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Die Auswahl an Kandidaten ist groß - allein 500 Bewerber gibt des für die 81 Sitze im Gießener Kreistag.

Kommunalwahl

Das große Ankreuzen

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Mehr als 200 000 Menschen im Kreis Gießen wählen am Sonntag ihre Vertreter in Ortsbeiräten, Gemeindevertretungen, Stadtverordnetenversammlungen und im Kreistag.Fragen und Antworten.

?Was wird im Kreis Gießen und in Hessen alles gewählt?

Am Sonntag werden die Kommunalparlamente im ganzen Land neu gewählt. Die Bürger bestimmen also über die Zusammensetzung der Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen ihrer Wohnorte für die nächsten fünf Jahre. Sie wählen ihre Vertreter im Kreistag und bestimmen die Mitglieder von Ortsbeiräten. Zudem werden - Besonderheit in diesem Jahr - am gleichen Tag die Ausländerbeiräte gewählt.

?Wer stellt sich im Kreis Gießen zur Wahl?

Um die 81 Sitze im Kreistag bewerben sich rund 500 Kandidaten. Neun Parteien oder Wählervereinigungen sind bei der Wahl des Kreistages zugelassen: CDU, SPD , Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Freie Wähler, Gießener Linke, AfD, DIE PARTEI und VOLT. In den Kommunen und bei den Ortsbeiräten treten zumeist weniger Listen an. Bei den Ortsbeiräten gibt es oft nur eine gemeinsame Bürgerliste. Um die 21 Sitze im Kreisausländerbeirat bewerben sich 63 Kandidaten aus vier Wählergruppen.

?Wer darf am Sonntag wählen?

Wahlberechtigt sind 200 000 Menschen im Landkreis Gießen, Sie müssen 18 Jahre alt sein und mindestens seit drei Monaten ihren Wohnsitz im Kreis haben. Sie müssen zudem deutsche Staatsangehörige oder EU-Bürger mit Wohnsitz in Deutschland sein. Den Kreisausländerbeirat wählen die hier lebenden Ausländer.

?Welche Wahlmöglichkeiten gibt es?

Wähler können ein Kreuz bei der von ihnen favorisierten Liste setzen. Oder sie können ihre Stimmen - so viele, wie Vertreter in ein Gremium zu wählen sind - auf mehrere Kandidaten mehrerer Listen verteilen. Und sie können einzelne Kandidaten mit zusätzlichen Stimmen bedenken (kumulieren und panaschieren).

?Wie funktioniert das mit dem Kumulieren...?

Durch Kumulieren kann man bis zu drei Stimmen für einen Kandidaten abgeben, um ihn auf seiner Liste nach vorne zu bringen.

?und wie mit dem Panaschieren?

Durch Panaschieren kann man Stimmen auf Kandidaten mehrerer Listen verteilen. Man kann also auch ohne Listenkreuz Bewerbern jeweils bis zu drei Stimmen geben (kumulieren) oder Stimmen unter Bewerbern aus verschiedenen Parteien verteilen (panaschieren). Wer panaschiert und nicht alle 81 Stimmen einzeln vergibt, der kann zusätzlich eine Liste ankreuzen. Deren Kandidaten erhalten dann alle anderen noch nicht vergebenen Stimmen.

?Darf ich Kandidaten von einer Liste streichen?

Wer die Liste einer Partei oder Wählervereinigung ankreuzt, der kann einzelne Bewerber daraus streichen. Dann werden die Stimmen an die anderen Bewerber auf der Liste verteilt, bis alle Stimmen vergeben sind.

?Wie ist das mit der Briefwahl? Geht das heute noch?

Ja - wenn man sich beeilt. Briefwahl kann online/per mail oder persönlich bis Freitag, 12. März, bei der Gemeinde beantragt werden. Zumindest theoretisch. Telefonisch geht nicht. Und der Postweg ist zu lang. Wer heute noch Briefwahl-Unterlagen haben will, ist auf der sicheren Seite, wenn er sein Rathaus/Wahlamt direkt kontaktiert und die Unterlagen abholt. Obacht bei der Rückmeldung: Die Post stellt am Sonntag keine Briefe zu, also auch keine Wahlbriefe. Ergo: Rechtzeitig abschicken oder besser direkt beim Rathaus einwerfen. Einen besonderen Grund für den Briefwahlantrag braucht es übrigens nicht.

?Wie hoch ist die Briefwahl-Beteiligung?

Das lässt sich erst am Sonntagabend sagen. Klar ist schon jetzt: Die Zahl der Briefwähler hat sich gegenüber 2016 in vielen Kommunen verdoppelt, so etwa in Biebertal und in Heuchelheim. Oder gar verdreifacht, wie in der Rabenau. Die Gründe sind vielfältig: Da ist zum einen die Angst vor Corona. Zum anderen ist es schlicht komfortabler, Zuhause in aller Ruhe das etwas aufwendigere Kumulieren und Panaschieren zu praktizieren.

?Sind die Wahllokale offen und sicher?

Ja Alle Wahllokale sind Sonntag von 8 bis 18 Uhr offen. Auf die Hygiene-Regeln wird zum Schutz der Wähler wie der ehrenamtlichen Wahlhelfer geachtet. Bitte nach Möglichkeit einen eigenen Kuli (blaue oder schwarzer Mine), Maske sowie Wahlbenachrichtigung und Ausweis mitbringen. Und vielleicht etwas mehr Zeit.

?Wann und wo erfahre ich die Wahlergebnisse?

Auf der Internetseite www.VoteManager.de sind alle Wahlergebnisse online einzusehen. Dort stellen die Kommunen die Ergebnisse unmittelbar nach der Auszählung digital bereit; viele Kommunen tun dies auch auf ihrer eigenen Homepage. Das Hessische Statistische Landesamt bietet Ergebnisse aller Städte, Gemeinden und Landkreise unter www.hsl.de . Ihre Tageszeitung informiert aktuell unter www.giessener-allgemeine.de sowie am Montag in der Printausgabe mit ersten Analysen zu den Trendergebnissen.

?Wann liegen die endgültigen Ergebnisse vor?

Das kann Dienstag oder Mittwoch werden. Am Sonntag werden nur Wahlzettel ausgewertet, die ein Listenkreuz tragen und ansonsten unverändert sind. Insofern sind die Zahlen, die Sonntagabend und Montagfrüh veröffentlicht werden, nur ein Trendergebnis. Alle Stimmzettel, auf denen vom Kumulieren und Panaschieren Gebrauch gemacht wurde, werden erst am Montag und vielleicht noch Dienstag von den Mitarbeitern der Rathäuser ausgezählt. Zu vermuten ist: Die hohe Briefwahl sorgt für mehr veränderte Stimmzettel. Also bleibt es bis Montag bei einem Trend.

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