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Benefiz

Comedian Bülent Ceylan "rockt" die Lahnauhalle

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Für eine gute Sache unterwegs, aber lustig wie immer: Bülent Ceylan zog am Samstagabend in der ausverkauften Lahnauhalle seine Show ab - und macht selbst vor Helene Fischer nicht Halt.

Niemand will sich das Corona-Virus einfangen. Auf tumben Hass kann man ebenso verzichten. Die Entscheidung von 1500 Personen, trotz allgemeiner Panikstimmung auf eine Massenveranstaltung zu gehen, war wohl die richtige.

Dicht an dicht standen die Leute in der ausverkauften Lahnauhalle in Waldgirmes, während Bülent Ceylan seine Show abzog. Der Special Guest des vierten "Lahnau rocks for Benefit" des Vereins Menschen für Kinder war berufsbedingt in erster Linie komisch, dann unterwegs für die gute Sache und, wie könnte es dieser Tage anders sein, auch ein Botschafter für Verständigung. Der in Mannheim gebürtige Sympathieträger mit deutscher Mutter und türkischem Vater scheint als Integrationsfigur wie geschaffen.

Ceylans Witzchen über das Türkisch-Sein und sich selber sind vermutlich zeitlos. Über die schulterlangen schwarzen Haare etwa. "Wenn ich die Haare aufhab’, sagen meine Kinder ›Mama‹". Oder: "An alle Frauen hier vorne. Wenn Du mich riechst, bist du schwanger". Noch einen: "Wie heißt Freibad auf Türkisch. Hallenbad ohne Kapp".

Kaum gesagt, zog Ceylan eine blaue Badekappe über und machte ungeniert den Comedian: "Weißt du was ich hab’. Ich hab’ eine korrekte Hallenbad-Kapp". Doch der Stargast, der die für ihn angedachten 45 Minuten deutlich überzog, konnte auch Kultur ("Erdogan zeigt’s nicht, also muss ich ran").

Er sei der erste Kanake in Deutschland der Schuberts Winterreise singen könne, sagte Ceylan und sang, das Haargummi mittlerweile abgenommen. Die dunkle Mähne flog zu "Sweet Dreams", "Atemlos" und "Freiheit" und schließlich "Nothing else matters".

Erlös fließt in Kindertrauerarbeit

"Was für ein Typ", lobte Stefan Zeiger vom Verein Menschen für Kinder, in dem Ceylan auch Mitglied sei, den Comedian.

Susanne Burzel vom Organisationsteam zählte auf. 91 Sponsoren hätten Beträge von 50 Euro bis 1000 Euro gespendet. Die Gemeinde Lahnau habe die Halle kostenlos zur Verfügung gestellt. Über 100 Helfer hätten mitgemacht, darunter Bürgermeisterin Silvia Wrenger-Kinspel, die den Thekendienst unterstützte.

Für musikalische Stimmung sorgten die Bands EVE, Mandowar und Mother’s Milk.

Der Erlös der Veranstaltung geht an das Projekt Charly und Lotte, Kindertrauerarbeit im Hospiz Wetzlar (Hospizleiterin Monika Stumpf und Team waren auf der Bühne) und die Bülent-Ceylan-für-Kinder-Stiftung.

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