Bei den Räumungen im Dannenröder Forst waren zahlreiche Polizeikräfte im Einsatz. Eine erste Bilanz der Kosten. (Archivbild)
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Bei den Räumungen im Dannenröder Forst waren zahlreiche Polizeikräfte im Einsatz. Eine erste Bilanz der Kosten. (Archivbild)

A49-Ausbau

Dannenröder Forst – Einsätze der Polizei kosten Millionen

  • VonSebastian Richter
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Die Proteste im Dannenröder Forst führten zu Großeinsätzen der Polizei. Eine erste Bilanz zeigt das Ausmaß der Kosten.

Homberg/Ohm – Es war der größte Polizeieinsatz der vergangenen Jahre in Hessen: die Räumung von Aktivisten aus dem Dannenröder Forst bei Protesten gegen den Ausbau der A49. Die Umwelt und Klimaschützer hatten sich in Baumhäusern verschanzt und zahlreiche Barrikaden errichtet, um den Weiterbau der Autobahn und vor allem das Fällen der Bäume zu verhindern. Die Polizei begleitete die Rodungsarbeiten, da „jederzeit mit gewalttätigen Handlungen und Störaktionen gerechnet werden musste“, wie das hessische Innenministerium am Donnerstag (27.05.2021) erklärte.

Zeitweise waren mehr als 2000 Beamte pro Tag im Einsatz, auch aus anderen Bundesländern wurde Unterstützung angefordert. Die Präsenz der Polizei kostet natürlich – und wurde richtig teuer. Alleine die Kosten für außerhessische Kräfte zwischen dem 1. Oktober und dem 8. Dezember beliefen sich nach Hochrechnungen auf etwa 19 Millionen Euro.

Polizeieinsatz im Dannenröder Forst kostet hohen Millionenbetrag

Darüber hinaus mussten die Polizisten irgendwo untergebracht werden – auch das kostet. Zusammen mit weiteren Sachkosten wie der Anmietung von Logistikflächen, Verpflegung und anderen Dienstleistungen kommt das Innenministerium auf zusätzliche Kosten von etwa 12 Millionen Euro.

Grundsätzlich werden die Kosten der hessischen Polizisten für den Einsatz im Dannenröder Forst mit den monatlichen Bezügen abgegolten, so das Ministerium. Die Kosten für die außerhessischen Beamten und Bundespolizisten seien noch vorläufig, da die Abrechnungen hier noch liefen oder noch zu erwarten seien.

Gewaltsame Proteste im Dannenröder Forst – Kritik an Polizei

Die teils massiven Proteste der Aktivisten und die Räumungen im Dannenröder Forst bezeichnete Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) als „die herausragende Einsatzlage der letzten Jahre in Hessen“. Mehr als 300 Blockaden und 175 Baumhäuser mussten geräumt werden.

Dabei seien die Maßnahmen der Ausbaugegner mit zunehmendem Rodungsfortschritt im Dannenröder Forst immer offensiver geworden, teils mit militantem Charakter. Das geht aus der Antwort einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion im hessischen Landtag hervor. Die Polizeibeamten seien mit Steinen, Fäkalien oder Pyrotechnik beworfen worden, auch Zwillen kamen zum Einsatz, so das Ministerium. Die Aktivisten selbst hatten der Polizei wiederholt vorgeworfen, bei der Räumung Gewalt einzusetzen und Menschenleben zu gefährden.

Auch nach Abschluss der Rodungsarbeiten haben Aktivisten angekündigt, weiter im Dannenröder Forst demonstrieren zu wollen. (Sebastian Richter)

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