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Das Licher Ehepaar und die tierischen Untermieter

  • VonPatrick Dehnhardt
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Annegret und Manfred Knabe haben auf einen gepachteten Grundstück am Rande von Lich einen Naturgarten. Dazu zählen neben Obstbäumen und Sträuchern auch ein Feuchtbiotop mit Fischen und Lurchen - sowie eine besondere WG.

Ein Geräteschuppen und ein »Plumpsklo« sind auf dem Areal vorhanden. Damit die Handtücher einen Platz haben, brachten Knabes darin ein Regal an, direkt unter der Decke. Eine 1A-Wohnlage, dachte sich wohl eine Siebenschläferin.

Eines Tages entdeckten Annegret und Manfred Knabe sie dort. »Auf dem Regal hatte sie sich dort häuslich eingerichtet. Zuerst wickelte sie WC-Rollen auf und räumte um.« Das stille Örtchen versprach Schutz vor Fressfeinden.

»Mehrere Jahre begrüßten wir sie jedes Frühjahr am Morgen. Wir durften nur kurz hereinschauen und so akzeptierte sie uns. Wir lebten friedlich zusammen und stellten sie auch zur kurzen Ansicht bei unseren Wanderfreunden als ›unsere Klofrau‹ vor«, schildern die Knabes.

Nur letztes Jahr blieb die Untermieterin aus. Dies sorgte zunächst für Verwunderung und Sorgen.

»Meine Frau fand beim Rhabarberernten einen vom Baum gefallenen Vogelkasten. Als ich in den Kasten zum Reparieren vorsichtig hineinschaute, entdeckte ich dort fünf kleine Siebenschläfer«, schreibt Manfred Knabe. Da man vermutete, der Nachwuchs würde zur tierischen Untermieterin gehören, stellte man den Kasten zunächst einmal sicher auf das Regalbrett im Klo. Dies war ein guter Gedanke, denn die Siebenschläferin kümmerte sich dort einige Tage um ihren Nachwuchs, bevor sie ihn umsiedelte.

»Ein Jahr später im Frühjahr waren wir erstaunt, als wir zur Begrüßung nach unserer Siebenschläferin schauten: Sie war nicht allein. Auf dem Regalbrett waren zeitweise fünf Jungsiebenschläfer zu Besuch.«

Solch schöne tierischen Erlebnisse hat man, wenn man den Grundsatz des Ehepaars berücksichtigt: »Wir haben festgestellt, das Tiere und Menschen bei gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme gut miteinander auskommen. Uns besuchten viele Vögel, Hasen und ab und zu auch ein Reh.« bf/FOTO: PM

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