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Der Busecker »Elu« Müller und das Wappenfenster

  • vonSiglinde Wagner
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»Erzähl doch mal, wie es kam, dass vor 40 Jahren die Verwaltung in das Schloss einzog?« Die Antwort auf diese Frage erhielten unsere Leser im Bericht »Das Herzstück von Buseck« in der Ausgabe vom 25. März. »Elu« Müller aus Alten-Buseck, der nach 35 Jahren bei der Gemeindeverwaltung 2007 in Pension ging, hat viel zu erzählen.

Und er tut es gern. Die Erinnerungen sprudeln nur so aus ihm heraus. Zum Beispiel die, warum es Hans Busch zu verdanken ist, dass ein gestohlenes Wappenfenster aus der Schlosskapelle wieder dorthin zurückkehren konnte. Busch war Generalbevollmächtigter zur Verwaltung des Anwesens, eingesetzt durch die letzte adelige Besitzerin des Schlosses, Freifrau Evamaria Augusta Charlotta Anita Müller-Molner geb. von Nordeck zur Rabenau, kurz Maja genannt. Anfang der 70er, als die Nachricht vom geplanten Abriss des recht verwahrlosten Schlosses die Runde machte, wurde dort alles geklaut, was nicht niet- und nagelfest war. Damals konnte Busch von seinem höher gelegenen Bungalow aus mit einem Fernglas junge Männer beobachten, die das Wappenfenster mit einem Auto abtransportierten. Über das von ihm notierte Münchner Kennzeichen gelang es der Polizei, den Fahrer ausfindig zu machen: Ein Student, der in Mainzlar wohnte. Dort fanden die Ermittler das Wappenfenster in einer Badewanne, wo es von dem Studenten und zwei Kommilitonen mit einer Wurzelbürste gesäubert wurde. Die Baroness, die ein gutes Verhältnis zu der Verwalterfamilie pflegte, hat das Wappenfenster hiernach Busch überlassen. Vor der Haushaltsauflösung in 2016 konnte es der Heimatkundliche Arbeitskreis Buseck erwerben und restaurieren lassen.

Vorsitzende Elke Noppes übergab es auf der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Vereinsbestehen 2019 an Bürgermeister Dirk Haas. Um die Wirkung des Wappenfensters hervorzuheben, das jetzt wieder einen Platz in der Kapelle hat, baute Haas eine Hintergrundbeleuchtung ein. siw/Foto: siw

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