Der Fall im Landkreis Gießen steht im Zusammenhang mit den Corona-Fällen in NRW. FOTO: DPA

Coronavirus

Coronavirus: Studentin aus Gießen erkrankt - Weitere Details zum Fall

Eine junge Frau aus Gießen hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Die 24-Jährige steht ebenso wie ihr Mitbewohner unter häuslicher Quarantäne. Der Fall steht in Zusammenhang mit den Erkrankungen in NRW.

  • Coronavirus in Gießen: Nachweis bei Studentin
  • Auch Mitbewohner unter häuslicher Quarantäne
  • Kontakt nach Heinsberg
  • In den letzten Tagen nicht an der Uni

Update, 29.2.2020, 15.00 Uhr: Inzwischen sind weitere Details zum Coronavirus-Fall im Kreis Gießen bekannt. Demnach ist die Patientin 24 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen. Dort war sie zum Karneval in Heinsberg und hat sich mit dem Virus angesteckt.

Die 24-Jährige lebt in Gießen und ist Studentin. An der Uni war sie offenbar in den letzten Tagen nicht, weil sie ihre Bachelorarbeit schreibt und momentan ohnehin Semesterferien sind. 

Coronavirus in Gießen: Studentin betroffen - auch Mitbewohner unter häuslicher Quarantäne

Bisher wurden 12 Kontaktpersonen der jungen Frau ausgemacht. Sechs stammen aus Hessen, zwei aus dem Saarland, vier aus NRW. 

Bei der einzigen Kontaktperson aus dem Kreis Gießen handelt es sich um ihren Mitbewohner. Auch er war beim Karneval in Heinsberg, zeigt bisher aber keine Symptome. Beide stehen unter häuslicher Quarantäne.  

Gesundheitsamtsberater Bremer: "Ich gehe davon aus, dass wir den Fall im Griff haben" 

Die junge Frau hatte sich nach Auftreten der ersten Symptome am Freitag beim Gesundheitsamt gemeldet. Am Abend bestätigte sich die Infektion. Landrätin Anita Schneider sprach auf einer Pressekonferenz am Samstagmittag davon, dass sich die Studentin"sehr kooperativ gezeigt" habe.

Aufgrund der sofort ermittelten Kontaktpersonen und der nachvollziehbaren Infektionskette "gehe ich davon aus, dass wir den Fall im Griff haben", sagte Dr. Jörg Bremer, Berater und langjähriger Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Das Gesundheitsamt halte "engen telefonischen Kontakt" zu den beiden von der Quarantäne Betroffenen, sagte Bremer weiter. Versorgt werden sie zur Zeit von Freunden.  

Keine Veranlassung, Veranstaltungen abzusagen 

Zur allgemeinen Coronavirus-Situation erklärte Experte Bremer: Es gehe jetzt vor allem darum, Zeit zu gewinnen, damit der Höhepunkt der momentan grassierenden Grippewelle nicht mit dem Coronavirus zusammentreffe. "In ein bis zwei Wochen wird sich die Influenza-Situation langsam entspannen", sagte er. Wie sich allerdings das Coronavirus ausbreiten werde, "ist derzeit nicht einzuschätzen".

Momentan, so erklärten die Verantwortlichen des Kreises, sehe man keine Veranlassung, größere Veranstaltungen wie etwa die zur Zeit in Gießen stattfindende Bau-Expo, zu stoppen. Sollte sich die Situation in den kommenden Tagen und Wochen allerdings ändern, werde man von Fall zu Fall entscheiden.

Auch wenn beispielsweise Personal oder Kinder in Kitas oder Schulen vom Virus betroffen sein sollten, werde es immer eine Einzelfallprüfung geben. "Wenn es angezeigt ist, werden wir eine Einrichtung aber auch schließen", sagte Bremer. 

Das Gesundheitsamt hat für eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet. Bürger können sich unter der Telefonnummer 0641/9390-1400 an die Behörde wenden. 

Erstmeldung, 29.2.2020, 8.44 Uhr: Am Freitagabend ist die erste Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 im Landkreis Gießen bestätigt worden. Es handelt sich dabei um eine 1996 geborene Frau aus dem Kreis, die derzeit milde Krankheitszeichen zeigt.

Die Frau wird engmaschig vom Gesundheitsamt betreut, ihr gesundheitlicher Zustand wird regelmäßig kontrolliert. Derzeit prüft das Gesundheitsamt, mit welchen Personen sie Kontakt hatte.

Im Zusammenhang mit dem ersten Fall in Hessen - am späten Donnerstagabend war er im Lahn-Dill-Kreis gemeldet wurden - wurden Kontaktpersonen auch unter häusliche Quarantäne gesetzt. 

Coronavirus im Kreis Gießen: Zusammenhang mit Fall in NRW

Der Fall steht in Zusammenhang mit dem Coronavirus-Fall in NRW, der in dieser Woche bekannt wurde. Am frühen Samstagnachmittag will der Landkreis weitere Informationen zu dem Fall herausgeben.

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