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Die Bakterien werden häufig im Sommer durch verunreinigtes Fleisch übertragen. SYMBOLFOTO: DPA

Deutlich weniger Magen-Darm-Infektionen

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Gießen (pm). Im Landkreis Gießen sind im vergangenen Jahr 127 Menschen an einer durch Campylobacter-Bakterien verursachten Magen-Darm-Infektion erkrankt - und damit deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Das berichtet die IKK classic anhand von Daten des Robert Koch-Instituts. 2019 wurden demnach noch 200 Fälle verzeichnet, im Jahr davor gar 228 Fälle.

Die Bakterien werden häufig im Sommer durch verunreinigtes Fleisch übertragen. »Die Grillfeiern sind im vergangenen Jahr wegen Corona kleiner ausgefallen als sonst, vielleicht sind auch weniger Erkrankte zum Arzt und wurden auf Campylobacter getestet«, sagt Janine Fiskus, Gesundheitsmanagerin der IKK, zu den möglichen Ursachen des Rückgangs.

Campylobacter sind in Deutschland die häufigsten bakteriellen Erreger von Durchfallerkrankungen, unter anderem sind sie auf rohem Geflügelfleisch zu finden. Sie rufen eine mit Bauchschmerzen, Fieber und Durchfall einhergehende Darmentzündung hervor. Meist klingen die unangenehmen Beschwerden nach etwa einer Woche wieder ab.

Geflügelfleisch immer durchbraten

»Gefährlich kann eine Infektion aber für Babys und Kleinkinder sowie für immungeschwächte Menschen werden, weil sie durch den Durchfall viel Flüssigkeit verlieren und schnell geschwächt werden«, sagt Fiskus.

Um eine Infektion zu vermeiden, sollte das Fleisch vor der Zubereitung nicht gewaschen, sondern vorsichtig abgetupft werden. So wird die Verbreitung der Erreger über Spritzwasser in der Küche vermieden. Außerdem wichtig: Auftauwasser von Geflügel und anderen Fleischsorten unbedingt direkt entsorgen und getrennte Küchenutensilien für rohe und gegarte Lebensmittel verwenden. Fleisch, vor allem Geflügelfleisch, immer vollständig durchbraten. Nach einer Garzeit von mindestens zehn Minuten bei Temperaturen über 70 Grad Celsius werden Campylobacter-Bakterien abgetötet.

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