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Der kleine Karren und die wertvolle Fracht

  • vonSiglinde Wagner
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Was für ein Schauspiel: Nach der Trauung im Busecker Schlosspark hat Marcel Schepp dieser Tage seine Ehefrau Nadia auf dem schön geschmückten Leiterwagen bis zum Haus in der Siedlung gezogen. Den »Hochzeitsmarsch« spielten die angehängten Blechdosen. Große Aufmerksamkeit und Applaus der Passanten war den beiden gewiss...

Überhaupt ist die Geschichte des Heiratens im Busecker Schloss(park) reich an Anekdoten: Wie das anno 1990 war mit der ersten (nicht genehmigten) Eheschließung unter freiem Himmel mit Pferdekutsche, Jagdhornbläsern, Foxhound-Meute etc., daran hat unsere Busecker Mitarbeiterin Sigi Wagner dieser Tage im Beitrag »Heiraten in der Pandemie« erinnert. Stichwortgeber war kein geringener als der früheren Standesbeamte »Elu« Müller.

Kleiner Nachschlag gefällig aus der Sammlung von Anekdoten? Aber gerne doch!

Heute ist’s wohl kaum vorstellbar, dass für Trauungen ein Bürgermeister seinen Schreibtisch räumen muss. Es war eng im Thal’schen Rathaus am Anger in Großen-Buseck. Der Umzug der Verwaltung vor 40 Jahren ins Schloss wurde von den Bediensteten herbeigesehnt. Denn ein separates Trauzimmer gab es im Thal’schen Rathaus nicht. Wenn freitags Eheschließungen anstanden, dann musste der damalige Bürgermeister Werner Jost für einen blanken Schreibtisch sorgen. Mit wenigen Handgriffen wurde sein Büro zu einem Trauzimmer herausgeputzt. Eine edle Tischdecke wurde aufgelegt und beidseitig eine blühende Pflanze platziert. »Ich musste dann vorher zu ›Blumen-Volk‹ laufen und die beiden Blumenstöcke holen«, erinnert sich Heidrun Pfeiffer (geb. Becker) an ihre Ausbildungszeit von 1971 bis 1973. Es handelte es sich dabei meist um Alpenveilchen in einem Topf mit einer dunkelgrünen Plissee-Manschette, weiß Rainer Volk noch allzu gut. Sparsam waren die Busecker zudem: Die Blumen bekamen keinesfalls die Braut oder die Brautmutter geschenkt. Nach der Trauung wurden die Blumenstöcke wieder ins Geschäft zurückgebracht… siw/Foto: siw

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