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Klaus Repp (l.), Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Hier steht er zusammen mit Hauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk den Delegierten der Vollversammlung der Handwerkskammer Rede und Antwort. (Archivfoto: sel)

Chef der Handwerker wird 70

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Klaus Repp, Meister im Metallbauerhandwerk und Inhaber einer Firma in Echzell, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Der Langgönser ist seit 2009 Chef der Handwerkskammer Wiesbaden. Diese vertritt rund 25 000 Betriebe in Ober-, West- und Mittelhessen. Im September scheidet Repp als erst fünfter Präsident der Kammer in der Nachkriegsgeschichte aus.

Aus der Redaktion

Klaus Repp vollendet am heutigen Donnerstag sein 70. Lebensjahr. Der Langgönser ist seit dem 9. September 2009 Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden. Von 2004 bis 2009 war er bereits Vizepräsident. Repp hat für die Beibehaltung des Meisterbriefs gekämpft und bei der Digitalisierung im Handwerk Akzente gesetzt. Aktuell sieht er die Suche nach geeigneten Mitarbeitern als größte Aufgabe.

Der gelernte Metallbauermeister und Kunstschmied wurde am 8. August 1949 in Weckesheim in der Wetterau geboren. Nach seiner Lehre in der Kunstschlosserei Lang in Friedberg und der Gesellenprüfung 1968, die er mit Auszeichnung als dritter Bundessieger beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks bestand, legte Repp im Mai 1972 seine Meisterprüfung ab. "Die Faszination für das Schmieden habe ich über meinen Vater entdeckt. Er war Betriebsschlosser bei der Bahn in Friedberg", erzählt Repp im Gespräch mit dieser Zeitung. 1972 machte er sich in Weckesheim selbstständig. Heute ist sein Metallbaubetrieb in Echzell, den er mittlerweile zusammen mit seinem Sohn Alexander Repp führt. Nur so könne er das Chefamt in der Handwerkskammer bewältigen. Enkel Florian wird auch Metallbauer, und Enkelin Leonie will 2020 in den Betrieb einsteigen. "Ich ziehe mich langsam zurück", sagt Repp.

Seit 2004 leitet Klaus Repp den Gewerbeförderungsausschuss der Handwerkskammer und ist seit 1995 im Meisterprüfungsausschuss für das Metallbauerhandwerk aktiv. Von 1992 bis 2012 war er öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger im Metallbauerhandwerk. Von 2002 bis 2006 bekleidete er das Amt des stellvertretenden Kreishandwerksmeisters der Kreishandwerkerschaft des Wetteraukreises. 2014 erhielt Klaus Repp das Handwerkszeichen in Gold. Seit 1997 nimmt er zudem das Amt eines ehrenamtlichen Richters am Sozialgericht Gießen wahr.

Während seiner Amtszeit wurde die Suche nach Facharbeitern und die Integration von Flüchtlingen immer wichtiger. Repp erinnert an das vergangene Jahr: "Im letzten Ausbildungsjahr, beginnend mit dem 1. August 2018, haben wir in Hessen 1500 Ausbildungsverträge mit Menschen aus Fluchtländern abgeschlossen." Für die jungen Menschen ist eine Ausbildung eine Herausforderung. "Sie müssen sich in unser System einfinden und die deutsche Sprache beherrschen." Darüber hinaus werde es immer schwieriger, geeignete junge Menschen zu finden - als Lehrlinge, Gesellen, Meister und schließlich auch für die Übernahme von Betrieben.

Der Kammerpräsident hat sich insbesondere für das Thema Digitalisierung im Handwerk stark gemacht. "Wir haben einen Digitalisierungsberater eingestellt. Er berät Innovationsbetriebe in den Bereichen Soft- und Hardware und Zuschüsse." Ein weiteres bestimmendes Thema ist der Klimaschutz. Die Handwerkskammer bietet Lehrgänge an und informiert über die Isolierung von Werkstätten, die Installation von Solaranlagen oder die Antriebsart von Baumaschinen, berichtet Repp.

Das besondere Engagement des Kammerpräsidenten gilt neben dem handwerklichen Nachwuchs der Denkmalpflege. Hier hat er in seiner Amtszeit wichtige Akzente gesetzt. Da ihm Denkmalpflege und der Erhalt von Kulturgütern besonders am Herzen liegen, will er sich in diesem Bereich auch künftig noch engagieren.

Nach zehn Jahren als Kammerpräsident wird Klaus Repp am 9. September bei den dann anstehenden Wahlen zu den Gremien der Handwerkskammer nicht wieder antreten. Dann hat er Zeit für Dinge, die bisher zu kurz gekommen sind: "Ich möchte die Natur genießen und auch verreisen."

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