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Die österreichische Volksmusikerin Melissa Naschenweng sorgt mit ihrer steirischen Harmonika seit Jahren für Begeisterungsstürme. Am 2. Oktober ist sie der Stargast auf dem Oktoberfest am Dutenhofener See.

Wiesn-Auftakt

Darum kommen Stars wie Melissa Naschenweng zur Wiesn am Dutenhofener See

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Die Wiesn am Dutenhofener See hat Kultstatus. Seit 13 Jahren öffnet Gastronom Markus Strasser "Am Anker" für zehn Tage das Oktoberfestzelt. Auch ab Freitag werden wieder 25 000 Maß Bier über die Theke gehen.

Herr Strasser, das Oktoberfest "Am Anker" steigt zum mittlerweile 13. Mal. Was ist das Besondere an der See-Wiesn?

Markus Strasser:Sie verläuft immer friedlich, es gab noch nie einen ernsthaften Zwischenfall oder größere Schlägereien. Das ist ungewöhnlich und macht einen als Gastronom zufrieden. Die Leute sind einfach gut drauf und feiern ordentlich. Eines sticht besonders heraus und freut uns schon beim Einlass jedes Jahr neu: Alle, wirklich alle kommen im Dirndl oder in Lederhosen. Das Oktoberfest-Flair wird von allen gelebt. Das lieben auch die Künstler.

Wie lange ist die Vorlaufzeit für solch einen Zehn-Tage-Event?

Strasser:Wenn das eine Oktoberfest zu Ende geht, beginnt bereits die Organisation für das nächste. In erster Linie die Absprache mit den Agenturen, deren Bands, die ja tatsächlich zur gleichen Zeit überwiegend auch auf der Original-Wiesn in München auftreten - wie etwa die Sumpfkröten oder die Draufgänger. Da sind wir stolz drauf.

Wo Oktoberfest draufsteht, ist auch Oktoberfest drin?

Strasser:Genau. Wir haben keine Kopien. Das sind alles Originalgruppen und -künstler. Wir wollen echt, wollen authentisch sein. Gerade das kommt bei den Gästen an.

Wer trifft die Auswahl der Künstler, der Solisten und der Gruppen?

Strasser:Das machen wir mit unserem vierköpfigen Orga-Team, das sich praktisch das ganze Jahr über Gedanken macht. Ein besonderes Händchen hat dabei aber unsere Petra Spiler, die immer wieder ihr Gespür für unentdeckte Talente entwickelt. Sie hat im Vorjahr die Draufgänger mit "Cordula Grün" hierher geholt. Bombastisch! In diesem Jahr hat sie Melissa Naschenweng ins Gespräch gebracht, noch bevor der Hype um sie entstanden ist. Einfach großartig!

Wann beginnt die heiße Phase?

Strasser:Vier Wochen vorher. Das beginnt beim Zeltaufbau, der Koordination aller Beschäftigen vom Servicepersonal bis zur Security. Schließlich sind an den einzelnen Abenden 50 bis 60 Leute im Einsatz, die sich um das Wohl der 1800 bis 2000 Gäste kümmern. Dann stehen den meisten von uns 16-Stunden-Tage bevor.

Was hat sich in all den Jahren geändert?

Strasser:Ich muss schon sagen, dass die Auflagen viel strenger geworden sind, was Security oder Brandschutz betrifft, was die Kosten bezüglich der GEMA-Gebühren, der Sozialversicherungskasse und vieles mehr anbelangt. Und unsere Künstler sind ja alle namhaft und authentisch, da sind auch die Gagen entsprechend gestiegen.

Auf der Münchner Wiesn wird gerne in Rekorden gerechnet. Sechs Millionen Besucher, eine Million Maß, eine Milliarde Euro Umsatz. Was wird denn so bei den See-Wiesn am "Anker" an den sechs Oktoberfest-Abenden und -Tagen verzehrt und getrunken?

Strasser:Nach zwölf Jahren hat man da seine Erfahrung und festen Werte. Da das Essen auf der Ur-Wiesn ja Pflicht ist, bei uns aber nicht, lässt sich bei uns nur schwer sagen, wie viel gegessen wird. Beim Bierausstoß aber schon, da rechnen wir - wie in den Vorjahren - mit 25 000 Litern, wobei es bei uns traditionell frisch gezapftes Original-Oktoberfestbier von Paulaner gibt. Da legen wir wie bei den Künstlern großen Wert auf Authentizität. Mit Ausnahme der Mallorca-Party für junge Leute, ohne die es heute auch nicht mehr geht. Aber das haben wir programmtechnisch und terminlich strikt getrennt.

Auf was freuen Sie sich in diesem Jahr ganz besonders?

Strasser:Auf den 2. Oktober, den Abend vor dem Tag der Deutschen Einheit. Dann tritt in Melissa Naschenweng eine Künstlerin auf, die gerade durch die Decke geht und vom ZDF-"Fernsehgarten" bis zum "Musikantenstadl" überall angefragt wird. Sie kommt zudem aus meiner Heimat Kärnten, was für mich ein zusätzlicher Impuls ist. Sie in diesem Jahr hier zu haben, ist einfach herausragend.

Gibt es gegenüber den Vorjahren Neuerungen beim Konzept?

Strasser:In diesem Jahr veranstalten wir unsere Wiesn erstmals gemeinsam mit Entertainer Dirk Daniels, der seine jahrelange Event-Erfahrung einbringt und den Festtagen eine zusätzliche Note verleiht. Unser Bühnenbild an der Giebelseite mit echten Holzschwarten verleiht dem Ganzen noch mehr Oktoberfest-Charme. Erstmals haben wir einen VIP-Paulaner-Stadl für 60 Leute - der ist an jedem Abend bereits ausverkauft.

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