Kaum begonnen, endet der Präsenzunterricht für 25 Schüler der ELS in Bad Nauheim schon wieder. Sie befinden sich in Quarantäne, ein Mitschüler hat das Coronavirus. FOTO: NICI MERZ

Corona-Fall am ersten Schultag

25 Achtklässler und zwei Lehrerinnen einer Schule in der benachbarten Wetterau befinden sich in Quarantäne. Einer der Schüler hat sich in den Ferien in einem Risikogebiet aufgehalten, ließ sich daraufhin testen, wartete das Ergebnis aber nicht ab. Am Montagmittag war klar: Er ist infiziert. Doch da war er längst im Unterricht.

Seit Anfang dieser Woche läuft der Schulbetrieb in Hessen wieder, doch für eine Klasse der Ernst-Ludwig-Schule (ELS) in Bad Nauheim ist er vorläufig schon wieder beendet. Wie der Wetteraukreis und die Schulleitung am Dienstag bestätigten, ist ein Achtklässler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Ergebnis habe am Montagmittag vorgelegen.

Der Schüler sei vergangene Woche aus dem Urlaub in einem Risikogebiet zurückgekehrt. Am Donnerstag habe er bei seinem Hausarzt einen Abstrich machen lassen, dessen Ergebnis habe wegen "Überlastung der Labore" jedoch erst am Montagvormittag übermittelt werden können. Die Familien sowie die Schule seien danach umgehend informiert worden.

Bis Ende August in Quarantäne

Vor allem für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gelten derzeit strikte Regelungen. Den aktuellen Bestimmungen des Landes nach müssen sich diese Einreisenden direkt und ohne Umwege in häusliche Quarantäne begeben. Diese kann nur durch einen negativen Test maximal 48 Stunden vor Einreise oder direkt danach aufgehoben werden. In allen Fällen sind Einreisende aber dazu verpflichtet, auf Aufforderung ein ärztliches Zeugnis vorweisen zu können.

Laut ELS-Schulleiterin Uta Stitterich habe der Schüler regulär am Unterricht des ersten Schultages teilgenommen. Darum seien - in Absprache mit dem Gesundheitsamt - nun vorbeugende Maßnahmen eingeleitet worden, um eine mögliche Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die 25 Schüler der Klasse sowie zwei darin unterrichtende Lehrerinnen wurden als Kontaktpersonen des ersten Grades eingestuft und befinden sich aktuell bis einschließlich 31. August in Quarantäne. Für deren Eltern, Geschwister und andere Familienangehörige sei diese Maßnahme nicht nötig.

Wie Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch mitteilte, werden am kommenden Sonntag alle betroffenen Schüler sowie Lehrkräfte durch das Gesundheitsamt auf das Virus getestet.

Der Unterricht am Montag habe für die betroffenen Schüler nicht klassenübergreifend stattgefunden, erklärte Stitterich. Darum seien keine parallelen Lerngruppen oder Klassen betroffen. Die Klasse in Quarantäne nimmt nun mittels Lernplattform und Arbeitsaufträgen für die nächsten zwei Wochen wieder am sogenannten Distanzunterricht teil. Für alle anderen werde der Präsenzunterricht fortgesetzt.

"Die Maßnahmen gelten nur für einen klar definierten Personenkreis", sagte die Schulleiterin. Wie sie betonte, hätten alle Mitglieder der Schulgemeinde Maskenpflicht, Hygieneregeln, Wegeführung sowie Abstandsgebot mit Sorgfalt eingehalten.

Gesundheitsdezernentin Becker-Bösch appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen: "Es ist fahrlässig, die Ergebnisse eines Corona-Tests nicht abzuwarten, sondern gleich in die Schule zu gehen." Gerade besonders gefährdeten Personen seien auf die Solidarität ihrer Mitmenschen angewiesen. "Der Fall an der Ernst-Ludwig-Schule zeigt, wie dünn das Eis ist, auf dem wir uns bewegen, und wie schnell ein Lockdown wieder kommen kann."

Sie ruft alle dazu auf, sich an Vorgaben zu halten, Abstand zu wahren, Hygieneregeln zu befolgen und Alltagsmasken zu tragen. "Auch wenn es bei diesen Temperaturen unangenehm ist. Eine zweite Welle wäre viel unangenehmer."

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