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Corona-Kontrollen im Kreis Gießen: Bußgelder für Regelbrecher

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Von: Patrick Dehnhardt

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Kräfte der Bereitschaftspolizei unterstützen das Gesundheitsamt des Landkreis Gießen bei den Kontrollen. © Patrick Dehnhardt

Landesweit fanden gestern Kontrollen im Einzelhandel und Gewerbe statt, um zu überprüfen, ob dort die Corona-Regeln und Hygienevorgaben eingehalten werden. In Reiskirchen waren die Bereitschaftspolizei und das Gesundheitsamt Gießen auf Kontrolltour. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Verstöße festgestellt wurden.

Gießen - Mit einer hessenweiten Kontrollaktion will die Landesregierung ein Zeichen im Kampf gegen Corona-Regelverweigerer setzen. Am gestrigen Dienstag und heutigen Mittwoch wurde und wird darum in Bussen, Bahnen und Geschäften intensiv überprüft, ob die Vorgaben eingehalten werden. So war das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen zusammen mit der Polizei Mittelhessen gestern in Reiskirchen unterwegs. Unterstützend war auch die Bereitschaftspolizei zugegen.

Es sei ein Einsatz, bei dem Fingerspitzengefühl gefragt sei, erklärte der Einsatzleiter der Polizei. Für viele Geschäftsleute gehe es um die Existenz. Zweimal Lockdown, zweimal über Monate hinweg Geschäftsschließungen und dramatische Umsatzeinbußen - da lägen bei manchem die Nerven blank. Die meisten Geschäftsleute hätten jedoch auch ein Interesse daran, dass bei ihnen alles in Ordnung sei - denn noch einen Lockdown wolle keiner.

Corona-Kontrollen im Kreis Gießen: Einsatz mit Fingerspitzengefühl

So setzten die Kontrolleure zunächst einmal auf die Dialogbereitschaft. Es könne vorkommen, dass jemand aufgrund der zahlreichen Regeländerungen seit Pandemiebeginn den Überblick verloren habe. Daher sei das vorrangige Ziel, die Gewerbetreibenden für die aktuellen Vorgaben zu sensibilisieren. Wenn etwa der Hygieneplan nicht auf dem aktuellsten Stand sei, gebe es einen Hinweis auf Nachbesserung. »Wer aber keine Einsicht zeigt, darf eine konsequente Strafverfolgung erwarten«, sagte der Einsatzleiter.

Eines zeigte sich gestern sofort: Die Kontrollen scheinen nötig zu sein. Bereits bei den ersten drei überprüften Betrieben wurden zwei Bußgelder verhängt, weil Grundlegendes nicht umgesetzt wurde. Häufig trugen Mitarbeiter keine Mund-Nase-Bedeckung. Dies sei zwar möglich, wenn eine Trennwand aufgebaut sei und sich die Mitarbeiter hinter dieser befinden würden - nur fehlte nicht nur die Maske, sondern auch die Trennwand.

Außerdem lag in mehreren Fällen kein Hygienekonzept vor. Dieses gibt unter anderem vor, wie oft welche Flächen mit welchem Mittel zu reinigen und zu desinfizieren sind - quasi ein Putzplan. Hygienekonzepte wurden schon zu Beginn der Pandemie gefordert, sodass jeder Geschäftsinhaber zumindest eine veraltete Version besitzen müsste. Doch nicht einmal die war gestern überall zu finden.

Aber nicht nur die Geschäftsleute und ihre Mitarbeiter, auch die Kunden wurden überprüft. Bei Geschäften, die unter die 2G-Regel fallen, müssen Einlasskontrollen stattfinden. Besitzen Kunden keinen Impf- oder Genesenennachweis, ist das der Beleg dafür, dass nicht kontrolliert wurde.

Corona-Kontrollen im Kreis Gießen: Kein Hygienekonzept in mehreren Fällen

Im Zuge der Impfpassüberprüfung wurde zudem stichprobenartig die Echtheit der Dokumente festgestellt. So wurde etwa - wie im Fall des ehemaligen Werder-Bremen-Trainers Markus Anfang, der einen gefälschten Impfpass genutzt haben soll - die Chargennummer daraufhin kontrolliert, ob sie überhaupt existiert und wann sie verimpft wurde. Es gebe auch noch weitere Möglichkeiten, zu kontrollieren, ob die Person auch diese Impfdosis erhalten habe, erklärte ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts. Ins Detail wollte er allerdings nicht gehen - aus taktischen Gründen.

Etwas Positives fiel bei den gestrigen Kontrollen aber auch auf: An fast allen Ladentüren war ein deutlicher Hinweis auf 2G und die Maskenpflicht zu finden. Selbst wer also die Nachrichten nicht regelmäßig verfolgt, wurde somit deutlich auf die aktuellen Vorgaben hingewiesen.

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