+
Bei ihren Fahrten essen die Mitglieder des Caravan-Clubs von Hessen gerne zusammen an einer langen Tafel.

Die Camper kommen

  • schließen

Ab Mittwoch feiert der Caravan-Club von Hessen sein 50-jähriges Bestehen. Mehr als 130 Mitglieder werden zum fünftägigen Fest am Wißmarer See erwartet. Was aber macht den Reiz des Campens aus? Nachgefragt bei Manfred Fleck, dem Ersten Vorsitzenden des Vereins.

Die Zahnbürste nicht vergessen, Kleidung für jedes Wetter - und schon kann es losgehen. Ob ganz nah oder weiter weg, die Schlaf- und Wohnmöglichkeit ist immer dabei. Ausgestattet mit Bett, kleiner Küche, Waschgelegenheit und Campingklo bietet das Wohnmobil oder der Wohnwagen viel Flexibilität und Spontaneität. Keine lästige Hotelsuche am Urlaubsort. Gemütlich geht es zum nächsten Campingplatz und schon kann die Entspannung beginnen.

Für die Mitglieder des Caravan-Clubs von Hessen ist das die perfekte Form des Urlaubs. "Egal ob ich 30 oder 300 Kilometer fahre, sobald ich am Campingplatz bin, schalte ich ab", sagt Manfred Fleck, Erster Vorsitzender des Vereins. In diesem Jahr feiert der Club sein 50-jähriges Bestehen - mit einer mehrtägigen Feier über Christi Himmelfahrt am Wißmarer See.

220 Mitglieder

Mehr als 130 Gäste mit fast 70 Fahrzeugen haben sich angemeldet. Die Mitglieder des Vereins sind in ganz Hessen verstreut. Zum Jubiläum wollen sie wieder alle zusammenkommen. "Ich bin überrascht über die hohe Teilnehmerzahl", sagt Fleck. "Ich freue mich auf das Fest." Gerne könnten auch Besucher zum "Schnuppern" vorbeikommen, sagt Fleck noch, immerhin veranstaltet der Verein am Samstag einen Camper-Flohmarkt.

1969 gründeten elf begeisterte Camper den Verein. Die Hochzeit des Clubs lag in den 70er Jahren. Damals waren es knapp 400 Mitglieder. Allein zwischen 60 und 70 junge Menschen gehörten dem Jugendclub an. Heute sind noch gut 220 Mitglieder im Club organisiert. Das ist immer noch eine stattliche Anzahl. Fleck erzählt, in diesem Jahr sind allein 15 Neue dazugekommen, weil sich der Verein auf der Messe in Bad Vilbel präsentiert hat. Die Resonanz war hoch. Vereinsmüdigkeit sei in seinem Club kein Thema, sagt Fleck: "Austritte kennen wir so nicht."

Natürlich bedarf es keiner Mitgliedschaft in einem Verein, um zu campen. Aber es bietet eben auch Vorteile. Fleck erzählt vom Zusammengehörigkeitsgefühl und von Gemeinschaft, die im Caravan-Club herrschen, die eine oder andere ganz persönliche Geschichte inklusive. Stefan Schröder etwa, der zweite Vorsitzende, hat einst seine Frau im Verein kennengelernt. Inzwischen campen sie zusammen mit ihren Kindern. "Es ist schön, wenn man so in einer Gemeinschaft ankommt", sagt Fleck. Und: "Die Fahrten in der Gruppe machen einfach Spaß."

Insgesamt sechs Stammtische unterhält der Verein in Hessen. Die Mitglieder aus dem Kreis Gießen gehören dem Stammtisch Wetterau an. 30 bis 40 Camper sind es. "Wir tauschen Erfahrungen aus", erzählt Fleck. Einmal im Jahr organisieren die Fahrtenleiter zudem eine größere Fahrt. Sie suchen einen Campingplatz und gestalten ein Programm, ob nun Radtouren oder Besichtigungen. Wer Interesse hat, kann sich anmelden. Die Fahrten stehen immer unter dem Motto "Alles kann, nichts muss", sagt Fleck.

An Ostern wurde etwa ein mobiler Pizzabäcker organisiert, der die Camper versorgt hat. Überhaupt ist das gemeinsame Essen wohl das beste Sinnbild vom Camperleben im Verein. Jeder holt seinen Tisch heraus, am Ende werden es lange Tafeln und noch längere Abende.

Auch im Winter unternehmen die Mitglieder Fahrten. "Wer das schon mal gemacht hat, findet Wintercamping toll. Es hat seinen ganz eigenen Charme", schwärmt Fleck. In den kommenden Tagen aber heißt es erst einmal Feiern am Wißmarer See.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare