Der Wildpinkler und die Fotofalle

  • Rüdiger Soßdorf
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Ja ist das denn die Möglichkeit? Ein Paketzusteller wurde dieser Tage dabei fotografiert, wie er sich an einer Hausecke erleichtert. Anwohner haben das ungehörige Verhalten des Mannes im Bilde festgehalten. Von vorne wie von hinten. Eines der »Beweisdokumente« liegt der Redaktion vor - aber wir verzichten aus nachvollziehbaren Gründen darauf, dies mit der (Frühstücks-)Lektüre zu präsentieren.

Wann und wo es sich zugetragen hat? Zu Wochenbeginn am helllichten Vormittag auf dem Grundstück einer Wohnungsbaugesellschaft in Heuchelheim. Ob die »Strafnorm« des Paragrafen 183 (»Exhibitionistische Handlungen«) erfüllt ist, wie der aufgebrachte Mieter meint, der das Foto gefertigt hat, das sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Gleiches gilt für seinen Wunsch, dass der Abgelichtete nicht »prämierter Mitarbeiter des Monats« wird, sondern eine fristlose Kündigung erhält.

Klar ist aber: »Wildpinkeln« geht nicht - und schon gar nicht an eine Hauswand. 35 Euro kostet’s an Bußgeld, wenn man erwischt wird - oder auch mehr. Dass es in der Gemeinde Heuchelheim außer jenen auf den Friedhöfen kein einziges öffentliches Klohäuschen gibt, mag zu Recht beklagenswert sein, soll an dieser Stelle aber auch nicht als Entschuldigung herhalten. Ist in Heuchelheim übrigens nicht viel anders als in den meisten ländlichen Gemeinden: Öffentliche WC-Anlagen haben Seltenheitswert. so

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