Der Vorfall ereignete sich auf dem Domplatz Wetzlar.
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Die Dom-Stadt Wetzlar ist ebenfalls stark von der Corona-Pandemie getroffen, Oberbürgermeister Wagner appelliert nun an die Bürger.

Aufruf an Bevölkerung

Corona Wetzlar: Oberbürgermeister hält Lage für „äußerst fragil“ - Ansage an Verschwörungstheoretiker

  • vonKim Luisa Engel
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Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner wendet sich angesichts der Corona-Lage an „seine“ Bürger. In einer Pressemitteilung appelliert er an die Vernunft und rechnet mit Verschwörungstheoretikern ab.

  • Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner appelliert in einer Pressemitteilung an die Bürger.
  • Angesichts der Corona-Pandemie sollen diese sich nicht „in Sicherheit wiegen“.
  • Gleichzeitig kritisiert Wagner Personen, die sich an „verschwörerischen Theorien“ beteiligen.

Wetzlar - „Liebe Wetzlarerinnen und Wetzlarer“ beginnt Oberbürgermeister Manfred Wagner seinen Aufruf. „Wir leben in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ heißt es weiter. Wagner stellt fest, dass trotz der ergriffenen Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen die Corona-Infektionen auf einem äußerst hohem Niveau verharren würden. Zwar würden viele Menschen sich angesichts der globalen Pandemie verantwortungsvoll verhalten, längst aber nicht alle.

Wetzlars Oberbürgermeister: Gesundheitswesen „massivst“ beansprucht

Zunächst geht Oberbürgermeister Wagner in seiner Pressemitteilung darauf ein, dass die Zahl derer, die aufgrund ihrer Corona-Erkrankung medizinische, sogar intensivmedizinsiche, Versorgung bräuchten viel zu hoch sei. Wagner hält jedoch dankbar fest, dass die Behandlung der Infizierten in den meisten Fällen erfolgreich verlaufe.

Dennoch sei die Zahl derer, die an oder mit einer Covid-19-Infektion sterben erschreckend hoch. Stand gestern (28.12.2020) sind im Lahn-Dill-Kreis seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 75 Patienten gestorben, deren Tod in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung steht. Laut Wagner sei das Gesundheitssystem „massivst beansprucht“, insbesondere die Mitmenschen, die täglich für die Pflege und medizinische Versorgung anderer über ihre Grenzen hinaus wachsen würden.

Wetzlars Oberbürgermeister: Verschwörungstheorien „mehr als erschreckend“

Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner nennt die Corona-Pandemie die größte Herausforderung die Deutschland, aber auch andere Länder, seit Ende des Zweiten Weltkriegs erlebe. Das angesichts dieser gemeinsamen Ausnahmesituation „verschwörerische Theorien gepflegt, geteilt und bestärkt werden“, ist für ihn „mehr als erschreckend“.

Zudem kritisiert Wagner einen Vergleich mit Sophie Scholl, Anne Frank oder all derer, die im Kampf gegen den Faschismus nach 1933 ihr Leben verloren haben, auf das Schärfste. Ein Vergleich der Verschwörungstheoretiker mit Personen, die gegen das das Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten gestimmt hätten, käme einer Herabsetzung dieser gleich.

Wetzlars Oberbürgermeister: Corona-Infektionsgeschehen „schwankt von Tag zu Tag“

Das Infektionsgeschehen in Deutschlands Städten und Gemeinden schwanke, so Wagner, von Tag zu Tag. Die Kreisstadt Wetzlar habe jedoch, absolut betrachtet, die höchste Zahl an Corona-Erkrankten im Lahn-Dill-Kreis. Zum Zeitpunkt des Aufrufes (16.12.2020) habe die 7-Tage Inzidenz des Kreises bei 157 gelegen, die der Stadt Wetzlar bei 137. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, so Wagner, seien also 137 Menschen in den letzten sieben Tagen an Corona erkrankt.

Aktuell (Stand: 28.12.2020) liegt die Inzidenz des Lahn-Dill-Kreises bei 125,5, in Wetzlar sind 179 Corona-Fälle aktiv - so viele wie nirgends sonst im Kreisgebiet. Zwar lägen die Zahlen unterhalb des Wertes, bei dem nach aktuellem Eskalationskonzept des Landes weitere Maßnahmen, wie eine Ausgangssperre, verhängt werden würden. Jedoch warnt Oberbürgermeister Wagner die Wetzlarer davor, sich in Sicherheit zu wiegen: „Die Lage ist äußerst fragil“.

Wetzlars Oberbürgermeister: Emotionaler Appell an Bürger

Zum Schluss seines Aufrufes appelliert Manfred Wagner eindringlich an seine Bürger. Er stellt ihnen die Frage, was die Wetzlarer daran hindere, ihre Kontakte weiter zu reduzieren, sich konsequent an die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) zu halten und im öffentlichen Raum eine Maske zu tragen. Die Antwort, so Wagner, sollte aus Verantwortung für sich selbst und seine Mitmenschen „Nichts!“ heißen.

Des Weiteren schlägt der Oberbürgermeister vor, sich freiwillig an die Regelungen der nächtlichen Ausgangssperre zu halten, die in Hotspot-Kommunen bereits gelte. Auch sollten die Bürger vermehrt auf das regelmäßige Lüften in geschlossenen Räumen achten, da es eine mögliche Ansteckung mit dem Corona-Virus reduzieren könne. Wagner sei sich sicher, es lohne sich in den bevorstehen Wochen diszipliniert und verantwortungsvoll zu sein um den vorherrschen Trend von steigenden Infektions-Zahlen umzukehren. Die entwickelten Impfstoffe und aufgebauten Impfzentren seien eine Perspektive, von denen er sicher sei, dass viele Menschen davon Gebrauch machen würden.

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