommune nicht zu folgen und dies begründet.

Ausführlich dargestellt und mit Kartenausschnitten verdeutlicht werden einige umstrittene Flächen wie das mögliche Gewerbegebiet in Gießen-Lützellinden oder eine interkommunal zu entwickelnde Fläche zwischen Biedenkopf und Breidenbach. »Die Vorlage benennt aber auch Kommunen wie Heuchelheim, Gießen, Aßlar und Dillenburg, bei denen es kaum möglich war, Entwicklungsflächen im erforderlichen Umfang zu finden, um dem absehbaren Bedarf gerecht zu werden«, sagt Antje te Molder, die für Siedlungsplanung zuständige Dezernentin des RP. In diesen Fällen könne eine interkommunale Kooperation Optionen für eine Entwicklung bieten.

Entlastung für Rhein-Main

Ein eigener Abschnitt der Vorlage ist den Gewerbeflächen gewidmet, die künftig in der Region vorgehalten werden sollen, um den Bedarf für die Neuansiedlung größerer, oftmals überregionaler oder internationaler Unternehmen decken zu können. Dies sind gleichzeitig Flächen, mit denen Mittelhessen Frankfurt und Rhein-Main entlasten kann. Die Nachbarregion stößt aufgrund von Flächenknappheit und hoher Verkehrsbelastung an ihre Grenzen. Weiteres Ziel, Auspendlern im Sinne einer Verbindung von »Wohnen und Arbeiten« attraktive Arbeitsplätze in Mittelhessen anzubieten.

Alle Unterlagen sind auf der Homepage des RP zu finden: https://rp-giessen.hessen.de/planung/regionalplanung/regionalversammlung-mittelhessen

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