Corona: Höchste Eskalationsstufe erreicht

  • Patrick Dehnhardt
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Gießen/Lollar/Pohlheim(pm/pad). Die Zahl der aktiven Corona-Fälle ist am Freitag auf über 301 gestiegen. Das teilte der Landkreis Gießen mit. Damit erreicht die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner) mit 79,8 im Landkreis und 80,2 im Gießener Stadtgebiet die höchste Eskalationsstufe. Somit übernimmt der Planungsstab Covid-19 des Hessischen Sozialministeriums die Steuerung der medizinischen Lage. Mit dem Verwaltungsstab des Landkreises werden weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen abgestimmt.

Am Donnerstag hatte die Inzidenz noch bei 74,7 im Kreis gelegen. Von den 301 aktiven Fällen befinden sich sieben Personen und damit eine mehr als im Vortag in stationärer Behandlung. Neue Todesfälle gab es nicht zu beklagen. Die Zahl der Genesenen steigt um 25 auf 588. Seit Ausbruch der Pandemie wurden 895 Fälle gezählt.

Covid-19 hat einmal mehr Auswirkungen auf den Schulunterricht: Die Pohlheimer Adolf-Reichwein-Schule (ARS) blieb am Freitag geschlossen. Grund waren zwei bestätigte Corona-Fälle sowie mehrere Verdachtsfälle, schreibt Schulleiterin Petra Brüll auf der Internetseite der Schule. Davon seien etliche Lehrer und Klassen betroffen. Das Gesundheitsamt ordnete am Mittag Quarantäne für eine neunte Klasse der ARS an. Eine weitere neunte Klasse wurde vorsorglich durch die Schulleitung in den Distanzunterricht geschickt.

Für die Klassen 5 und 6 wurde eine Notbetreuung angeboten, andere Klassen erhielten Distanzunterricht. Die Schulleitung will über die Internetseite die Eltern über die weitere Entwicklung informieren.

Nach einem bestätigten Corona-Fall wurde laut Mitteilung des Landkreises auch eine neunte Klasse der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar vorsorglich in den Heimunterricht geschickt. Gleiches gilt für eine elfte Klasse der Liebigschule in Gießen. An der Max-Weber-Schule, der Berufsschule der Stadt Gießen, ordnete das Gesundheitsamt nach zwei bestätigten Fällen Quarantäne für zwei Fachklassen an. Eltern wurden jeweils durch die Schulleitungen über das Vorgehen informiert.

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit den genauen Umfang des Kontakts an den Schulen. "Wegen der stark steigenden Fallzahlen und der hohen Arbeitsbelastung kann es derzeit andauern, bis relevante Kontaktpersonen vom Gesundheitsamt benachrichtigt werden", teilt der Landkreis mit.

Zahlen sinken in fünf Kommunen

Bis 15 Uhr wurden beim Gesundheitsamt in Gießen folgende Fallzahlen aus den einzelnen Kommen gezählt: Allendorf/Lumda 2 (Donnerstag: 1), Biebertal 8 (7), Buseck 4 (4), Fernwald 6 (4), Grünberg 8 (7), Heuchelheim 6 (5), Hungen 10 (6), Langgöns 5 (4), Laubach 11 (13), Lich 16 (15), Linden 12 (9), Lollar 23 (25), Pohlheim 55 (49), Rabenau 4 (5), Reiskirchen 4 (5), Staufenberg 4 (6) und Wettenberg 20 (17). Damit sanken die Zahlen nur in Laubach, Lollar, der Rabenau, Reiskirchen und Staufenberg. Im Stadtgebiet Gießen sind es nun 103 und damit sechs Fälle mehr als am Vortag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Lahn-Dill-Kreis lag am Freitagmorgen bei 88, die Eskalationsstufe 5 wurde am Donnerstag erreicht. Es wurden 293 aktive Fälle gemeldet, davon 9 in Hüttenberg und 8 in Lahnau. Der Kreis ordnete eine Maskenpflicht für den Schulunterricht an, davon sind die Grundschulen ausgenommen, Zuschauer sind bei Sportveranstaltungen in geschlossenen Räumen ab Dienstag nicht mehr zugelassen.

Eine gute Nachricht für die Gastronomie: Die Sperrstunde ab 23 Uhr ist sowohl im Kreis Gießen als auch Lahn-Dill-Kreis aufgehoben (siehe Seite 25).

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