Zahlreiche Kommunen im Kreis Gießen haben die Inzidenz von 100 erreicht. Das bedeutet in der Corona-Krise nun neue Einschränkungen.
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Zahlreiche Kommunen im Kreis Gießen haben die Inzidenz von 100 erreicht. Das bedeutet in der Corona-Krise nun neue Einschränkungen.

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Corona im Kreis Gießen: Zahlen aus den Kommunen – Tanz um die 200er-Marke

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  • Alexander Gottschalk
    Alexander Gottschalk
  • Florian Dörr
  • Lena Karber

In mehreren Kommunen im Kreis Gießen liegt die Corona-Inzidenz über oder nahe an 200. Das soll nun Konsequenzen haben. Der Überblick.

  • Wie sind die Corona-Neuinfektionen im Kreis Gießen verteilt?
  • Wegen steigender Neuinfektionen werden nun die Fälle von aller Gemeinden einzeln veröffentlicht.
  • Pohlheim ist bei der Inzidenz allen anderen Kommunen enteilt.
  • Auch Zahlen in Lollar, Wettenberg und Staufenberg sind hoch.

Update, 27.10.2020, 7.00 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Kreis Gießen geht weiter nach oben. Nachdem in den vergangenen Tagen besonders Pohlheim mit einer Inzidenz von über 300 für Diskussionen gesorgt hatte, steigen die Zahlen auch in anderen Kommunen. So hat etwa auch Lollar die 200er-Inzidenz erreicht, Wettenberg und Staufenberg liegen knapp darunter.

Die Corona-Zahlen aus den Gemeinden im Kreis Gießen sehen aktuell (Stand: 27.10.2020, 15 Uhr) wie folgt aus. Angegeben sind die aktiven Corona-Fälle und - in Klammern - die 7-Tage-Inzidenz: Allendorf/Lumda 2 (24,6), Biebertal 9 (69,7), Buseck 6 (31,1), Fernwald 7 (101,3), Gießen 150 (135,9), Grünberg 14 (102,9), Heuchelheim 9 (63,9), Hungen 14 (103,2), Langgöns 8 (42,8), Laubach 17 (104,2), Lich 17 (94,2), Linden 18 (129,9), Lollar 25 (203,7), Pohlheim 75 (336,3), Rabenau 1 (0,0), Reiskirchen 8 (39,0), Staufenberg 16 (188,9) und Wettenberg 30 (198,8).

Corona im Kreis Gießen: Zwei neue Hotspots - Pohlheim knackt Inzidenz von 300

Update, 26.10.2020, 18.30 Uhr: Die Infektionslage in den einzelnen Kommunen rückt nun stärker in den Fokus des Gesundheitsamtes im Kreis Gießen. Heute kündigte die Verwaltung ein neues Maßnahmen-Paket an, in dem Regeln enthalten sein werden, die nur in Städten und Gemeinden gelten sollen, in denen die 7-Tage-Inzidenz mehr als 100 beträgt. Darunter beispielsweise ein mögliches Verbot für Schul- und Vereinssport in Innenräumen. Betroffen wären von den verschärften Regeln aktuell Fernwald, Gießen, Linden, Lollar, Wettenberg und Pohlheim. Zwei Kommunen mehr als noch am Vortag liegen heute über 100. In Pohlheim knackte die Inzidenz heute die 300er-Marke. Die meisten Betroffenen hätten sich dort über private Kontakte infiziert, hieß es vom Gesundheitsamt.

So verteilen sich die aktuellen Corona-Fälle auf die Kommunen im Kreis Gießen, in Klammern die 7-Tage-Inzidenz pro Kommune (Stand: 26.10.2020, 15 Uhr): Allendorf/Lumda 2 (24,6), Biebertal 12 (79,6), Buseck 7 (38,8), Fernwald 7 (101,3), Gießen 155 (132,5), Grünberg 13 (88,2), Heuchelheim 8 (89,5), Hungen 12 (103,2), Langgöns 6 (25,7), Laubach 16 (104,2), Lich 18 (94,2), Linden 19 (122,2), Lollar 31 (155,2), Pohlheim 75 (314,3), Rabenau 2 (39,7), Reiskirchen 7 (39,0), Staufenberg 9 (82,6) und Wettenberg 31 (174,9)

Corona im Kreis Gießen: Neue Fallzahlen aus den Kommunen – Gemeinde kratzt an Inzidenz 300

Update, 26.10.2020, 10.40 Uhr: Die Infektionslage im Kreis Gießen hat sich über das Wochenende hinweg verschärft. Die Inzidenz für den gesamten Landkreis stieg am Sonntag (25.10.2020) auf 104,2. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle beträgt nun satte 386. Bei genauerer Betrachtung gibt es einige Kommunen, die deutlich schlechter dastehen, als andere. Allen voran Pohlheim, wo die 7-Tage-Inzidenz jüngst einen Wert von 297,7 erreichte. Mit weitem Abstand dahinter folgen die Stadt Gießen (128,1), Wettenberg (127,2), Linden (122,2) und Lollar (116,4), wo die Inzidenz jeweils auch über 100 liegt.

So verteilen sich die aktuellen Corona-Fälle auf die Kommunen im Kreis Gießen, in Klammern die 7-Tage-Inzidenz pro Kommune (Stand: 25.10.2020, 15 Uhr): Allendorf/Lumda 2 (24,6), Biebertal 10 (69,7), Buseck 6 (31,1), Fernwald 6 (86,8), Gießen 152 (128,1), Grünberg 9 (58,8), Heuchelheim 8 (89,5), Hungen 10 (63,5), Langgöns 5 (17,1), Laubach 13 (72,9), Lich 16 (79,7), Linden 19 (122,2), Lollar 27 (116,4), Pohlheim 72 (297,7), Rabenau 2 (39,7), Reiskirchen 4 (9,8), Staufenberg 7 (59) und Wettenberg 25 (127,2)

Corona in Gießen: Neue Zahlen aus den Gemeinden - In drei Orten weniger aktive Fälle

Update, 23.10.2020, 6.34 Uhr: Nach den teilweise erschreckenden Inzidenz-Werten der vergangenen Tage hat der Kreis Gießen neue Corona-Zahlen aus den Gemeinden veröffentlicht. Die gute Nachrichten: In drei Kommunen ist die Zahl der aktiven Fälle gesunken. Das war von Mittwoch auf Donnerstag in Allendorf/Lumda, Langgöns und Lollar der Fall.

In den meisten Gemeinden jedoch ist die Zahl der aktiven Corona-Fälle entweder gestiegen oder gleich geblieben. Die aktuell (Stand: 22.10.2020, abends) aktiven Corona-Fälle in den Kommunen im Landkreis Gießen: Allendorf/Lumda 1 (2), Biebertal 7 (6), Buseck 4 (4), Fernwald 4 (4), Gießen 97 (84), Grünberg 7 (5), Heuchelheim 5 (4), Hungen 6 (6), Langgöns 4 (6), Laubach 13 (13), Lich 15 (12), Linden 9 (8), Lollar 25 (26), Pohlheim 49 (40), Rabenau 5 (5), Reiskirchen 5 (5), Staufenberg 6 (6) und Wettenberg 17 (14).

Corona Gießen: In Pohlheim liegt die 7-Tage-Inzidenz jenseits der 200

Update, 22.10.2020, 11:59 Uhr: Wieso schnellen die Corona-Neuinfektionen in einigen Gemeinden m Kreis Gießen aktuell in die Höhe, während es in anderen Kommunen weitgehend ruhig ist? So lag am Mittwoch die 7-Tage-Inzidenz in Pohlheim etwa bei 200.

Dazu heißt es beim Landkreis Gießen: „Die hohen Werte in diesen Kommunen lassen sich auf Infektionen innerhalb von Familien zurückführen, unter anderem nach Feiern oder anderen privaten Treffen.“ Neu unter den Hotspots, zu denen zuletzt neben Pohlheim auch Wettenberg und Lollar zählten, ist Rabenau. Hier lag die Inzidenz am Mittwoch (21.10.2020) bei 99,3. Dazu hat der Landkreis Gießen eine simple Erklärung: „Die hohen Werte der Gemeinde Rabenau hängen mit der vergleichsweise niedrigen Einwohnerzahl zusammen.

Corona Gießen: Neue Zahlen aus den Gemeinden - Inzidenz in Pohlheim bei über 200

+++ 19.03 Uhr: Der Landkreis Gießen hat neue Corona-Zahlen aus den Gemeinden und der Stadt Gießen herausgegeben. Die Stadt Gießen verzeichnet demnach eine 7-Tage-Inzidenz von 59. Die höchsten Inzidenzen verzeichnen Pohlheim (209,5), Lollar (135,8), Rabenau (99,3) und Wettenberg (79,5).

Auch die nackten Zahlen der aktiven Corona-Fälle am Mittwoch (21.10.2020) wurden bekannt. Sie sehen wie folgt aus: Allendorf/Lumda 2 (2), Biebertal 6 (6), Buseck 4 (7), Fernwald 4 (2), Gießen 84 (74), Grünberg 5 (6), Heuchelheim 4 (5), Hungen 6 (6), Langgöns 6 (8), Laubach 13 (9), Lich 12 (11), Linden 8 (5), Lollar 26 (25), Pohlheim 40 (38), Rabenau 5 (5), Reiskirchen 5 (5), Staufenberg 6 (5) und Wettenberg 14 (16). In Klammern jeweils die Zahl der aktiven Fälle am Vortag.

In Folge der gestiegenen Corona-Fallzahlen hat der Landkreis Gießen neue Regeln erarbeitet, die am Samstag in Kraft treten sollen.

Corona Gießen: Neue Zahlen aus den Gemeinden - So sind aktive Fälle nun verteilt

Update, 21.10.2020, 6.06 Uhr: Wie verteilen sich die aktiven Corona-Fälle im Kreis Gießen? Nachdem der Landkreis am Montag erstmals auf die Gemeinden heruntergebrochene Zahlen veröffentlicht hatte, sollen diese nun kontinuierlich aktualisiert werden. Das war nun am Dienstag erneut der Fall. Demnach sieht die Verteilung der aktiven Corona-Fälle im Kreis Gießen derzeit wie folgt aus:

  • Allendorf/Lumda (2)
  • Biebertal (6)
  • Buseck (7)
  • Fernwald (2)
  • Gießen (74)
  • Grünberg (6)
  • Heuchelheim (5)
  • Hungen (6)
  • Langgöns (8)
  • Laubach (9)
  • Lich (11)
  • Linden (5)
  • Lollar (25)
  • Pohlheim (38)
  • Rabenau (5)
  • Reiskirchen (5)
  • Staufenberg (5)
  • Wettenberg (16)

Damit bereiten insbesondere in drei Gemeinden im Kreis Gießen die Corona-Zahlen sorgen: Pohlheim, Lollar und Wettenberg. Von Sonntag auf Dienstag stiegen zudem die Zahlen in der Stadt Gießen von 65 auf 74, was einen deutlichen Anstieg bedeutet. (Lesen Sie auch: So entwickelt sich die Corona-Krise in Wetzlar und Umgebung sowie dem Kreis Marburg-Biedenkopf.)

Update, 19.10.2020, 17.34 Uhr: Der Kreis Gießen möchte aufgrund der steigenden Infektionszahlen fortan die Corona-Zahlen der einzelnen Kommunen veröffentlichen. Das teilte Landrätin Anita Schneider am Montag (19.10.2020) mit. „Bisher haben wir wegen vergleichsweise niedriger Zahlen mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte Infizierter davon abgesehen, weil in vielen Fällen einzelne Infizierte vor allem in kleineren Gemeinden identifizierbar geworden wären“, sagte Landrätin Schneider. „Mit steigenden Zahlen und zunehmender Dauer der Pandemie ist diese Identifizierbarkeit einzelner Personen nicht mehr gegeben.“

Eine entsprechende erste Auflistung nach Gemeinden macht drei Hotspots aus: Lollar, Pohlheim und Wettenberg. Hier liegt die 7-Tage-Inzidenz jenseits der 100. Pohlheim ist mit einem Wert von 159,9 trauriger Spitzenreiter.

Landrätin Schneider betonte außerdem, dass niedrige Fallzahlen in einer Gemeinde keinesfalls bedeuteten, man müsse Abstands- und Hygieneregeln nicht einhalten. Der Umstand, dass in vielen Fällen der Ursprung von Infektionen nicht ermittelt werden könne, bedeute besondere Vorsicht. In vielen Fällen handle es sich nämlich nicht um größere zusammenhängende Infektionsgeschehen, sondern viele voneinander unabhängige Geschehen, was die Nachverfolgung von Infektionsketten schwieriger mache.

Die 7-Tage-Inzidenzen in den Regionen im Landkreis Gießen (Stand: 18.10.2020).

Gießen: Neuer Hotspot im Landkreis - Inzidenz deutlich über 80

Update, 19.10.2020, 12.41 Uhr: Nachdem vor wenigen Tagen der sogenannte Teilraum Nord des Landkreises Gießen mit Allendorf/Lumda, Buseck, Lollar, Rabenau, Reiskirchen und Staufenberg die mit Abstand höchste Inzidenz in der Region meldete, gibt es einen neuen Corona-Hotspot im Kreis Gießen.

Dieses befindet sich im Teilraum Süd, wie der Landkreis Gießen vermeldet. Genauere Angaben zur örtlichen Verteilung der Corona-Neuinfektionen gibt der LKGI offiziell nicht bekannt. Sicher ist: Der Teilraum Süd umfasst die Gemeinden Fernwald, Langgöns, Linden und Pohlheim. Hier wird aktuell eine 7-Tage-Inzidenz von 82,3 gemeldet, was 49 aktiven Corona-Fällen entspricht. Die Verteilung auf die Teilräume im Überblick:

Hohe Corona-Zahlen im Landkreis Gießen: Teilraum Süd als neuer Hotspot

  • Der Teilraum Ost (Grünberg, Hungen, Laubach und Lich) hat eine Inzidenz von 30,2 (26 aktive Fälle).
  • Die Stadt Gießen hat eine Inzidenz von 46,8 (65 aktive Fälle).
  • Der Teilraum West (Biebertal, Heuchelheim und Wettenberg) hat eine Inzidenz von 59,1 (26 aktive Fälle).
  • Der Teilraum Nord (Allendorf/Lumda, Buseck, Lollar, Rabenau, Reiskirchen und Staufenberg) hat eine Inzidenz von 68,6 (51 aktive Fälle). 
  • Der Teilraum Süd (Fernwald, Langgöns, Linden und Pohlheim) hat eine Inzidenz von 82,3 (49 aktive Fälle).
Der Teilraum Süd im Landkreis Gießen weist eine Corona-Inzidenz jenseits der 80 auf.

Der Landkreis Gießen als Ganzes liegt seit Sonntagabend nach dem Eskalationskonzept des Landes Hessen im roten Bereich. Es gilt die vierte von fünf Warnstufen. Dies ist der Fall, wenn innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreicht werden. Die Inzidenz des Landkreises Gießen beträgt 55,8. 217 Corona-Fälle im Kreis Gießen gelten als aktiv.

Der Verwaltungsstab des Landkreises Gießen berät heute (19. Oktober) über weitere Anti-Corona-Maßnahmen.

Erstmeldung, 15.10.2020, 20.02 Uhr: Die Nachricht, dass Lollar die höchste Infektionsrate im Kreis Gießen haben soll, verbreitete sich am Mittwoch wie ein Lauffeuer. Egal, ob beim Treffen des Computerclubs des örtlichen Seniorenrates oder im Ortsteil-Turnverein - überall war jemand, der eine entsprechende Whats-App bekommen hatte. Viele zögerten nicht lange und drückten auf Weiterleiten.

Um wie viele Fälle es konkret geht, war jedoch unklar. Im Gegensatz zu anderen Kreisen weigert sich der Landkreis Gießen, die Corona-Zahlen für die einzelnen Kommunen zu veröffentlichen. Die Verantwortlichen differenzieren maximal nach Teilräumen. Bereits in der vergangenen Woche war dabei jedoch aufgefallen, dass die Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner) in den verschiedenen Teilräumen sehr unterschiedlich ist und insbesondere der Teilraum Nord, zu dem auch Lollar zählt, eine deutlich höhere Infektionsrate aufweist.

Daten vom Mittwoch bestätigen das: So ist die Inzidenz von 64,7 für den Teilraum Nord mit den Kommunen Allendorf, Buseck, Lollar, Rabenau, Reiskirchen und Staufenberg mehr als sechsmal so hoch wie der Wert für den Teilraum Ost (10,1), der Grünberg, Hungen, Laubach und Lich umfasst. Doch bedeutet das, dass alle nördlichen Kommunen stark betroffen sind?

Corona in Lollar und Umgebung: Benz: »Keinerlei Anlass zur Panik«

Ebenso wie der Landkreis wollen auch die Rathaus-Chefs auf GAZ-Anfrage keine genauen Fallzahlen bekanntgeben. Je kleinräumiger man die Fälle ausweise, desto extremer seien mitunter die Ausschläge, erklärt der Busecker Bürgermeister Dirk Haas die Entscheidung. Er hält daher die Ausweisung der Zahlen für die Kreis-Teilräume für sinnvoll.

Entsprechend blieben die Angaben vage: In Staufenberg gibt es laut Bürgermeister Peter Gefeller aktuell »deutlich weniger als zehn Fälle«, auch in Allendorf liegen sie laut Rathauschef Thomas Benz »deutlich im einstelligen Bereich«, so dass »keinerlei Anlass zur Panik« bestehe. Benz weiter: »Natürlich steigen die Zahlen.« Im Fall eines extremen Anstiegs werde man die Öffentlichkeit jedoch informieren.

Auch in Buseck sind die Fälle laut Haas »stetig angestiegen«. Es gebe aber »keinen Hotspot, jeden Tag kommt etwa einer dazu«. In Reiskirchen sollen die Zahlen noch deutlich geringer sein. Auch Rabenaus Bürgermeister Florian Langecker betont: »Wir sind mit den bisher getroffenen Maßnahmen gut gefahren.«

Hohe Corona-Zahlen im Nordkreis Gießen: Gerüchte um türkische Hochzeit

Dass Lollar aktuell Corona-Hochburg des Kreises ist, war am Mittwoch durchgesickert. Auf Anfrage hat Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek am Donnerstag dann auch bestätigt, dass es in der Kommune 20 aktive Fälle gibt. Damit wohnen gut die Hälfte der Corona-Infizierten aus dem Teilraum Nord in Lollar und seinen Ortsteilen.

Ein Gerücht, das mit der Whats-App-Nachricht verbreitet worden war, dementierte Wieczorek ausdrücklich. Dort hatte es geheißen, dass das der Anstieg der Infektionszahlen auf eine türkische Hochzeit in Ruttershausen zurückzuführen sei. »Das ist völliger Quatsch, die Fälle lassen sich nicht auf eine bestimmte Veranstaltung zurückführen«, betont der Rathauschef. Zum einen vermiete die Stadt Lollar die Gemeinschaftshäuser aktuell gar nicht, zum anderen gebe es Fälle in allen Ortsteilen: zwei in Salzböden, zwei in Odenhausen, drei in Ruttershausen, die restlichen in verschiedenen Teilen der Kernstadt. Betroffen seien unterschiedliche Gruppen mit verschiedenen Nationalitäten. »Wir haben keinen lokalen Hotspot«, sagt er.

Auch ein anderes Gerücht, nach dem die Infektionszahlen auf eine große Hochzeit in Butzbach mit vielen Gästen aus Lollar zurückzuführen sei, konnte Wieczorek nicht bestätigen. »Davon weiß ich nichts«, sagt er und mahnt zur Vorsicht bei der ungeprüften Verbreitung von Whats-App-Nachrichten. »Hier wird die Verantwortung bestimmten Kulturkreisen zugeschoben, das ist höchst fahrlässig.«

Corona in Lollar und Umgebung: Zusätzliche Kontrollen angekündigt

Laut Kreis-Pressesprecherin Nadine Jung lassen sich 16 der 55 am Mittwoch aktiven Fälle im Teilraum Nord und im Teilraum West auf eine Trauerfeier zurückführen, die außerhalb des Landkreises stattgefunden haben soll. Das Gesundheitsamt stehe mit den Betroffenen in engem Kontakt.

Lollars Bürgermeister Wieczorek kündigt indes an, dass die Stadt Lollar gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und der Polizei verstärkt Kontrollen bei Gewerbetreibenden und Vereinen durchführen werde. »Wir werden hart durchgreifen«, sagt er. Wenn das nicht helfe, seien auch Schließungen denkbar.

Inzidenzen der Teilgebiete

Da der Kreis die Corona-Daten der Teilräume nicht täglich bekanntgibt, handelt es sich um den Stand von Mittwoch:

Teilraum Nord (Allendorf, Buseck, Lollar, Rabenau, Reiskirchen, Staufenberg): Inzidenz 64,7 (39 aktive Fälle)

Teilraum Süd (Fernwald, Langgöns, Linden, Pohlheim): Inzidenz 34,1 (21 aktive Fälle)

Teilraum Ost (Grünberg, Hungen, Laubach, Lich): Inzidenz 10,1 (12 aktive Fälle)

Teilraum West (Biebertal, Heuchelheim, Wettenberg): 42,7 (16 aktive Fälle)

Stadt Gießen : Inzidenz 27,8 (38 aktive Fälle)

Landkreis überschreitet kritische 35-Marke

Die Sieben-Tage-Inzidenz für den gesamten Landkreis lag am Donnerstag bei 38,1 (142 aktive Fälle). Damit ist erstmals die kritische 35-Marke erreicht. Sechs Personen befinden sich in stationärer Behandlung.

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