"Der Pfarrer hat hier noch Zeit"

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  • Patrick Dehnhardt
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Alle Hände voll zu tun hatte dieser Tage Carsten Heß. Denn bevor er am 1. August seinen Posten als neuer Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Hochelheim-Hörnsheim antreten konnte, war er noch im Hochwassereinsatz: In Idar-Oberstein war durch eine Schlammlawine sein Haus verwüstet worden. Da hieß es erst einmal Schlamm schippen und Möbel schleppen. Umso mehr freut er sich nun, zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn in das schöne Pfarrhaus neben dem Paul-Schneider-Gemeindezentrum in Hüttenberg einzuziehen.

Alle Hände voll zu tun hatte dieser Tage Carsten Heß. Denn bevor er am 1. August seinen Posten als neuer Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Hochelheim-Hörnsheim antreten konnte, war er noch im Hochwassereinsatz: In Idar-Oberstein war durch eine Schlammlawine sein Haus verwüstet worden. Da hieß es erst einmal Schlamm schippen und Möbel schleppen. Umso mehr freut er sich nun, zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn in das schöne Pfarrhaus neben dem Paul-Schneider-Gemeindezentrum in Hüttenberg einzuziehen.

Heß ist 1967 geboren. Über viele Jahre war er nebenberuflich als Journalist tätig und zeitweise Geschäftsführer einer Kommunikationsagentur. Er hat in Wuppertal, Bochum und Bonn evangelische Theologie studiert. Während der Bonner Jahre war er unter anderem als freier Mitarbeiter im Deutschen Bundestag sowie für die internationale "Vereinigung zur Förderung der Völkerverständigung" tätig. Er spielt gerne Kirchenorgel, aber auch Klavier, Gitarre, Flöte, Trompete und Posaune. Zudem mag der 51-Jährige tiefschwarzen Südstaaten-Blues-Rock.

Seine Liebe zur Musik spiegelt sich auch in den Schwerpunkten seiner bisherigen Gemeindearbeit wider. So gehörten dazu auch Kinder- und Jugend-Musical-Projekte. Insgesamt will er eine kreative Gemeindeentwicklung fördern. Dazu zählen für Heß ein zeitgemäßer kirchlicher Unterricht, Bibelkreise und besondere Gottesdienste. Außerdem sind ihm eine unkomplizierte Seelsorge sowie der Kontakt mit kirchendistanzierten Mitmenschen besondere Anliegen.

Zwei seiner Lieblingszitate spiegeln dies gut wieder: "Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener. Und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht" (Matthäus 20) und "Erst wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht besiegt, wird die Welt wissen, was Frieden heißt". Das erste Zitat wird Jesus zugeschrieben, das zweite Jimi Hendrix. Heß möchte die Menschen für den Glauben begeistern. Als er beim Vorstellunsggespräch für die Stelle als Pfarrer gefragt wurde, welche Bilanz er beispielsweise nach 17 Jahren in Hochelheim-Hörnsheim gerne ziehen würde, sagte er: "Dass möglichst viele Menschen Jesus nachfolgen."

Auf die Arbeit in Hüttenberg freut er sich bereits sehr: "Ich staune über das große Potenzial in Hochelheim und Hörnsheim: Erwartungsvolle Menschen mit großer Neugier, wie es weitergeht, und viele motivierte Mitarbeiter voller Ideen", sagt er. Die Nachbargemeinden seien freundlich, der CVJM sehr lebendig. "Auch das Übergangspresbyterium während der langen Vakanzzeit war beeindruckend fleißig und ausdauernd", sagt er.

Besonders dankbar ist Heß dafür, dass die Gremienarbeit und Gemeindearbeit – also Bürokratie und Gestaltung – in Hüttenberg "in einem vernünftigen Verhältnis" zueinander stünden. "Der Pfarrer hat hier noch Zeit für die Menschen" und könne mit den Teams vor Ort die kreative und nützliche Gemeindeentwicklung unterstützen. "Wir alle zusammen werden uns gegenseitig dabei unterstützen, so unkompliziert wie möglich eine nützliche, gastfreundliche, missionarisch-diakonische und kreative Volkskirche zu sein."

Einführung am 16. September

In sein Amt wird Heß mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 16. September, um 14.30 Uhr in der Hochelheimer Kirche von Pfarrer Jürgen Süß, Superintendent des Kirchenkreises Wetzlar, eingeführt. Gleichzeitig werden dann auch die neuen Mitglieder des Presbyteriums vereidigt. Mit Blick auf die weltweiten Nöte bittet Heß darum, auf Begrüßungsgeschenke zu seiner Amtseinführung zu verzichten. Stattdessen bittet er um Spendenbeiträge für Open Doors e.V., eine Organisation, die sich um verfolgte Christen, vor allem in islamisch geprägten Ländern, kümmert. Für ihn persönlich ist ein freundlicher Händedruck als Zeichen des Willkommenheißens genug. (Foto: pm)

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