Dennis Pucher (Lich) tritt als Bundestagskandidat der FDP die Nachfolge von Hermann Otto Solms (links) im Wahlkreis Gießen/Vogelsberg an. Rechts der hessische FDP-Generalsekretär Moritz Promny. FOTO: SO
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Dennis Pucher (Lich) tritt als Bundestagskandidat der FDP die Nachfolge von Hermann Otto Solms (links) im Wahlkreis Gießen/Vogelsberg an. Rechts der hessische FDP-Generalsekretär Moritz Promny. FOTO: SO

FDP-Direktkandidat

Dennis Pucher aus Lich will in den Bundestag

  • Rüdiger Soßdorf
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Dennis Pucher aus Lich kandidiert für den Deutschen Bundestag. Der 40-jährige Unternehmensberater ist von der FDP zum Direktkandidaten im Wahlkreis Gießen/Vogelsberg gewählt worden.

Dennis Pucher erzielte in der Wahlkreisversammlung der FDP im Licher Bürgerhaus ein Traumergebnis. Er erhielt nahezu ungeteilte Zustimmung der Mitglieder: 48 Liberale votierten für seine Kandidatur, es gab in geheimer Abstimmung nur eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen.

"Mein Wegweiser und Kompass ist die Freiheit des Menschen", gab der junge Liberale als Motto aus. Und plädierte dafür, statt der häufigen Debatten auf Nebenkriegsschauplätzen sich um die zentralen, zukunftsorientierten Fragen und Themen zu kümmern: Und dabei diese "groß zu denken und nicht klein-klein". Pucher: "Die Frage ist: Wie wollen wir in 20 oder 30 Jahren in dieser Republik zusammenleben?" Als zentrale Themen benennt er beispielsweise eine Rentenreform und die Digitalisierung.

Solms will kürzertreten

Pucher, zugleich FDP-Kreisvorsitzender in Gießen und Mitglied der Kreistagsfraktion, kandidiert damit in der Nachfolge von Dr. Hermann Otto Solms (ebenfalls aus Lich). Dieser hatte Puchers Bewerbung schon seit Längerem gutgeheißen und gefördert. Folgerichtig hat er ihn am Samstag auch vorgeschlagen. Solms hat seit 1975 zwölfmal im Wahlkreis 173 (Gießen/Vogelsberg) kandidiert. Der Liberale gehört dem Bundestag mittlerweile seit 37 Jahren an. Den 80. Geburtstag im Blick, will er etwas kürzer treten: Solms wird nicht nur dem nächsten Bundestag nicht mehr angehören - beim außerordentlichen Bundesparteitag der FDP in der kommenden Woche wird er sein Amt als Bundesschatzmeister der FDP niederlegen: "Ich habe meine Aufgabe erledigt. Die Finanzen der Partei sind geordnet", sagte er. Und: "Ich unterstütze meine Partei, so lange es in meinen Kräften steht. Einmal Liberaler, immer Liberaler", schloss er seine Rede, die mehrfach vom Applaus der Mitglieder unterbrochen wurde

FDP ist anderen Parteien voraus

Mit Blick auf die Bundestagswahl sieht Solms "ausgezeichnete Chancen für die FDP", mahnte seine Partei aber, sich klar zu positionieren. Mit Blick auf die politischen Mitbewerber sieht er neben der FDP lediglich bei der CSU die Frage der Parteiführung geordnet und geklärt: Insofern sei ein Ergebnis einer Bundestagswahl eher unklar, blickte er am Samstag auf Berlin.

Die FDP ist mit der Personalentscheidung vom Samstag die erste Partei im Kreis Gießen, die bereits einen Bundestags-Kandidaten benannt hat. Die Parteitage von CDU, SPD, Grünen, Linke und AfD werden in den kommenden Wochen und Monaten stattfinden.

Der FDP-Parteitag vom Samstag hatte darüber hinaus ein umfangreiches Programm, so dass es eigentlich für drei Veranstaltungen gereicht hätte. Es war zugleich eine Mitgliederversammlung mit Rechenschaftsbericht des Vorstands und Neuwahl der Parteispitze. Zudem wurde die Kandidatenlisten für die Wahl zum Kreistag am 14. März 2021 im Landkreis Gießen zusammengestellt und verabschiedet. Nicht zuletzt wurde das Programm für die Kreistagswahl beschlossen. Pandemie bedingt wurden die Veranstaltungen gebündelt.

Jünger und weiblicher

Die FDP im Kreis Gießen zählt aktuell 279 Mitglieder. Das selbstgesteckte Ziel, die 300er-Marke zu knacken, wurde nicht erreicht. Laut Pucher ist die Mitgliederzahl damit aber fast gehalten worden - trotz Verlusten im Nachgang zur Thüringen-Wahl sowie einer hohen Fluktuation bei den studentischen Mitgliedern. Aber: Die Partei hat sich verjüngt: Der Altersschnitt der Mitglieder liegt jetzt bei 50,7 Jahren. Das Durchschnittsalter bei den Neueintritten allerdings bei 31 Jahren. Als Dennis Pucher vor vier Jahren den Vorsitz übernahm, da lag dieser Wert noch bei 49 Jahren. Pucher: "Das zeigt, dass es uns gelingt, junge Leute anzusprechen". Der Anteil der Frauen in der Partei liegt bei knapp 25 Prozent. Eine leichte Steigerung, "aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Da haben wir noch viel Arbeit", so die Einschätzung des alten und neuen Vorsitzenden.

Das personelle Angebot bei der Kreistagswahl setzt auf vertraute und neue Gesichter gleichermaßen: Spitzenkandidat ist der Gießener Jurist Harald Scherer (Biebertal). Auf den weiteren Plätzen kandidieren Dennis Pucher (Lich), Vanessa Rücker, Christian Krauss (beide Gießen), Konstantin Heck (Staufenberg), Christine Schneider (Lollar).

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