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Der Buß- und Bettag und der Böse-Buben-Tag

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Am kommenden Mittwoch, 18. November, ist Buß- und Bettag. Bis vor einigen Jahren war dies für Schüler vor allen Dingen ein Betttag - denn da konnte man ausschlafen, weil frei war.

In manchen Orten wurde früher aus dem Buß- und Bettag auch ein Böser-Buben-Tag, an dem anderen Menschen Streiche gespielt wurden. Solch eine Geschichte, die Jahrzehnte zurück liegt, wurde uns aus Ober-Bessingen zugetragen.

Dort hatte ein Bauer seinen Traktor in der Hofreite stehen. In der Nacht des Böse-Buben-Tags traf sich eine Gruppe junger Männer, um den Landwirt einen Streich zu spielen: Sie packten das Gefährt und trugen es hinaus ins Feld. Dort bauten sie rund um den Traktor soviel Stroh auf, dass dieser nicht mehr zu sehen war.

Der Landwirt stand vor einem Rätsel, suchte und suchte, doch die Maschine blieb verschwunden. Dann zog er eine Wahrsagerin zu Rate. Diese konnte ihm nach dem Blick in die Glaskugel zwar nicht erzählen, wo das Gefährt stand - teilte jedoch mit, dass ganz oben auf dem Traktor ein schmächtiges Kerlchen gesessen habe. Während sonst über die Gruppe, die den Streich spielte, nicht viel bekannt ist, so wird doch berichtet, dass das angeblich schmächtige Kerlchen ein gestandenes Mannsbild war.

Der Traktor tauchte selbstverständlich später wieder auf. Vielleicht hätte dem Bauern beim Auffinden auch eher ein gemeinsamer Blick ins Bierglas als der Blick der Wahrsagerin in eine Glaskugel geholfen. pad/Foto: dpa

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