Christen in Indien beistehen

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Gießen (pm). Der Partnerschaftsausschuss Krishna-Godavari bittet die Kirchenge-meinden in den evangelischen Dekanaten des Gießener Landes, den jährlichen »Partnerschaftssonntag Indien« möglichst am 28. Februar zu begehen. Sie haben dafür sowohl Info-Material als auch liturgische Texte erhalten, teilte Pfarrer Bernd Apel mit.

Ob die Gottesdienste nun in Präsenz oder digital gefeiert werden - die Christen in Mittelhessen zeigten damit ihre Verbundenheit und ihre Solidarität mit den Glaubensgeschwistern. Und die Kollekte, eventuell auch ohne Gottesdienst der Partnerschaftsarbeit gewidmet, helfe ihnen konkret. In der Diözese Krishna-Godavari in Südindien leben etwa 300 000 Christen. Ein Pfarrer etwa verdient oft nicht mehr als 3000 Rupien, etwa 40 Euro. Zur Benachteiligung im Kastensystem kommt der Minderheitenstatus von nur etwa vier Prozent Christen, bei 80 Prozent Hindus und zwölf Prozent Muslimen. In solch multi-religiöser Umgebung sei die Diözese erkennbar durch intensives gottesdienstliches Leben und vorbildliche Sozialarbeit, berichtet Apel. Als Ausdruck »ganzheitlicher Mission« wolle sie den ganzen Menschen ansprechen und durch Gesundheitsdienste, Kinderbetreuung und Bildungsangebote zu einem Leben in Würde für die zum größten Teil arme Landbevölkerung beitragen.

In Indien wachse der Druck auf die Minderheiten, vor allem auf Muslime und Christen. Darüber informiert Pfarrer Dr. Johny Thonipara vom Zentrum Ökumene der evangelischen Kirchen in Hessen. Anlass ist der Sonntag »Reminiszere« am 28. Februar, bei dem in Gottesdiensten an die weltweit verfolgten Christen erinnert wird. Die evangelische Kirche in Deutschland hat dafür in diesem Jahr Indien als Schwerpunktland benannt. Gerade dort sei eine Verschlechterung der Religionsfreiheit zu beobachten.

Thonipara: »Es gibt manchmal Gottesdienst-Verbote für Christen. So musste eine kirchliche Veranstaltung unter den Ureinwohnern in einer Gemeinde in Südindien wegen Drohungen von Hindugruppen abgesagt werden.«

Zwar gebe es keine systematische Verfolgung der Christen durch den Staat. Aber vor allem Hindunationalisten übten Druck auf sie aus. Mit einer Kampagne möchten diese Christen und Muslime zum Hinduismus bekehren. In der Vergangenheit hatten sich vor allem die Ureinwohner und die Dalits (»Kastenlosen«) gegen die Kastenpraxis und für den Islam oder das Christentum entschieden - diese Entwicklung wollten Hindunationalisten wieder rückgängig machen. Christen seien dabei die kleinere und verwundbare Minderheit. Als ausländische Agenten verdächtigt, diskriminiert oder von den Behörden schikaniert, lebten manche in Angst.

Mehr Infos über die Partnerschaft gibt es bei der Profilstelle Ökumene, Pfarrer Bernd Apel, Tel. 0 64 08/6 10 86 66 oder Mail: bernd.apel@ekhn.de .

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