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Der Ehrenbürgermeister und die »Jugendsünden«

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Dieser Tage war in den »Notizen…« von der Traditionsgaststätte und Schreinerei Leicht (»Bei Kallches«) zu lesen. Es ist das Elternhaus des früheren Biebertaler Bürgermeisters Günter Leicht. Dieser kann dazu eine Anekdote aus seiner Kindheit beisteuern: »Als Schulbuben saßen wir oft am Kreuz (Bieberstraße/Fellingshäuser Straße/Gießener Straße) entweder auf der Eingangstreppe zur Bäckerei Deuker oder auf den Eingangsstufen zur Gaststätte Mank.

Es wurden Bilder getauscht, Unfug gemacht oder einfach dem Straßenverkehr zugesehen. Einmal im Jahr, am Sonntag des Schotten-Rennens, war es besonders interessant. Da beobachteten wir am späten Nachmittag die Rückkehrer aus Schotten, die es Heiner Fleischmann oder ›Schorsch‹ Meier nachmachen wollten und durchs Dorf brausten.

Anfang der Fünfzigerjahre saß eines Tages Maler Mayer im Eingangsbereich der Gaststätte Mank und malte mein gegenüber liegendes Elternhaus. Das war natürlich hochinteressant für uns. Schnell scharten sich einige Jungs um den Maler mit seiner Staffelei und schauten ihm zu. Einer von uns, der um die Ecke wohnte, lief nach Hause, um etwas zu holen. Er kam mit einer blauen Tintentablette und warf diese heimlich in den Wassertopf des Malers. Bis der Maler das merkte, war das Bild verdorben. Ob er es noch retten konnte oder neu beginnen musste, weiß ich nicht mehr, denn nach einem Riesenärger stoben wir auseinander.« pm/Fotos: ws/Archiv

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