Daniel Müller ist neuer Bürgermeister

  • Rolf Schwickert
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Die Gemündener Wähler haben mit Daniel Müller dem jüngsten Bewerber mit einschlägiger Vorbildung die Führung des Rathauses übertragen. Das war naheliegend, wie am Wahlabend von lokalen Parteienvertretern geäußert wurde. Olaf Pior hatte an einen Wahlsieg nie geglaubt, Gerhard Kaminski aber zumindest den Einzug in eine Stichwahl als Möglichkeit gesehen.

Heute hat Daniel Müller frei. Seinen Noch-Arbeitsplatz im Grebenauer Rathaus wird er erst am Dienstag wieder einnehmen. Und dann ist klar: Seine Anwesenheit ist zeitlich begrenzt. Denn der 28-Jährige wurde am Sonntag mit 75,8 Prozent als Nachfolger des Ende April 2022 aus dem Amt scheidenden Bürgermeister Lothar Bott gewählt. Damit hat die BGG ihren Kandidaten mit einem sehr guten Ergebnis durchgebracht. Bereits bei der Kommunalwahl im März war die BGG als Wahlsieger in dem Parlament mit drei Gruppierungen hervorgegangen.

Die beiden Mitbewerber kamen am Sonntag deutlich abgeschlagen auf den zweiten und dritten Platz. Dabei landete Gerhard Kaminski immerhin einen Achtungserfolg mit 19,4 Prozent. Denn der 66-Jährige hatte zwar einige Jahre in Gemünden gelebt, war aber dort kommunalpolitisch nicht in Erscheinung getreten. Immerhin hatte er von der SPD Unterstützung erfahren, während die dritte politische Kraft in Gemünden, die UBL, keinen der drei Bewerber favorisierte.

Und der 54-jährige Olaf Pior blieb mit 4,8 Prozent abgeschlagen. Er hatte weder Rückhalt durch eine der politischen Gruppierungen noch einschlägige Verwaltungserfahrung vorzuweisen.

Elpenrod meldete als erster Ortsteil das Teilergebnis zur Bürgermeisterwahl, und dabei zeichnete sich ein deutlicher Trend ab, wo beim Gesamtergebnis die Kandidaten landen würden. Müller hatte beim ersten Teilergebnis mit 85,3 Prozent die Nase vorn, die Mitbewerber kamen mit je acht Stimmen auf 7,3 Prozent. Diese Zahlen wurden im Rathaus über Leinwand im Foyer beziehungsweise Bildschirm im offenen Fenster an die interessierten Besucher vermittelt. Die Informationen nach draußen waren wegen der Platzbeschränkung unter Coronabedingungen im Rathaus erfolgt.

War die Zahl der Besucher bis gegen 19.30 Uhr noch überschaubar, so füllte sich der Rathausvorplatz später nach einem kurzen Regenschauer mit bis zu 50 Personen Dabei überwog die Zahl der Anhänger von Müller deutlich, Nach Verkündigung des vorläufigen Ergebnisses zog man in das für die Wahlparty vorbereitete Sportheim.

War das Wahlergebnis zu erwarten? Ja, äußerte BGG-Urgestein Walter Momberger, der auf 70 Prozent für »seinen« Bewerber getippt hatte »und 30 Prozent für Gerhard Kaminski minus die Prozente für Olaf Pior«. Auch Klaus-Dieter Jensen von der UBL meinte, »alles unter 60 Prozent für Müller wäre eine Überraschung gewesen.«

Wahlsieg nicht in der Höhe erwartet

»Ich habe das kommen sehen«, konstatierte Olaf Pior, als sich seine Niederlage abzeichnete. Der Vorlauf für den Wahlkampf sein einfach zu kurz gewesen. Aber er wolle sich weiter in die Gemündener Kommunalpolitik einbringen. In der aus seiner Sicht finanziell gut aufgestellten Gemeinde (»Das hat Bott gut gemacht«) würden Kindergarten und Abwasserentsorgung das Gros der Mittel binden, das Aufwerten des Bahnhofsumfeldes würde er zeitlich nach hinten schieben.

Eine Podiumsdiskussion der drei Bewerber habe gefehlt, bedauerte der Zweitplatzierte Gerhard Kaminski. Dann hätten sich noch mehr Leute ein Bild von allen Bewerbern machen können. Seine Veranstaltungen seien zwar gut besucht gewesen, aber es sei wohl zu optimistisch gewesen, das auf das Wahlergebnis hochzurechnen. Zudem habe er wohl nicht die UBL-Wähler überzeugen können. »Schade«, fasste Lukas Becker von der SPD das Wahlergebnis zusammen. Aber wir haben einen guten Bewerber unterstützt. Was den Wahlsieger anlange, so müsse der jetzt beweisen, dass er das Vertrauen der Wähler rechtfertige. »Ich bin überwältigt«, gestand Wahlsieger Daniel Müller ein. Dass er die Wahl gewinnen werde, habe er ja geglaubt - sonst tritt man nicht an. Aber dass es in der Höhe gekommen war, hatte ihn dann doch überrascht. Am 1. Mai 2022 wird er das neue Amt antreten. Auch theoretisch wird er dann gut vorbereitet sein, denn Ende März legt er die Prüfung zum Verwaltungsfachwirt ab.

Aber auch unter den Zweitplatzierten konnte man dem Wahlabend etwas Positives beimessen. »Ehringshausen ist in allen Bereichen dick rot«, zeigte sich SPD-Vorsitzender Lukas Becker in Hinblick auf die Bundestagswahl-Zahlen sehr zufrieden.

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