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Das Salzlager in Alten-Buseck ist gut gefüllt.

Der Winter kann kommen

  • VonConstantin Hoppe
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Der erste Schnee lässt noch auf sich warten, doch bald wird er hoffentlich kommen. Damit es auf den Straßen im Landkreis dann keine Probleme gibt, haben sich die beiden Straßenmeistereien in Alten-Buseck und Grünberg gut auf die kalte Jahreszeit vorbereitet.

Der Winter naht. Um die Straßen dann von Schnee und Eis freihalten zu können, wurden in 46 hessischen Straßenmeistereien 90 000 Tonnen Streusalz eingelagert. Auf die beiden Straßenmeistereien Grünberg und Alten-Buseck kommen dabei zusammen 3300 Tonnen Salz. Genug für einen normalen Winter.

Nachts rutschen vielerorts die Temperaturen bereits unter den Gefrierpunkt, und so manche Autofahrer mussten bereits den Eiskratzer auspacken. Wenn bald noch Schnee hinzukommt, wird es auf den Straßen ungemütlich. Dann sind die Mitarbeiter der Straßenmeistereien früh morgens im Einsatz, um nach Möglichkeit erst gar keine vereisten oder zugeschneiten Straßen zuzulassen. »Wir müssen die Befahrbarkeit der Straßen zwischen 6 und 22 Uhr sicherstellen und sind jeden Tag unterwegs«, erklärt die zuständige Straßenmeisterin Michaela Nägler.

»Je nach Verbrauch wird Salz nachbestellt, sodass immer genügend Vorrat in den Hallen vorrätig ist.« Pro Quadratmeter Fahrbahnfläche genüge bereits ein Teelöffel Salz, um die Befahrbarkeit zu gewährleisten. Um den Salzverbrauch zu reduzieren, setzt Hessen Mobil auf eine computergesteuerte Streutechnik sowie hoch wirksames Feuchtsalz - Kochsalz, das mit einer Magnesiumchlorid-Lösung angefeuchtet wird. Es verteilt sich gleichmäßig, haftet sehr gut und erzielt schon bei kleiner Menge große Tauwirkung.

Im Landkreis Gießen gilt es 600 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zu streuen und zu räumen. Bei den Routen der Streu- und Räumdienste werden die Prioritäten nach Gefahr und Bedarf gesetzt. Strecken mit hoher Verkehrsbelastung oder neuralgische Punkte werden zuerst angefahren. Ein besonderes Augenmerk kommt autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraßen wie der B 3 zwischen Gießen und Marburg zu. Parkplätze oder Verbindungsrampen werden dagegen nachrangig behandelt.

Der Räum- und Streueinsatz auf glatten und verschneiten Straßen ist eine echte Herausforderung. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Winterdienstfahrzeug bis zu vier Meter breit ist und rund 23 Tonnen wiegt.

Vorsicht ist in den Wintermonaten immer angebracht: »Auch ein noch so guter Winterdienst schafft keine sommerlichen Straßenverhältnisse«, sagt Dr. Rupert Pfeiffer, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr bei Hessen Mobil. »Trotz teils pausenlosem Einsatz kann es im Winter auf den Straßen rutschig und gefährlich werden.« Deshalb appelliert Hessen Mobil, die Fahrzeuge »winterfit« zu machen, die Fahrweise an die Witterung anzupassen und sowohl auf angepasste Geschwindigkeit als auch ausreichend Sicherheitsabstand zu achten.

Eine Besonderheit stellt der Winterdienst auf Radwegen dar. Hier ist Hessen Mobil für die Wege zuständig, die neben Bundes-, Landes- und Kreisstraßen verlaufen oder in diese integriert sind. »Wenn Radwege und kombinierte Rad-/Gehwege auch bei winterlicher Witterung wichtig für den Verkehr sind, müssen diese auch geräumt werden«, erklärt Pfeiffer. Ob dies der Fall ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Orientierung hierfür geben die Ergebnisse von Verkehrszählungen - beispielsweise, wenn ein Radweg auch als Schulweg im Winter intensiv genutzt wird.

Und sollte es doch einen milden Winter ohne viel Schnee und Eis geben? Dann haben die Straßenmeistereien trotzdem reichlich zu tun: Beispielsweise mit der Gehölzpflege an den Straßenrändern oder der Prüfung der Straßengräben. Und das eingelagerte Salz hat kein Verfallsdatum und kann auch noch in den nächsten Wintern zum Einsatz kommen.

Noch lassen Eis und Schnee auf sich warten. Die Straßenmeistereien sind aber vorbereitet.

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